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Frühlingserwachen: Es rührt sich was in Wald und Hecke

Prall gefüllt schaukeln im Frühjahr die Blüten der Haselnuss-Sträucher im Wind. Blaue Leberblümchen und weiße Schneerosen recken ihr Köpfchen der Sonne entgegen. Ameisen krabbeln aus ihrem Bau und Amseln trällern ihr Frühlingslied. Ein Spaziergang in die Natur bläst die Frühlingsmüdigkeit fort.

Es summt im Haselstrauch. Sobald die Sonne warm genug scheint, sammeln Bienen erste Pollen und fliegen mit gelben „Höschen“ an den Beinen zurück in ihren Stock. Die männlichen Blütenstände oder „Würstchen“ der Hasel (Corylus avellana) baumeln von den feinen Zweigen im Wind. Nur wer genau hinsieht, entdeckt die weiblichen Blüten. Am selben Strauch leuchten ihre kleinen und feinen Narbenfäden rot. „Wie die Farbe der Liebe. So kann man sich das leichter merken“, sagt Biologe und TEH-Experte Willi Bedek.

Bei der Hasel sind die weiblichen und männlichen Blüten getrennt, aber auf einer Pflanze. So wie bei der Birke, der Hainbuche oder der Erle. Bei Blumen ist das anders. Sie vereinen in einer Blüte Männchen und Weibchen.

Pollen liefern Eiweiß

Sobald aus den Hasel-Blüten gelbe Staubwolken aufsteigen, beginnt die Ernte. Schnell ist eine Handvoll davon beisammen. Bedek: „Diese Würstchen haben eine Unmenge an Pollen. Eine geballte Ladung an eiweißreicher Substanz. Damit können wir unsere Nahrung bereichern.“

Daheim lässt Bedek seine Ernte auf einer Küchenrolle oder Backpapier trocknen. Danach mahlt der Tennengauer alles im Mörser oder in einer Küchenmaschine. Aus diesem „Mehl“ kann vieles gemacht werden. Bedek bereichert damit zum Beispiel sein Müsli und mischt es in das Weizenmehl. Aus der Mehlmischung bäckt er Kekse. Bedek: „Grundsätzlich kann man jedes Mehlrezept mit zerriebenen Haselnusswürstchen machen. Grundregel: ca. 1/3 Haselnusswürstchen, 2/3 Mehl.“

Hier ein Rezept:

Mürbteigkekse mit Haselnusspollen

Zutaten

  • 250 g Mehl (glatt)
  • 150 g Haselnusswürstchen, getrocknet, zerrieben (z.B. Thermomix, Mörser)
  • 280 g Butter
  • 100 g Staubzucker (fein gesiebt oder Feinkristallzucker)
  • Zitronenschale (frisch gerieben oder Zitronenschalenpulver)
  • 1 Dotter
  • 10 g Vanillezucker
  • 1 Prise Salz

Für den Mürbteig alle Zutaten in eine Schüssel oder auf eine Arbeitsfläche geben und mit den Händen zu einem Mürbteig zusammenkneten (nicht zu lange, Teig wird durch Handwärme brandig und verliert seine Bindung).
Vor dem Verarbeiten im Kühlschrank mit Klarsichtfolie abgedeckt 2 bis 3 Stunden rasten lassen.
Die Folie verhindert, dass der Teig andere Gerüche aus dem Kühlschrankumfeld annimmt.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Das Backrohr auf 170 °C vorheizen.
Die Arbeitsfläche mit wenig Mehl ausstauben und den Teig darauf ausrollen. Kekse mit beliebigen Ausstechern ausstechen und auf das Backblech legen.
Die Mürbteigkekse ca. 12 Minuten backen.

Staubenden Haseln folgen

Haseln stäuben nicht gleichzeitig. Bedek rät: „Am besten in die Natur gehen und beobachten. Wer möchte beginnt im Tal mit der Ernte und folgt den staubenden Haseln hinauf auf den Berg. Dadurch wird die Erntesaison deutlich verlängert.“ Während einer Wanderung im Wald oder entlang einer Hecke gibt es einiges zu entdecken: Zum Beispiel erste Brennnesseln, Bärlauch und Gänseblümchen. Bedek bereitet aus jungen Brennnesselblättern einen Kaltauszug zu: Einfach junge Blätter sammeln, waschen, in kaltes Wasser geben und über Nacht stehen lassen. Eine rötlich-grüne Flüssigkeit entsteht. Bedek: „Ein Kaltauszug löst in schonender Weise das Eiweiß, die Mineralien und Spurenelemente. Außerdem schmeckt dieses Getränk milder als ein Tee.“ Im kleinen Buch „Hausmittel zur innerer Reinigung. Kräuterporträts und Rezepturen“, erschienen im Servus Verlag, sind übrigens viele einfache Rezepte für Heilfasten, Frühjahrs- und Teekuren beschrieben. Die dazu nötigen Pflanzen können gesammelt oder in der Apotheke gekauft werden.

Amseln und Stare trällern ihr Lied

Entlang des Weges strecken Schneeglöckchen und Krokusse ihre Köpfe aus dem feuchten Boden, und so manche Tiere, wie der Igel, erwachen aus ihrem Winterschlaf. Ameisen krabbeln aus ihrem Nest und wärmen sich in der Sonne. Feuersalamander wandern zu ihren Laichplätzen. Bienen sammeln Pollen von den Haselstauden und erste Schmetterlinge gaukeln durch die Luft. Kohlmeisen, Stare, Amseln und Stieglitze zwitschern was ihre Kehlchen hergeben. „Am besten gefällt mir das Lied der Amsel“, sagt Willi Bedek. „Ihr Gesang ist für mich einer der schönsten.“

Fotos: Christine Fröschl, Naturschutzbund, Willi Bedek, Wikipedia

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