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„Un“-Kräuter aus Wald, Wiese und Garten

Sie stören so manchen Freund des englischen Rasens – Gänseblümchen, Gundelrebe, Löwenzahn und Brennnessel. Doch so sehr sie das Bild des perfekten Rasens stören, so gesund, heilsam und köstlich sind die wilden „Un“-Kräuter, die in heimischen Gärten, Wiesen und im Wald wachsen.

Im SalzburgerLand wird das Wissen über die Kraft der Pflanzen von Generation zu Generation weitergegeben. Viele Kräuterkundige, Waldpädagogen und Experten der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEH) informieren in zahlreichen Workshops, Kursen, Führungen und Kochkursen über die Möglichkeiten, Gänseblümchen & Co. sinnvoll zu verwenden und zu nutzen. 

Löwenzahn

Der Löwenzahn ist eine der wohl bekanntesten Wildpflanzen. Im Frühling ziert er die Wiesen und Felder mit den wunderschönen gelben Blüten und versorgt die Salatteller der Salzburger mithilfe der jungen Blätter mit wertvollen Bitterstoffen. Diese regen den Stoffwechsel an und wirken sich positiv auf Leber und Galle aus. Aus den Blüten kann man einen herrlichen Sirup herstellen, der zu Gelee weiter eingekocht werden kann und köstlich auf dem Frühstücksbrot schmeckt. Sogar die Wurzel wird  verwendet – sie enthält den Ballaststoff Inulin, der unter anderem hilfreich für die Darmgesundheit ist. Die Wurzel wird im späten Herbst aus dem Boden gestochen, gewaschen und gesäubert und anschließend getrocknet. Die trockene Wurzel wird zu Pulver vermahlen und beispielsweise als Beigabe zu Kräutersalzen verwendet. 

Brennnessel

Die Haare macht sie schön, die Nägel stark und das Blut gesund – die Rede ist von der Brennnessel! Viele fürchten die Pflanze aufgrund ihrer Brennhaare, dabei gibt es einen einfachen Trick, wie man die Brennnessel in der Küche verwenden kann: Einfach die frische Pflanze ordentlich mit einem Nudelholz überrollen, so brechen die Haare ab und man kann die Brennnessel schmerzfrei anfassen! Von Kopf bis Fuß ist sie eine heilkräftige Pflanze. Ihre Blätter versorgen uns mit Eisen, Magnesium und Vitaminen, die Früchte im Sommer (auch „Nüsschen“ genannt“) gelten als Superfood aufgrund ihrer geballten Menge an wertvollen Inhaltsstoffen und sogar die Wurzel wird als Haartonikum verwendet. 

Gänseblümchen

Eine so genannte Vielstoffpflanze ist das Gänseblümchen. Es enthält Vitamine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe und Saponine. Aufgrund der Gerbstoffe, die zusammenziehend wirken, wird das Gänseblümchen auch als das „Arnika der Kinder“ genannt und wird für selbst gemachte Wund- und Heilsalben verwendet. Das Gänseblümchen kann man frisch im Salat genießen, man kann die Blütenköpfe für eine Teemischung trocknen oder sogar eine klärende Gesichtsmaske daraus herstellen. Bekannt im SalzburgerLand ist das Gänseblümchen auch als Wetterfrosch! Die Pflanze gilt als Wetterzeiger, da sie ihre Blüten bei schönem Wetter öffnet und bei Wetterumschwung schließt. So wissen die Salzburger immer, ob das Wetter schön bleibt! 

Gundelrebe

Selbst unter der Schneedecke sind die Blätter der Gundelrebe (auch Gundermann genannt) zu finden. Die Pflanze verbreitet sich hartnäckig in Gärten und Parks. Von April bis Juni blüht sie in wunderschönem Lila und zeigt stolz ihre Lippenblüten, die bei den Bienen besonders beliebt sind. Die Inhaltsstoffe, wie Gerbstoffe, ätherische Öle, Bitterstoffe und Saponine der Gundelrebe machen sie zu einer Pflanze mit schleimlösenden, heilenden und magenwirksamen Eigenschaften. Sie wird sowohl hauptsächlich frisch als Würzkraut verwendet – im Salat, als Gemüse oder als Brotaufstrich – aber auch konserviert, beispielsweise in Öl oder Alkohol. 

Spitzwegerich

Im SalzburgerLand gräbt man tiefe Löcher im Gemüsebeet, legt ein Glas mit Zucker und Kraut hinein, gräbt das Loch wieder zu und öffnet es erst Monate später wieder. Dies ist die traditionelle Herstellungsmethode des Spitzwegerich-Sirups, der als einer der besten Hustensäfte bekannt ist. Im Frühling werden die frischen Blätter des Spitzwegerich gesammelt, mit einem Messer zerkleinert und anschließend zusammen mit Zucker in ein Glas geschichtet. Dann gräbt man das Glas im Gemüsebeet ein und markiert die Stelle mit einem Holzsstück, um sie im Herbst wieder zu finden. Pünktlich zum ersten Husten haben sich die Inhaltsstoffe aus dem Spitzwegerich mithilfe des Zuckers heraus gelöst und verflüssigt. Die konstante Temperatur im Erdreich ist hierfür hilfreich! 

Noch mehr Informationen über die gesunden und wertvollen heimischen Pflanzen aus Garten, Wald und Wiese erfahren Sie von Salzburgs Kräuterkundigen und Waldexperten

Fotos: © Anke Eder Natürlich Hausgemacht

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