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Kirchenstadt Salzburg

„Grüß Gott“ in der Kirchenstadt Salzburg

In Salzburg findet sich beinahe an jeder Ecke eine Kirche: Die wunderschönen, prachtvoll ausgestatteten Gotteshäuser sind steinerne Zeugen einer reichen Vergangenheit, die von der jahrhundertelangen Herrschaft der Erzbischöfe geprägt war. Heute sind die Kirchen in der Salzburger Altstadt Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und jede erzählt ihre eigene Geschichte: Sie bergen zahlreiche Geheimnisse, Kunstschätze und Kleinode und sind einzigartige Veranstaltungsorte.

Beginnen wir mit einem Vergleich: Rom gilt als die kirchenreichste Stadt der Welt. Ganz klar – immerhin ist hier der Vatikan. In Summe sind es rund 1.000 prachtvolle Gotteshäuser in der italienischen Hauptstadt. Legt man diese auf Roms Bevölkerungszahl um, kommen auf 150.000 Einwohner ca. 50 Kirchen. Was das mit Salzburg zu tun hat? Salzburg hat ziemlich genau 150.000 Einwohner und geschätzt rund 50 Kirchen. Und das bedeutet wiederum: Salzburg verfügt über die gleiche Kirchendichte wie Rom – ganz ohne Vatikan! Und dabei sind diese 50 Kirchen noch nicht einmal eine endgültige Zahl: Mit den vielen Hauskapellen und Klosterkirchen sind es noch ein paar mehr. Und damit sind Salzburgs Beinamen „Kirchenstadt“ und „Rom des Nordens“ mehr als berechtigt.

Die reiche Stadtarchitektur ist ein Spiegel der ehemaligen Macht

Worin begründet sich aber die hohe Anzahl an Kirchen? Die Antwort darauf findet sich in Salzburgs Geschichte. Im Jahr 696 kam der fränkische Missionar Rupert nach Salzburg und gründete auf dem Boden des einst römischen Juvavum die Kirche und das Kloster St. Peter. Dieses gilt als die Wiege Salzburgs und wer dem Mythos Salzburg auf die Spur kommen möchte, sollte unbedingt den Stiftshof und die Kirche St. Peter in der Salzburger Altstadt direkt am Fuße der schroff abfallenden Felsen des Mönchsbergs besichtigen.

Salzburgs Stadtarchitektur mit den vielen Klöstern und Kirchen spiegelt die besondere Rolle Salzburgs und die Macht der Salzburger Bischöfe, Erzbischöfe und Fürsterzbischöfe wider, die diese über 1.000 Jahre innehatten. So war Salzburg ab 1648 selbständiges Fürstentum im Staatsverband des Heiligen Römischen Reiches. Salzburgs Erzbischöfe waren sowohl weltliche als auch geistliche Landesherren und verfügten über zahlreiche Sonderrechte, die zum Teil bis heute Bestand haben. 1803 endete die Zeit der Erzbischöfe als weltliche Landesherren und 1816 wurde Salzburg Teil des Habsburgerreiches.

Salzburg vom Kapuzinerberg aus - Altstadt, Salzach und Festung

(c) SalzburgerLand Tourismus, Altstadt Salzburg

Von der mittelalterlichen Stadt zum „Rom des Nordens“

Einer der bedeutendsten Fürsterzbischöfe war Wolf Dietrich zu Raitenau (1559 – 1617), der eine Zeit lang in Italien gelebt und studiert hat. Als der 28-Jährige zum Fürsterzbischof ernannt wurde, war eines seiner großen Vorhaben, Salzburg nach römischen Vorbild umzugestalten: Es begann eine große Phase des Umbruchs in Salzburg. Vor allem die fünf großen Plätze der Salzburger Altstadt – Residenzplatz, Domplatz, Mozartplatz, Kapitelplatz und Alter Markt – waren Teil dieses architektonischen Konzeptes. Von Vincenzo Scamozzi (1548 – 1616), Schüler des bedeutendsten Renaissance-Architekten Andrea Palladio, stammten die Pläne für Dom, Residenzplatz und fürsterzbischöfliche Residenz. Die Umsetzung dauerte rund hundert Jahre. Der Neubau des Doms erfolgte unter Fürsterzbischof Markus Sittikus und wurde unter Fürsterzbischof Paris Lodron vollendet.

Weitere Beispiele für die Bautätigkeit der Fürsterzbischöfe:

  • Unter Fürsterzbischof Max Gandolf entstanden in Salzburg die Erhardkirche und die Kajetanerkirche. Er ließ die Imbergkirche erneuern, gründete das Kollegiatstift Seekirchen und erbaute die Ursprungskapelle, die erste Wallfahrtskirche in Maria Plain.
  • Johann Ernst Graf Thun ließ die Dreifaltigkeitskirche, die Ursulinenkirche, die Krankenhauskirche St. Johannes erbauen und er erließ ein Dekret, das den Bau der Kollegienkirche als Universitätskirche der Benediktineruniversität ermöglichte. Im SalzburgerLand wurde unter seiner Regentschaft die idyllisch gelegene Wallfahrtskirche Maria Kirchenthal errichtet.
  • Unter Fürsterzbischof Paris Lodron wurden die Loretokirche und das Kloster erbaut.

Rundgang „Hinter den Kirchentoren“: Barocke Pracht und kostbare Kunstschätze

Die hohe Dichte an Kirchen in Salzburg fällt ins Auge: Der prächtige Dom und die zahlreichen Kirchtürme verleihen Salzburg ihre unverkennbare Silhouette. Nicht von ungefähr bezeichnete Regisseur und Festspielgründer Max Reinhardt Salzburg schon vor hundert Jahren als die „vieltürmige Stadt“. Die Kirchen und Kapellen sind Teil des UNSCO-Weltkulturerbes und können bei freiem Eintritt besichtigt werden. Der Rundgang „Hinter den Kirchentoren“ führt in die Stiftskirche Nonnberg, in den Dom, in die Kollegienkirche, zur Dreifaltigkeitskirche, zu den Katakomben in St. Peter, in die Loretokirche und in die Franziskanerkirche, die auch Teil des „DomQuartier Salzburg“ ist. In Salzburg werden aber auch geführte Stadttouren mit Besichtigung von Gotteshäusern angeboten: Diese beherbergen einzigartige Kunstschätze, die Kennern sofort ins Auge fallen. So etwa die romanische Franziskanerkirche mit der barocken Westfassade. Um 1600 begann man mit deren ersten Barockisierung, die sich im 18. Jahrhundert fortsetzte. Mit dem barocken Hochaltar schuf Johann Bernhard Fischer von Erlach eines der feinfühligsten Werke des österreichischen Spätbarocks. Die Deckenfresken stammen von Johann Michael Rottmayr, einem der bedeutendsten Vollender der hochbarocken Monumentalmalerei italienischer Prägung.

Oder die Kollegienkirche: Sie gilt neben dem Dom als bedeutendster Kirchenbau in Salzburg und ist eines der Hauptwerke des Barockarchitekten Fischer von Erlach. Sie war Vorbild vieler spätbarocker Kirchen im süddeutschen Raum.

Mönchsberg beim Stieglkeller mit Blick auf den Dom zu Salzburg (c) Tourismus Salzburg GmbH, G.Breitegger

Mönchsberg mit Blick auf den Dom zu Salzburg (c) Tourismus Salzburg GmbH, G.Breitegger

Die göttliche Kraft der Musik in Salzburgs Kirchen

Doch Salzburg Erzbischöfe waren nicht nur Visionäre, wenn es darum ging, neue Kirchen zu errichten: Sie waren Feingeister und kunstsinnige Ästheten. Die Musik spielte am Salzburger Hofe eine bedeutende Rolle. W. A. Mozarts Vater Leopold war Vizekapellmeister und Mozart selbst war Hofkonzertmeister der Salzburger Hofkapelle. In Salzburg komponierte er zahlreiche Kirchensonaten und Messen. So ist anzunehmen, dass er seine Missa brevis in D-Dur (KV 194)  anlässlich des „Maria Plainer Jubiläumsfest“ im Jahr 1774 komponiert hat.

Auch Michael Haydn war in Salzburg als Hofkomponist tätig und gilt als wichtiger Wegbereiter der sakralen Musik: Haydn wurde als Nachfolger Mozarts 1782 als Organist an der Dreifaltigkeitskirche tätig und war zuletzt für die Dommusik zuständig. Seine Frau Maria Magdalena war Hofsingerin. 43 Jahre lang war Michael Haydn in Salzburg tätig, sein Grabmahl befindet sich in der Stiftskirche St. Peter.

Die Musik ist ein wesentlicher und wichtiger Bestandteil in der Kirchenstadt Salzburg:

  • Im Dom finden regelmäßig Orgelkonzerte statt und die Internationale Stiftung Mozarteum bietet kostenlose „Orgel zu Mittag“-Konzerte an.
  • Jeden Samstag wird in der Dreifaltigkeitskirche die Konzertreihe „Musica Sacra Trinitatis Salisburgensis“ abgehalten.
  • Jeweils von Juni bis Oktober findet in der Kirche St. Andrä die internationale Konzertreihe „Klangfarben der Orgel“ mit internationalen Künstlern unter der Leitung der Organistin Yvonne Dornhofer statt.
  • Seit 2012 stimmt die „Ouverture spirituelle“ in der ersten Woche der Salzburger Festspiele mit Sakralmusik auf die großen Opern und Konzerte mit den besten Orchestern der Welt ein. Zu den 18 Spielstätten der Salzburger Festspiele zählen unter anderem der Domplatz, die Stiftskirche St. Peter und die Kollegienkirche.
  • Die Veranstaltung „Salzburger Advent“ in der Kirche St. Andrä vereint jeweils in der Vorweihnachtszeit traditionelles alpenländisches Adventsingen mit echter Volksmusik, Barockmusik, stimmungsvoller Lyrik, Prosatexten und Theater.

Darüber hinaus eröffnet die Kirchenstadt Salzburg zahlreiche weitere Möglichkeiten:

  • Geführte Stadtführungen und Rundgänge wie etwa durch das „DomQuartier Salzburg“ oder das Archiv der Erzdiözese Salzburg, Dom & Krypta oder Kollegienkirche.
  • Ruhe und Stille finden bei Spaziergängen über Salzburgs Friedhöfen oder beim Pilgern auf dem Jakobsweg, dem Via Nova, dem St.-Rupert-Pilgerweg oder dem Arnoweg. Insgesamt gibt es neun Pilgerwege, die durch das SalzburgerLand führen.
  • Innere Einkehr und gut behütet schlafen in den religiösen Unterkünften wie etwa im Gästehaus des Priesterseminars oder im Johannes Schlössl, dem Gästehaus der Pallottiner.
Stift Nonnberg in Salzburg - im Hintergrund der Untersberg (c) Erzdiözese Salzburg / Josef Kral

Stift Nonnberg in Salzburg – im Hintergrund der Untersberg (c) Erzdiözese Salzburg / Josef Kral

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