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Festspieljahrhundert

1920 – 2020: 100 Jahre Salzburger Festspiele

Im Sommer 2020 feiern die Salzburger Festspiele ihr hundertjähriges Bestehen: mit Blick auf ihre Geschichte, den Europagedanken der Gründer und in die Zukunft.

21. August 1920. Europa ist vom Ersten Weltkrieg gezeichnet, der Frieden noch jung und der alte Kontinent sucht nach  einer  neuen   Ordnung. In Salzburg erschallen zum ersten Mal die „Jedermann“-Rufe über den Domplatz. Mit der Aufführung der„Moralität vom Leben und Sterben des reichen Mannes“ wird die Festspiel-Idee der geistigen Gründerväter Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt Wirklichkeit. In der Mozartstadt Salzburg, weitab von hektischem Großstadtgetriebe,„im Herz vom Herzen Europas“, sollen sich jeden Sommer die besten Künstler treffen, um Oper und Schauspiel auf die Bühne zu bringen: „Von beidem das  Höchste“,  so  schreibt es Max Reinhardt 1917 in der Gründungsschrift. Das Musik- und Theaterfestival, das mit der „Jedermann“- Aufführung am 22. August 1920 seinen Anfang nahm, zählt heute zu den renommiertesten weltweit. Was die Salzburger Festspiele so einzigartig macht, ist die Kombination aus Oper, Schauspiel und Konzert auf unvergleichlich hohem Niveau.

Mythos Festspiele – „Qualität ist unser Manifest“

Die Salzburger Festspiele sind weltweit einzigartig und gehören zu den renommiertesten und wichtigsten Musik- und Theaterfestivals der Welt. Ausdrücklich hat man sich von der Geburtsstunde an einem Wert verschrieben: der Qualität! Diesem Anspruch ist man immer treu geblieben. Sowohl internationale Bühnenstars als auch Kunstgenießer und Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kunst geben sich Jahr für Jahr ein Stell-dich-ein in Salzburg und tragen zu einer ganz besonderen Atmosphäre in der Stadt bei. Diese „Metamorphose auf Zeit“ vollzieht sich ganz im Sinne der Gründerväter, deren ausdrücklicher Wunsch war: „Die ganze Stadt ist Bühne“, um hier in Salzburg die ganze Welt zu empfangen.

Die Idee des Außergewöhnlichen hat sich als tragfähig erwiesen, zählen die Salzburger Festspiele heute doch zu den bedeutendsten Festivals. Auch die Erwartung, dass sich Publikum aus aller Welt für die Festspiele als ein „Epizentrum des Besonderen“, wie es der aktuelle Intendant Markus Hinterhäuser bezeichnet, interessieren würde, hat sich erfüllt. Das 100-Jahr-Jubiläum im Sommer 2020 werden die Salzburger Festspiele mit einem besonderen Programm, einer Ausstellung im Salzburg Museum und Symposien feiern.

Jedermannaufführung vor dem Dom - Buhlschaft in rotem Kleid und Jedermann

© Tourismus Salzburg, Jedermann vor dem Dom

Das Programm im Jubiläumsjahr 2020

Zum 100. Geburtstag feiern die Salzburger Festspiele– mit 222 Aufführungen in 44 Tagen an 15 Spielstätten. Zu den Opern-Höhepunkten zählen neben Mozarts „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“ , Strauss‘ „Elektra“ und Mussorgskis „Boris Godunow“ auch Übernahmen der Opernproduktionen der Mozartwoche („Der Messias“, 2020), der Osterfestspiele („Tosca“, 2018 mit Anna Netrebko in der Rolle der Floria Tosca) und der Pfingstfestspiele („Don Pasquale“, 2020 mit Cecilia Bartoli in der Rolle der Norina). Mit diesem Programm wird erstmals ein Bogen gespannt über die hochkarätigen Musikveranstaltungen, die Salzburg ganzjährig zur Festspielstadt machen.

Die Salzburger Festspiele 2020 eröffnen mit Elektra von Richard Strauss

Im Jahr 2020 beginnen die Salzburger Festspiele beim 100-Jahr-Jubiläum mit einem Werk, das im Leben aller drei Festspielgründer – Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal und Max Reinhardt – eine große Rolle gespielt hat. Regie führt Krzysztof Warlikowski, der 2018 mit Hans Werner Henzes The Bassarids sein erfolgreiches Debut bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule gab. Franz Welser-Möst, dem die Salzburger Festspiele viele unvergessliche Aufführungen der Werke von Richard Strauss verdanken, dirigiert die Wiener Philharmoniker und die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor. Die Rolle der Elektra verkörpert der litauische Rising-Star Aušrine Stundyte. Tanja Ariane Baumgartner singt die Klytämnestra, Michael Laurenz ist Aegisth und Derek Welton übernimmt die Rolle des Orest. Und Chrysothemis ist Asmik Grigorian, die als Salome 2018 Publikum und Kritik begeisterte. Im Jubiläumsjahr kehrt sie mit Strauss in die Felsenreitschule zurück. Premiere ist am 27. Juli 2020.

Tipps für den Jubiläumssommer 2020

  • Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“
    Von 25. April bis 31. Oktober 2020 findet die Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ des Salzburg Museum in Kooperation mit den Salzburger Festspielen statt. Die Ausstellung in der Neuen Residenz ist als „Bühnenstück im Museum“ angelegt und gliedert sich in vier Bereiche, die so konzipiert sind, dass sie für Besucher durch Erzählungen, Inszenierungen und Interaktivität zum Ort der Begegnung mit den Salzburger Festspielen werden. www.salzburgmuseum.at
  • Siemens Fest>Spiel>Nächte
    Während der Festspielzeit heißt es täglich ab 18.00 Uhr bzw. 20.00 Uhr am Kapitelplatz in der Salzburger Altstadt „Vorhang auf“ für die beliebten „Siemens Fest>Spiel>Nächte“. Auf dem Programm stehen Audiopräsentationen von Konzerten sowie Opern- und „Jedermann“-Produktionen aus vergangenen Festspieljahren ebenso wie aktuelle Neuinszenierungen, darunter Live-Übertragungen von Premieren aus den Festspielhäusern. Der Eintritt ist kostenlos, das Programm steht jeweils Ende Juni fest. www.siemens.at/festspielnaechte
  • „Jedermann“-Tag
    Im Schauspiel steht „Jedermann“ im Zentrum der Aufmerksamkeit – mit einem großen „Jedermann-Tag“ am 22. August 2020, an dem jenem Stück Tribut gezollt wird, dessen Uraufführung am 22. August 1920 die Geburtsstunde der Salzburger Festspiele markiert. Zusätzlich gibt es eine außergewöhnliche „Jedermann“-Lesung in der Felsenreitschule, eine Festvorstellung am Domplatz und ein Festbankett mit einer riesigen „Jedermann“-Tafel in den Straßen und auf den Plätzen des Festspielbezirks. www.salzburgerfestspiele.at
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