Regionen
Buchen
Sprache
DE

Die Jedermänner der Salzburger Festspiele

100 Jahre Salzburger Festspiele – 17 ½ Jedermänner

„Jeeeeedeeeeermaaaaaaan!“: Auch im Jubiläumsjahr der Salzburger Festspiele wird Jedermann im berühmten Spiel vom Sterben des reichen Mannes am Salzburger Domplatz wieder vom Gevatter Tod gerufen. 2020 wird wieder Tobias Moretti in die Rolle des zunächst draufgängerischen, später reumütigen Jedermanns schlüpfen – wie in den vergangenen 100 Jahren 16 Schauspiel-Kollegen vor ihm. Unser Jedermann-Überblick zum 100-jährigen Jubiläum der Salzburger Festspiele.

Alexander Moissi: 1920, 1921, 1926–1931

Alexander Moissi aus dem Jahr 1928. © ASF_Foto Ellinger

Der österreichische Schauspieler Alexander Moissi zählte zu den berühmtesten Schauspielern seiner Zeit – sogar über den deutschsprachigen Raum hinaus. Das machte ihn 1920 zum idealen ersten Jedermann im „Geburtsjahr“ der Salzburger Festspiele. Insgesamt acht mal spiele er die Hauptfigur in Hugo von Hofmannsthals Stück.

Paul Hartmann: 1932–1934

Vom Gesell zum Jedermann: 1927 stand Paul Hartmann noch als „Jedermanns guter Gesell“ auf dem Domplatz, später als „Stimme des Herrn“ – und in Folge von 1932 bis 1934 als Jedermann höchst selbst.

Attila Hörbiger: 1935–1937, 1947–1951

Der Vater der beliebten österreichischen Schauspielerin Christiane Hörbiger verkörperte den reichen Mann am Salzburger Domplatz acht mal und absolvierte in dieser Rolle während dieser Jahre insgesamt 50 Auftritte. Wie Paul Hartmann probierte auch er sich vorher in einer anderen Jedermann-Rolle: Er spielte 1931 bereits den „guten Gesell“. Und sein Enkel sollte nach über fünf Jahrzehnten in seine Fußstapfen treten.

Ewald Balser: 1946

Ewald Balser durfte sein Festspieldebut bereits 1931 geben – unter der Regie des legendären Max Reinhardt stand er für Goethes „Stella“ auf der Bühne. 15 Jahre später durfte er dann einen Salzburger Festspiel-Sommer lang den Jedermann mimen.

Will Quadflieg: 1952–1959

Sieben Jahre spielte der deutsche Film- und Theaterschauspieler bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle in von Hofmannsthals Parabelspiel. Und auch danach stand er noch bis 1998 in anderen Rollen, unter anderem als „Gott“, im Jedermann auf der beeindruckenden Bühne am Salzburger Domplatz.

Walther Reyer: 1960–1968

Auch der österreichische Kammerschauspieler Walther Reyer lernte den Jedermann zunächst in der Rolle von „Jedermanns guter Gesell“ kennen – 1956 und 1957 an der Seite von Will Quadflieg. Ab 1960 durfte er dann selbst die Buhlschaft während der Salzburger Festspiele umwerben – von 1973 bis 1977 kehrte er dann wieder zur Rolle des Gesells zurück.

Ernst Schröder: 1969–1972

25 Mal stand der Schauspieler und Regisseur Ernst Schröder als reicher Mann in Hugo von Hofmannsthals Festspiel-Klassiker „on Stage“, bevor er sich einer anderen Rolle im Stück widmete: Er gab den lieben „Mammon“ ab 1978 für insgesamt vier Jahre.

Curd Jürgens: 1973–1977

Er zählte zu seiner Wirkungszeit zu den absoluten Schauspiel-Ikonen in deutschsprachigen Raum – was ihn für vier aufeinanderfolgende Jahre zum legendären Jedermann-Hauptdarsteller machte. Man munkelt, dass auch die von ihm ausgerichteten Partys im Rahmen der Salzburger Festspiele während seiner Jedermann-Jahre legendär waren.

Maximilian Schell: 1978–1982

Auf die eine Jedermann-Legende folgte die nächste: Innerhalb von vier Festspiel-Sommern spielte Maximilian Schell das Sterben des reichen Mannes vor dem Salzburger Dom in 32 Aufführungen. 1979 und 1980 spielte der Oscarpreisträger zusätzlich noch in „Das weite Land“ bei den Salzburger Festspielen.

Klaus Maria Brandauer: 1983–1989

Klaus Maria Brandauer als Jedermann im Jahr 1983. © ASF_Foto Harry Weber

Klaus Maria Brandauer gab den Jedermann ab 1983 nicht nur für sieben aufeinanderfolgende Jahre bei den Salzburger Festspielen – 2002 spielte er auch „Jan Jedermann“ im Filmdrama „Jedermanns Fest“, einer Paraphrase von Hugo von Hofmannsthals Theaterstück.

Helmuth Lohner: 1990–1994

Bevor er für vier Jahre den Protagonisten beim Jedermann der Salzburger Festspiele mimte, war Helmuth Lohner zunächst in den Rollen als Teufel und Tod zu sehen. Später wurde der Kammerschauspieler und Theaterregisseur Direktor des Theaters in der Josefstadt.

Gert Voss: 1995–1998

Vier Sommer lang war der Kammerschauspieler und Nestroy-Preisträger Gert Voss unter der Regie von Gernot Friedel als Jedermann bei den Salzburger Festspielen am Salzburger Domplatz zu sehen.

Ulrich Tukur: 1999–2001

Von 1999 bis 2001 stand mit Ulrich Tukur nicht nur ein Schauspieler, sondern auch Musiker als Titelrolle in von Hofmannsthals Stück auf der Salzburger Festspielbühne. Als Filmschauspieler spielte Ulrich Tukur in unzähligen deutschsprachigen Produktionen mit und ist unter andrem als Tatort-Ermittler bekannt.

Peter Simonischek: 2002–2009

Rekord! Mit seinen 91 Auftritten als Jedermann, die er in der Zeit von 2002 bis 2009 bei den Salzburger Festspielen gab, ist Peter Simonischek absoluter Spitzenreiter unter den Jedermann-Darstellern. Platz zwei belegt nach wie vor der erste Salzburger Jedermann Alexander Moissi mit 69 Auftritten.

Veronica Ferres (Buhlschaft), Peter Simonischek (Jedermann) © Salzburger Festspiele / Hermann, Clärchen & Matthias Baus

Nicholas Ofczarek: 2010–2012

Bei seinem Jedermann-Debut zum 90-jährigen Festspiel-Jubiläum 2010 war Ofczarek 39 Jahre alt – und damit der jüngste Jedermann, der jemals bei den Salzburger Festspielen am Domplatz die Titelrolle spielte. Gemeinsam mit Birgit Minichmayr als Buhlschaft und Ben Becker als Tod bildete er ein legendäres Jedermann-Trio unter der Regie von Christian Stückl.

Cornelius Obonya: 2013–2016

62 Jahre, nachdem sein Großvater das letzte Mal als Salzburger Jedermann auf der Bühne stand, trat sein Enkel 2013 für insgesamt 54 Aufführungen in die großen Fußstapfen: Die Rede ist von Cornelius Obonya, dem Sohn von Attila Hörbigers ältesten Tochter Elisabeth. Seine Großmutter Paula Wessely war übrigens mehrfach als „Glaube“ im Jedermann zu sehen, seine Tante Christiane Hörbiger als Buhlschaft.

Tobias Moretti: seit 2017

Nachdem Tobias Moretti von 2002 bis 2005 in den Rollen des „Guten Gesell“ und „Teufel“ bei den Salzburger Festspielen im Jedermann auftrat, war 2017 die Zeit gekommen, um den Jedermann höchstpersönlich zu mimen. Unter anderem an seiner Seite: Sein Bruder Gregor Bloéb in den Rollen (wie schon sein Bruder mehrere Jahre zuvor) als „Guter Gesell“ und „Teufel“.

Special Guest – Philipp Hochmair:

2018 – Moment, da war doch was! Ein einmaliges Ereignis in der so langen Geschichte der Salzburger Festspiele: Der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair sprang 2018 kurzfristig für den erkrankten Tobias Moretti ein. So feierte er sein „Intermezzo“ als Jedermann am Salzburger Domplatz und spielte ihn für fünf Vorstellungen. Dafür wurde er auch vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Chapeau! 

Urlaubsland Österreich Feedback geben und besondere Urlaubserlebnisse gewinnen!