Regionen
Buchen
Sprache
DE

UCI Bike WM 2020 in Saalfelden Leogang

Schnee, Matsch und neue Helden

Zum zweiten Mal nach acht Jahren fanden die UCI Mountain Bike Downhill Weltmeisterschaften in Saalfelden Leogang statt. Neben den bereits seit Längerem angesetzten Wettkämpfen im Downhill, standen mit Cross Country und E-Mountainbike zwei weitere Disziplinen auf dem Programm, die aufgrund einer Absage aus dem deutschen Albstadt in den Pinzgau verpflanzt wurden. Aus der WM wurde innerhalb kürzester Zeit eine Dreifach-WM.  Fünf Tage voller Hoffnung, strahlender Sieger, Schnee und Matsch. Ein Zeichen, dass auch in schwierigen Zeiten große Dinge möglich sind.

2020 – Wir sind Dreifach-WM

2020, ein Jahr in dem kein Stein auf dem anderen blieb und in dem sich nur die behaupten konnten, die sich schnell an die neue Normalität anpassen konnten. Wie gut, dass man in Saalfelden Leogang ganz genau weiß, wie Bike-Großveranstaltungen funktionieren. Und auch wenn in diesem Jahr auf Fans und Zuseher gänzlich verzichtet werden musste, so war es dennoch eine Dreifach-WM, die weder die rund 700 Sportlerinnen und Sportler, noch die vielen Helfer und Funktionäre je vergessen werden. „Es war ein sehr langer Weg bis hierher und ich bin sehr stolz auf das Team. Wir können zufrieden auf eine erfolgreiche WM blicken“, so WM-Veranstalter Marco Pointner kurz nach der letzten Siegerehrung.

©moritz-ablinger.com

2012 – ein Rückblick

Auch 2012 war Biken schon ein großes Ding in Saalfelden Leogang. Jedoch nicht zu vergleichen mit der Dimension, die der Sport mittlerweile hier angenommen hat und die die Region im Pinzgau zu einem der Hot-Spots der internationalen Szene werden ließ. Damals säumten rund 12.000 Zuseher die spektakuläre Strecke am Asitz und jubelten die besten Fahrer der Welt über Wurzelteppiche, durch Steilkurven und Highspeed Passagen, bis hin zum Sieg. Eine Atmosphäre, die uns 2020 leider nicht zuteil werden konnte.

„Nach acht Jahren wieder eine WM austragen zu dürfen, bestätigt, dass wir nicht nur spannende Rennen durchführen und eine gute Infrastruktur bieten, sondern auch das gesamte Team perfekt zusammenarbeitet. Außerdem können wir auf einen großen Erfahrungsschatz als Veranstalter zurückgreifen und haben gezeigt, dass wir ein zuverlässiger Partner sind. Die Augen der internationalen Mountainbike-Szene werden mit der Downhill-WM wieder auf uns gerichtet sein. So können wir einmal mehr unseren Status als Bike-Destination unterstreichen“, freute sich Marco Pointner, Geschäftsführer der Saalfelden Leogang Touristik, bereits in der Vorbereitung auf das bevorstehende Großereignis in ’seiner‘ Region.

Schwierige Voraussetzung weltmeisterlich gelöst

Eines war von Beginn weg klar. Wenn es im Oktober 2020 Weltmeisterschaften geben sollte, dann nur unter allerstrengsten Sicherheitsauflagen, die dank eines umfassenden Covid-19-Präventionskonzept mehr als erfüllt wurden. „Diese Weltmeisterschaften waren eine organisatorische Meisterleistung. Das Team von Saalfelden Leogang hat eine großartige Sportveranstaltung geboten und die absolute Weltklasse des Mountainbikes wird sich noch lange an ein eindrucksvolles Event erinnern“, zeigte sich ÖRV-Präsident Harald J.Mayer von der perfekten Organisation angetan.

Von Seiten der UCI wurden die Bemühungen dahingehend belohnt, dass noch während der Wettkämpfe verkündet wurde, dass im kommenden Jahr der Downhill Weltcup durch Cross Country Weltcupbewerbe ergänzt werde. „Für uns war die Austragung dieser WM auch eine Investition in die Zukunft“, so Pointner weiter, der die fehlenden Zuschauer vor Ort mit einer umfassenden medialen Berichterstattung mehr als abfedern konnte. 37 TV- und Streaminganbieter aus 20 Ländern, darunter NBC, BBC, SRF, Eurosport, Rai, ZDF, ORF oder Fox Sports, konnten dank Host Broadcaster Red Bull TV die Wettkämpfe in die Welt hinaus übertragen.

©moritz-ablinger.com

Helden, Schlamm und Schnee – sportliche Höchstleistungen am laufenden Band

Sportlich gesehen waren die UCI-Weltmeisterschaften 2020 von Höchstleistungen, neuen Helden, Wetterkapriolen und einer ganz bitteren Enttäuschung geprägt. Doch alles der Reihe nach. Nach 13 Medaillenentscheidungen in drei Disziplinen standen nach 5 Wettkampftagen die Sieger fest. Die Athletinnen und Athleten aus Frankreich krönten sich mit 6xGold, 2xSilber und 4xBronze zur erfolgreichsten Nation. Mit etwas Respektabstand folgten Großbritannien (3|1|1) und Deutschland (1|1|0). In der Königsdisziplin, dem Downhill, krönten sich der Brite Reece Wilson und die Französin Lauryne Chappaz zu den  Champions. Überwältigt durften sie sich bei der Siegerehrung das heiß-begehrte Regenbogen-Trikot erstmals überziehen.

Freund und Leid so nahe zusammen

Aus österreichischer Sicht werden wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Downhill-Bewerbe zurückblicken. Die WM schien von Beginn weg nach Vorstellung von Lokalmatadorin Valentina ‚Vali‘ Höll zu laufen. In der Qualifikation verwies sie alle Konkurrentinnen auf beeindruckende Weise in die Schranken. Kaum jemand dachte noch daran, dass der Favoritin der Sieg noch zu nehmen sei. Doch unverhofft kommt oft und so schlug das Schicksal Sonntag Früh beim Einfahren gnadenlos zu. Auf dem von Schnee und Regen sehr weichen Track kam Vali zum Sturz. Dabei verletzte sie sich ihr Bein,  sodass an einen Start nicht zu denken war. Wir wünschen Vali an dieser Stelle alles Gute und baldige Rückkehr auf ihr Bike!

©Philip Platzer/Red Bull Content

©Philip Platzer/Red Bull Content

Mehr zu jubeln gab es bei einem anderen Österreicher. Mit einem wilden Ritt über Stock und Stein, Schnee, Matsch und über alle Kicker der Strecke katapultierte sich der Steirer David Trummer in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Rennen fast bis ganz an die Spitze. Damit sicherte er sich nicht nur das beste Ergebnis seiner Karriere. „Es wird einige Tage dauern, bis ich das realisiere. Ich hatte die ganze Woche über Probleme auf der Strecke. Und dann sind mir heute die schwierigen Bedingungen einfach entgegengekommen“, so ein sichtlich und hörbar überwältigter Trummer bei der Siegerehrung.

Eine genaue Zusammenfassung der sportlichen Ereignisse finden Sie im SalzburgerLand Magazin, die Ergebnisse aller Bewerbe auf der Website des Events.

©Stefan Voitl – David Trummer mit seiner Silbernen

2021 – Doppel-Weltcup in Saalfelden Leogang

Auch wenn die UCI-WM unter schwierigen Vorzeichen stand, werden wir uns noch lange an sie als ein Zeichen erinnern, was alles möglich ist, wenn man nur daran glaubt und inspirierte und motivierte Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen. Und so freuen wir uns bereits jetzt auf den ersten Doppel-Weltcup in Saalfelden Leogang, der vom 11. bis 13. Juni 2021 über die Bühne gehen wird.

Urlaubsland Österreich Feedback geben und besondere Urlaubserlebnisse gewinnen!