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©SalzburgerLand Tourismus, Coen Kossmann, Trachtenmusikkapelle

Die 6 schönsten Bräuche im Bauernherbst

Traditionell-kulturelle Besonderheiten aus dem SalzburgerLand

Das bäuerliche Leben ist seit jeher gefüllt mit Traditionen und Bräuchen. Zum Glück sind diese nicht in Vergessenheit geraten – im Gegenteil. Nach wie vor sind sie teil des bäuerlichen Alltags. Im Salzburger Bauernherbst werden sie für alle erlebbar.

Wer an den farbenprächtigen Herbsttagen im SalzburgerLand unterwegs ist, der kommt um den Bauernherbst nicht umhin. An zahlreichen Ortseinfahrten machen kunstvoll gestaltetet Heufiguren und bunte Bauernherbst-Fahnen auf die fünfte Jahreszeit im SalzburgerLand aufmerksam. Ob große Feste oder gemütliches Beisammensein im kleinen Kreis, Traditionen werden hochgehalten. Wir haben die sechs schönsten Bräuche zusammengefasst.

Almabtriebe

Wenn sich der lange Almsommer dem Ende neigt, zieht es Senner*innen und Tiere wieder zurück an den heimatlichen Hof. Natürlich könnte man die Kühe auch einfach so wieder nach Hause lotsen, viel schöner ist aber ein traditioneller Almabtrieb. Dabei werden die Vierbeiner mit zuvor liebevoll und aufwändig gebundenen Kränzen geschmückt und das nicht nur, um beim Almabtrieb eine gute Figur zu machen. Die festliche Rückkehr ins Tal bedeutet auch, dass der Sommer auf der Alm ein guter war und kein Tier zu Schaden gekommen ist. Besonders prunkvoll ist die Leitkuh geschmückt, als sogenannte „Kranzkuh“ führt sie ihre Herde an. Auch die klassischen Kuhglocken fehlen nicht. Der Überlieferung nach soll das laute Glockengebimmel böse Dämonen verjagen, die darauf lauerten, die Höfe und Bauersleute heimzusuchen. Von solchen düsteren Gedanken ist heute beim Almabtrieb zum Glück nichts mehr bemerkbar. Dafür wird umso mehr gefeiert und musiziert.

© SalzburgerLand Tourismus, Coen Kossmann, Fertig zum Almabtrieb

Samsontragen

Den Riese Samson gibt es nur im Salzburger Lungau und in der angrenzenden Steiermark. Und ein Riese ist er mit seinen fünf bis acht Metern allemal. Da braucht es schon kräftige junge Männer, um die bis zu 80 kg schwer Figur durch den Ort zu tragen. Mittels eines Gerüsts im Inneren der aus Holz und Leichtmetall konstruierten Figur, wird er balanciert. Mit seinen langen schwarzen Haaren, seiner Rüstung und seinem glänzenden Helm schreitet er so bei Umzügen durch die Straßen. Begleitet von seinen Zwergen und natürlich auch von örtlichen Trachtenmusikkapellen. Denn die geben den Takt vor, wenn der Samson ein Tänzchen wagt. Ursprünglich ist der Riese übrigens eine biblische Figur aus dem Alten Testament mit übermenschlichen Kräften. Seit 1635 ist er im Lungau dokumentarisch belegt, seit 2010 gehört er zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe.

Samsontragen Salzburger Lungau

© Ferienregion Salzburger Lungau – Feierliche Samsonumzüge im Salzburger Lungau

Entedankfeste

Wenn im Herbst die reiche Ernte eingebracht und verarbeitet ist, muss dies auch gebührend gefeiert werden. Ursprünglich ein rein kirchliches Fest, um Gott für die Gaben zu danken, hat sich das Erntedankfest zu einer bäuerlichen Tradition entwickelt, wobei der Kirchgang nach wie vor wichtiger Teil davon ist. Aus Getreideähren kunstvoll geflochten Erntekronen werden zusammen mit Feld- und Gartenfrüchten bei der Ernteprozession zur Kirche getragen und dort gesegnet. Das gemeinsame Feiern danach, mit Musik und Tanz und bäuerlichen Schmankerl ist gelebte Dorfkultur.

© SalzburgerLand Tourismus, Coen Kossmann, Erntedankprozession

Schnalzen

Ob Umzug oder Erntedankfest, die Schnalzer sind bei diesen bäuerlichen Festivitäten meist fixer Bestandteil. Überhören kann man sie kaum, denn mit 120 Dezibel machen die bis zu 2,80 m langen Peitschen einen ganz schönen Lärm. Doch die Kunst des Peitschens muss gelernt sein. Schon die Allerkleinsten sind mit Begeisterung bei der Sache, denn immerhin geht es auch darum, beim Festumzug vorne mit dabei zu sein. Gefragt ist beim Schnalzen nicht nur Kraft, sondern auch Takt- und Rhythmusgefühl und natürlich auch ein wenig Mut. In manchen Gemeinden im SalzburgerLand gibt es auch berittene Schnalzer. Das ohrenbetäubende Schnalzen lässt die robusten Kaltblüter zum Glück völlig kalt.

© SalzburgerLand Tourismus, Coen Kossmann, Schnalzergruppe am Pferd

Liachtbratlmontag

Wenn die Tage kürzer werden, heißt es in den eigenen vier Wänden wieder früher das Licht aufdrehen. Das war und ist in bäuerlichen Werkstätten nicht anders. Am „Liachtbratlmontag“ durfte also zum ersten Mal wieder Kerzen oder Lampen entzündet werden. In den Sommermonaten konnte die Arbeit ohne Lichtquelle oder sogar im Freien errichtet und damit Geld gespart werden. Von diesem Ersparten lud der Meister seine Gesellen Bratenessen (Bratlessen) ein. Dieser alte Brauch ist zum Glück nicht in Vergessenheit geraten und so laden im Bauernherbst Hüttenwirt und Gastronomen da und dort zum Bratlessen am Liachtbratlmontag. Der Liachtbratlmontag wurde übrigens auf den ersten Montag nach Michaeli (29. September) gelegt.

© Salzburger Agrarmarketing – Knuspriger Schweinsbraten

Preberschießen

Der Prebersee im Salzburger Lungau ist an sich schon einen Besuch wert. Ruhig und idyllisch liegt er da auf 1.514 m im Schatten des 2.740 m hohen Preber, dem Hausberg von Tamsweg. Doch einmal im Jahr, traditionsgemäß am dritten Augustwochenende, ist es mit der Idylle vorbei. Denn dann lädt die Schützengemeinde Tamsweg / Prebersee zum Preberseeschießen. Seit 1834 treffen sich hier Schützen aus aller Welt, um sich in der Kunst dieses einzigartigen Wasserscheibenschießens zu messen. Gezielt wird dabei nicht auf die Zielscheiben am gegenüberliegenden Ufer selbst, sondern auf deren Spiegelung im Wasser. Die dank der vielen organischen Substanzen hohe Dichte des Sees macht es möglich, dass die Kugel nach dem Auftreffen auf der Wasserfläche nicht versinkt, sondern abprallt und reflektiert. Dieses einzigartige Spektakel ließ sich sogar Walt Disney höchstpersönlich im Jahr 1957 nicht entgehen.

© Ferienregion Lungau – Zielscheiben des berühmten Preberseeschießens

 

 

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