Cecilia Bartoli stellt diesmal das Reisen in den Mittelpunkt der Festspiele. Ausgehend von Rossinis „Il viaggio a Reims“, in dem eine Reisegesellschaft ihr Ziel auf skurrile Weise verfehlt, erkundet das Programm Schiffsreisen, Entdeckungsreisen, Lebenswege – und Bartolis eigene künstlerische Reise. Die künstlerische Leiterin vereint musikalische Wiederentdeckungen mit neuen Perspektiven. „Reisen ist für Künstler Alltag, doch langsames Erleben ein Luxus. Für mich ist jede künstlerische Karriere eine Abenteuerreise voller Überraschungen“, so Bartoli. 2026 übernimmt sie erstmals die Rolle der Dichterin Corinna in Rossinis Oper, in einer ausgelassenen Inszenierung von Barrie Kosky und Gianluca Capuano, begleitet von Les Musiciens du Prince auf historischen Instrumenten.
Hier findet man alle Informationen zum Programm und den Tickets für die Salzburger Festspiele Pfingsten.
Zum Programm der Salzburger Festspiele
GIOACCHINO ROSSINI – IL VIAGGIO A REIMS
Gianluca Capuano · Barrie Kosky · Cecilia Bartoli u. a.
Choeur de l’Opéra de Monte-Carlo · Les Musiciens du Prince – Monaco
Zur Krönung von Karl X. in Reims strandet eine bunte Reisegesellschaft in einem Provinzhotel – Pech für sie, Glück für uns: Rossinis „Il viaggio a Reims“ bietet eine höchst unterhaltsame Parade aus Liebeleien, Eifersucht, Eitelkeiten und skurrilen Charakteren. Das 1825 komponierte Werk, Rossinis erste Oper für Paris und seine letzte in italienischer Sprache, spielt humorvoll mit nationalen Klischees und parodiert Opernkonventionen.
Regisseur Barrie Kosky beschreibt seine Neuinszenierung als „musikalischen Rausch“, inspiriert von der Feydeau’schen Farce: Komik, rasante Auftritte, Liebesverwicklungen und Slapstick treffen auf die virtuose Musik Rossinis. Die Oper kombiniert witzige Turbulenzen mit kantablen Passagen und verwandelt das Festspielpublikum in Zeugen einer Welt, die außer Kontrolle gerät – ausgelassen, verführerisch und höchst unterhaltsam.
DIE KLEINE MEERJUNGFRAU
Ballett von John Neumeier · Musik: Lera Auerbach · Ein Gastspiel des Hamburg Ballett · Wiener Symphoniker
John Neumeier verbindet in seiner Ballettfassung das Märchen von Hans Christian Andersen mit biografischen Anteilen des Dichters. Während einer Schiffsreise erinnert sich Andersen an die Hochzeit seines Jugendfreundes, und seine Tränen fließen in ein Meer aus Fantasie und Erinnerung. Die kleine Meerjungfrau erlebt die strenge Unterwasserwelt und das prunkvolle Leben an Land, erträgt unerfüllte Liebe zum Prinzen und findet am Ende Erlösung durch ihre eigene Stärke. Andersens Liebe schenkt ihr eine Seele – und Unsterblichkeit für beide, Figur und Schöpfer.
Oper & Marionettentheater – Claudio Monteverdi: IL RITORNO D’ULISSE IN PATRIA
Neuinszenierung · Gianluca Capuano · Vito Priante u. a. · Compagnia Marionettistica Carlo Colla & Figli · Les Musiciens du Prince – Monaco
Monteverdis Oper erzählt die letzte Etappe von Odysseus’ Heimkehr aus Troja: Dank Minerva trifft er seinen Sohn Telemachos wieder und kehrt als alter Bettler zum Palast zurück, um die Freier seiner Frau Penelope zu stellen. Mit seiner musikalischen Vielschichtigkeit erschafft Monteverdi einen farbenreichen Kosmos, den die Mailänder Marionettenkompanie Colla fantasievoll szenisch zum Leben erweckt.
Ciao, bella ciao
Operngala & Matinee – VOYAGE DE MA VIE / ÜBERS MEER
Cecilia Bartoli & Friends · Davide Livermore · Yvan Cassar · L’Arpeggiata · Christina Pluhar u. a.
Cecilia Bartoli lädt zu einer musikalischen Reise „übers Meer“ ein, inspiriert von Abenteuern und Schicksalsreisen vergangener Zeiten. Werke von Monteverdi, Cavalli, Schürmann, Ghizzolo, Pisador und traditionelle mexikanische Musik bilden einen vielfältigen musikalischen Kosmos, der die Faszination des Mittelmeers und die Erzählkraft seiner Legenden erkundet.
Die Pfingstfestspiele im Wandel der künstlerischen Leitung
Große Persönlichkeiten prägten seit der Gründung die Festspiele. Klarerweise sollte eine unabhängige Institution geschaffen werden, die sich in der Programmlinie auch klar von den Festspielen im Sommer und den Osterfestspielen abheben sollte:
Karajans Zeit: Zu Anfang war das Festival als Ergänzung zu den Osterfestspielen gedacht. Der Andrang auf das sechs Jahre zuvor begründete al“>Festival war groß und Herbert von Karajan und die Berliner Philharmoniker gestalteten fast ausschließlich das Programm auf höchstem Niveau
- Ab 1982: In der Folge wurden vermehrt andere Orchester und Dirigenten eingeladen. Das Werk Anton Bruckners stand bis zum Tod Karajans im Jahr 1989 im Vordergrund. Ab diesem einschneidenden Ereignis fehlte den Salzburger Pfingstfestspielen aber zunehmend die durchgängige Linie.
- Neustart 1997: Nachdem die Pfingstkonzerte 1997 in Baden-Baden ausgerichtet wurden, erfolgte ein Jahr später der Neustart. Thematisch widmete man sich nun – in klarer Abtrennung zu den anderen Institutionen – den Komponisten des Barocks.
- Riccardo Muti: 2007 sollten sich die Festspiele wiederum neu erfinden. Der Neapolitaner Muti sollte auch die Komponisten seiner Heimat in den Fokus rücken. Bis 2011 standen somit italienische Komponisten des 18. Jahrhunderts auf dem Programm.












