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Auf dem Holzweg? Ja, nach Kuchl!

Der Ort Kuchl in der Genuss- und Erlebnis-Region Tennengau gilt als die holzfreundlichste Gemeinde Österreichs. Eine interessante Auszeichnung! Aber wie kommt es dazu? Wir waren neugierig, haben einen Blick in die Vergangenheit geworfen und uns vor Ort auf Erkundungstour begeben. Dabei sind wir auf engagierte Menschen, empfehlenswerte Holzwege und – vor allem – auf eine Schule gestoßen, die maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Kuchl das Prädikat „Holzgemeinde“ mehr als verdient hat.

Schon im 17. Jahrhundert gab es in Kuchl einen „Holzmeister“: Der Berufsstand ist heute längst passé, aber er war ganz typisch für die Gegend rund um Hallein und Salzburg. Denn die Salzach war einer der wichtigsten Triftflüsse: Mächtige Holzstämme wurden zu Wasser gelassen und bis nach Hallein transportiert, um mit ihnen die Sudpfannen in der Saline zu befeuert und die Stollen im Salzbergwerk zu sichern. „Der Holzmeister von Kuchl war dafür zuständig, dass Holzschlägerungen und der Transport auf der Salzach im Gemeindegebiet koordiniert vonstattengingen“, erzählt Josef Pichler, Obmann vom „Museum Kuchl“, das sich mitten im Ortszentrum befindet. „Dass Kuchl aber heute das ist, was es ist – nämlich Österreichs holzfreundlichste Gemeinde –  hat vor allem mit dem Holztechnikum Kuchl zu tun und das wiederum hat seinen Ursprung in den 1950er Jahren. Im Laufe der Zeit hat sich Kuchl zu einem bundesweit einzigartigen Holzstandort entwickelt. Auf dem Wissens Campus Kuchl finden sich neben den Schulen und der Fachhochschule auch die Salzburger Landesinitiativen Holzcluster und proHolz Salzburg. Außerdem gibt es in Kuchl über 30 holzverarbeitende Betriebe.“

Holzkunst der besonderen Art © Tourismusverband Kuchl

Noch während des Zweiten Weltkrieges wurden in Kuchl die ersten landesweiten Berufsschulkurse im Bereich Holz– und Sägewerkstechnik abgehalten. „Bis heute bildet die Landesberufsschule Kuchl, in der die Bereiche Tischlerei, Tischlereitechnik, Holztechnik, Tapezierer und Dekorateur sowie Bekleidungsgestalter gelehrt werden, die „Wurzeln des Standortes“, so Geschäftsführer Hans Rechner. Darüber hinaus umfasst das Holztechnikum die Fachschule für Holzwirtschaft, die Höhere Technische Lehranstalt (HTL) für Wirtschaftsingenieure/Holztechnik mit angeschlossenen Internaten und die Werkmeisterschule für Holztechnik-Produktion. Seit den 1980er Jahren gibt es zudem die Einrichter Berater Schule in Kuchl und in den 1990er Jahren kam die FH Salzburg mit dem Studium der Holztechnologie & Holzbau sowie Design & Produktmanagement mit Schwerpunkt Möbelbau und seit 2016 mit dem Studienlehrgang Smart Building hinzu.“ Insgesamt bewegen sich am Wissens Campus Kuchl mehr als 1.300 Schüler und Studenten täglich. „Kuchl ist der einzige Standort in Österreich, der dieses Spektrum an Ausbildungen anbietet“, betont Hans Rechner. Und nicht nur das – die Arbeiten der Schüler und Studenten werden auch im Ort sichtbar, so etwa die wunderschöne Bücherbox aus Lärchenholz mitten im Markt oder der familienfreundliche und kinderwagentauglich „Baumlehrpfad“ am Kuchler Badesee.

Auch die Erlebniswanderung „Kuchler Zeitreise“ eignet sich wunderbar, um die Holzgemeinde und ihre Besonderheiten zu Fuß oder per Fahrrad zu entdecken. Auf diesem Weg liegen unter anderem die imposante Kaiserlinde, die 1879 anlässlich der Silberhochzeit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth gepflanzt wurde, und die rund 100 Jahre alte Severinlinde, die an den Heiligen Severin erinnert. Dieser kam um 470 nach Kuchl, hielt Predigten und soll laut Ortschronik sogar zwei Wunder vollbracht haben. Der Weg führt weiter zum geschichtsträchtigen Georgenberg, der gleich in mehrfacher Hinsicht hochinteressant ist: Wie kaum ein anderer Ort ist er für die Besiedlungsgeschichte des Bundeslandes Salzburg von Bedeutung. Er war bereits ab der Frühbronzezeit besiedelt, unter römischer Herrschaft lag Kuchl an der Hauptverkehrsader in Richtung Süden. Auf dem Georgenberg befand sich das Castell Cucullis, das – davon zeugen die Funde – von wohlhabenden Menschen bewohnt wurde. Heute können am Georgenberg die Kirche besichtigt, eine ganz besondere Waldgesellschaft entdeckt und mit ein wenig Glück Waldrappen beobachtet werden: Diese Zugvögel nisteten bis ins 16. Jahrhundert im Salzachtal, starben aber 2013 in freier Wildbahn aus. Heute ist der Georgenberg die größte von drei Brutkolonien der europäischen Waldrapp-Population. Allein 2019 sind 27 Jungvögel geschlüpft. Und irgendwie passen die allein schon aufgrund ihres Namens richtig gut in die Holzgemeinde Kuchl.

Tipp 1

Alle drei Jahre feiert die Holzgemeinde Kuchl den Werkstoff Holz. Das „Geniale Holzfest“ findet 2019 bereits zum sechsten Mal statt: 2016 konnten über 20.000 Besucher begrüßt werden. Das Fest ist eine Veranstaltung des Vereins „Holzgemeinde Kuchl“ und umfasst zahlreiche Attraktionen wie Handwerksvorführungen, Ausstellungen zu Holzkunst, Holzforschung u. v. m. sowie Holz– und Hoffeste samt Bauernmarkt, Festzelt und Kinderprogramm.

Geniales Holzfest:
5. und 6. Oktober 2019
Wissens Campus Kuchl

Das Kuchler Holzfest bietet Groß und Klein tolle Erlebnisse © Tourismusverband Kuchl

Tipp 2

Kuchl – wo Urlaub ein Geheimtipp ist.
Die Holzgemeinde Kuchl in der Genuss- und Erlebnis-Region Tennengau liegt rund 20 Kilometer südlich der Stadt Salzburg. Man setzt hier auf „sanften Tourismus“ mit einem naturnahen Aktivangebot mit Badesee, bestens markierten Wander- und Radwegen sowie einem breit gefächerten Sport- und Freizeitangebot wie Tennis, Reiten und Klettern, aber auch Schnitz- oder Käsekursen. Traditionelle Gasthöfe, Urlaub am Bauernhof, moderne Cafés und Bars sowie Ab-Hof-Verkauf an zahlreichen Höfen und die Käsespezialitäten der Bio-Hofkäserei Fürstenhof lassen Feinschmecker-Herzen höher schlagen. Gewohnt wird in familiär geführten Gasthöfen, auf dem Bauernhof, in Privatpensionen oder Appartements.

 

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