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Powder zum Frühstück

Ski’n’Brunch auf der Schmittenhöhe

In den Monaten Jänner und Februar haben Wintersportler in Zell am See-Kaprun an ausge-wählten Tagen die morgendlichen Pisten der Schmittenhöhe ganz für sich allein. Ski’n’Brunch nennt sich das exklusive Skivergnügen, das nicht nur Powder, sondern auch einen unvergessli-chen Sonnenaufgang auf 2.000 Meter Seehöhe und einzigartige Ausblicke auf das erwachende Zell am See-Kaprun und die Gipfel der Hohen Tauern verspricht. Nach mehr als zwei Stunden Abfahrtsspaß, in denen bis zu 6.000 Höhenmeter zurückgelegt werden, geht’s zum verdienten Frühstück in Blaickners Sonnalm oder auf die Schmiedhofalm.

Manchmal ist weniger mehr. Und dann grenzt das Vergnügen an wahren Luxus mit einem Hauch von Exklusivität. So in etwa hat Markus Papai von der Schmittenhöhebahn AG versucht, meine Lust auf Ski’n’Brunch zu schüren. „Stell dir vor, du hast den Berg ganz für dich allein. Es ist noch dämmrig, auf der Piste liegen zwanzig Zentimeter Neuschnee und du bist einer von dreißig Skifahrern auf der gesamten Schmittenhöhe“, hat er geschwärmt. „Und wenn du dann auf 2.000 Meter stehst und die Sonne zum ersten Mal über die Gipfel blinzelst, ist das ein Farbenspiel, an dem du dich kaum satt sehen kannst.“ Spätesten bei dieser Schilderung habe ich kapituliert und ihm zugestimmt mitzukommen. Immerhin war er als Bereichsleiter für Marketing, Kommunikation und Vertrieb bei der Schmittenhöhebahn maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des exklusiven Skivergnügens und zudem ist er regelmäßig dabei bei dieser Veranstaltung: Also muss er es wissen. Doch so ganz war ihm das „Vorfreude schüren“ doch nicht gelungen: Als ich dann bei frischen minus 13 Grad um 6.45 Uhr und in völliger Dunkelheit an der Talstation der Schmittenhöhebahn stand, hätte ich mir durchaus Angenehmeres vorstellen können. Na gut, ich gebe es zu: Ich bin eher eine Eule als eine Lerche. Das dynamische Aus-dem-Bett-springen liegt mir nicht unbedingt, schon gar nicht im Urlaub. Aber – so what! – ich hatte es geschafft und ich war da! Und sehr dankbar, dass ich hinter meiner verspiegelten Skibrille noch ein bisschen dösen konnte. Allerdings schien ich die einzige zu sein, die mit dem Gedanken spielte, ins warme Bett zurückzukehren. Alle anderen – und das waren immerhin 29 frühaufstehende und wintersportbegeisterte Frauen, Männer und sogar einige Jugendliche – wirkten völlig ausgeschlafen und konnten es kaum erwarten, dass sich die Türen der Porsche Design Gondel schlossen. „Wirst sehen, wenn du erst da oben stehst und die Piste ganz für dich allein hast, bist ganz schnell munter“, stieß mich ein Einheimischer verschwörerisch mit dem Ellbogen an. Er – ein Hotelier aus Zell am See-Kaprun – gönnt sich das Ski’n’Brunch, das in den Monaten Jänner und Februar jeden Donnerstagmorgen angeboten wird, mehrmals in der Saison als kleinen persönlichen Luxus. Ein begeisterter Wiederholungstäter also, der sich das Ski’n’Brunch-Bändchen routiniert über das Armgelenk strich.

Vor der offiziellen Liftöffnung rauf auf den Berg

In den zweieinhalb Stunden, die wir vor den offiziellen Liftöffnungszeiten auf der Schmittenhöhe skifuhren, legten wir zwischen 4.000 und 6.000 Höhenmeter zurück. Damit niemand über- oder unterfordert war, gab es drei Gruppen. „Die einen nehmen die Standardabfahrt, die anderen die schwarze Trass ins Tal. Die einen fahren etwas langsamer, die anderen schneller“, erläuterte Markus Papai.

Während dieser ersten Gondelfahrt erwachte sprichwörtlich der Tag und ich mit ihm: Was für ein Ausblick – und je höher wir schwebten, umso beeindruckender wurde er! Und was für eine Ruhe auf 2.000 Meter herrscht: Nichts, aber wirklich absolut nichts war zu hören. Nur ein Lüftchen ließ die lose oberste Schneeschicht tanzen. Und am Horizont zeichneten sich die weißen Flanken von Kitzsteinhorn, Hoher Tenn und Wiesbachhorn ab. Noch nie zuvor war ich zu so früher Stunde mit so wenigen Menschen auf einem tief verschneiten Berg gestanden. Was für ein Privileg!

© Schmittenhöhe, Early Bird auf der Piste

Zeller Tradition

Das Angebot von Ski’n’Brunch basiert auf einer Zeller Tradition. „Vor vielen Jahrzehnten hatte es sich eingebürgert, dass einige Einheimische noch vor der Pistenpräparierung mit der ersten Bahn auf die Schmittenhöhe gefahren sind, um eine Tiefschneeabfahrt zu genießen. Heute haben wir diese Tradition mit dem Angebot von Ski’n’Brunch offiziell gemacht und tatsächlich sind ein Fünftel unserer Teilnehmer Einheimische“, erklärte Markus. „Nachdem wir unseren Abfahrtsspaß beendet haben und um zirka 9.30 Uhr zum Frühstücken in der Hütte einkehren, werden die beiden Pisten – sozusagen nach uns – gesperrt und für den Tag präpariert.“ Der Pulverschnee, in dem wir mit einem Jauchzen unsere frühmorgendlichen Spuren hinterlassen haben, wird in eine perfekte Piste umgewandelt: Was für ein Aufwand und was für ein Geschenk der Schmittenhöhebahn an ihre Gäste! Ich bin beeindruckt und dankbar, dass sich so etwas überhaupt organisieren lässt.

„Uns ist die Exklusivität wichtig, aber auch die Nähe zu unseren Gästen. Bei Ski’n’Brunch kommt jeder mit jedem ins Gespräch. Es ist ein toller Austausch und für viele ein spannender Blick hinter die Kulissen der Schmittenhöhebahn“, sagte Markus, als wir nach der zweiten Auffahrt eine wärmende Tasse Tee tranken und dabei den Sonnenaufgang betrachteten. Halb acht war es mittlerweile und die Müdigkeit längst einer Glückseligkeit gewichen, die mir der Hotelier vorausgesagt hatte. Das pure Powder-Vergnügen auf den Pisten in Kombination mit einem traumhaft schönen Blick auf das erwachende Zell und den winterlichen See glich einem unbezahlbaren Luxus. Ein Sonnenaufgang, der alle Stücke spielte. Und eine Gruppe, die so schnell zusammengefunden hatte, wie ich es nur selten erlebt habe. Der perfekte Start in den Tag, der nur noch mit einem Frühstück gekrönt werden konnte.

Und nach dem Skifahren wird gebruncht

Dafür ging es an diesem Tag in Blaickners Sonnalm, an anderen Tagen wird auf der höher gelegenen Schmiedhofalm gefrühstückt. „Die zwei Almen könnten unterschiedlicher nicht sein“, sagte Markus. „Die eine urig, die andere super-modern. Das Frühstück ist auf beiden fabelhaft.“ In Sonny Blaickners Hütte durften wir unser Frühstück vor dem riesigen Kamin mit dem lodernden Holzfeuer einnehmen. Die Hütte scheint wie aus der Zeit gefallen: In den Fenstern blühen pinke Geranien, in die Holzbalken der Bar sind hunderte von Münzen genagelt, an den Wänden hängen Felle, Geweihe und Büchsen. Die „Herzerlstühle“ hat Sonny Blaickners Vater vor vielen Jahren selbst gezimmert und das Buffet strotzte vor feinsten Köstlichkeiten: hausgemachte Marmeladen, mariniertes Gemüse, Käse, Wurst, Brot und Semmeln vom heimischen Bäcker, Eier und ein Glas Prosecco zum Abschluss. Unser Hunger schien riesig und unstillbar. „Die Schmiedhofalm auf 1.720 Meter ist ganz neu gebaut und hat für ihre puristische Architektur mit Sichtbeton, heimischen Hölzern und offenem Giebel unter anderem Design-Preise in Deutschland und Amerika gewonnen. Auch hier gibt’s einen großen Kamin mit offenem Feuer und riesige Panoramafenster, die den Blick auf die Gipfel der Hohen Tauern freigeben“, schwärmte Markus. „Das solltest du dir auch unbedingt einmal ansehen.“ Ich winkte ab, ein buttriges Kipferl in der Hand: Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil ich längst überlegt hatte, wann ich mir schnellstmöglich wieder einen Donnerstag freinehmen könnte.

© Schmittenhöhe

Ski’n’Brunch auf der Schmittenhöhe im Winter 2020/21

  • 7. Jänner 2021 bis 25. Februar 2021, jeweils donnerstags
  • Im Jänner Treffpunkt um 7:00 Uhr an der Schmittenhöhebahn Talstation / Auffahrt 7:15 Uhr
    Im Februar Treffpunkt um 6:45 Uhr an der Schmittenhöhebahn Talstation / Auffahrt 7:00 Uhr
    Anschließendes Frühstück auf der Schmiedhofalm oder auf Blaickners Sonnalm um 9.30 Uhr.
  • Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt. Die Anmeldung ist bis zum Vortag um 12.00 Uhr im Infocenter der Schmittenöhebahn unter Tel. +43 (0) 6542/789-211 möglich.
  • Tickets: 49,90 Euro pro Person; ein gültiger Skipass ist Voraussetzung.
  • Terminreservierung und Online-Ticket-Buchung unter www.schmitten.at
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