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Nächster Halt „Arktis“

Die „Kitzsteinhorn Explorer Tour“

Wer träumt nicht von einer Reise nach Spitzbergen oder bis an den Nordpol, wo nur noch Schnee und Eis die Landschaft beherrschen. Die „Kitzsteinhorn Explorer Tour“ ist eine familien-freundliche Exkursion und führt sinnbildlich genau dorthin. In wenigen Stunden geht es vom Tal bis auf über 3.000 Meter Seehöhe: Vier Klima- und Vegetationszonen werden durchquert. Ein Nationalpark-Ranger erläutert die Welt des winterlichen Hochgebirges, der Rest ist selbsterklä-rend schön. Einer der Höhepunkte der Tour ist die Gondelfahrt mit der 3K K-ONNECTION, einer der modernsten Seilbahnen der Alpen.

Nichts hatte mich auf diesen Moment – auf dieses Staunen – vorbereitet. Nicht einmal der so versierte Nationalpark-Ranger Werner Schuh: Er hatte uns zwar bei der Begrüßung an der Talstation erzählt, dass die Panoramafahrt mit der neuen 3K K-ONNECTION den Höhepunkt der heutigen Tour aufs Kitzsteinhorn darstellen würde. Aber wie – bitteschön – hätte er auch das in Worte fassen sollen, was die Natur uns jetzt zu Füßen legt? Gleißende, unberührte Schneefelder unter uns. Mitten in diesem Nirgendwo zwei Gämsen auf der Suche nach einem kargen Frühstück. Das winterliche Große Wiesbachhorn mit seinen dunklen Flanken direkt vor uns, darunter – im hintersten Kaprunertal – die markante Staumauer der Kapruner Hochgebirgsstauseen. Und als wäre das alles noch nicht genug, blickt nun auch noch der 3.798 Meter hohe Großglockner dem Kitzsteinhorn über die Schulter. Während ich wie gebannt den Blick schweifen lasse, nehme ich Werners Schilderungen nur noch leise als Subtext wahr – gerade so als säße ich in einem grandiosen Dokumentarfilm. Während der über vier Kilometer langen Gondelfahrt mit der 3K höre ich Wörter wie „Lawinenstriche“, „wildes Gelände“, „Raufußhühner“ und „Rettenzink“. „Dieser markiert die Grenze des Nationalparks Hohe Tauern und – Achtung, hier zwischen der zweiten und dritten Stütze der 3K – erreichen wir nun das winterkalte Klima der Taiga mit ihren Nadelwäldern, die am Fuße des Kitzsteinhorns eine wichtige Schutzfunktion übernehmen“, vollendet Werner gerade seinen Satz. Zum ersten Mal, seit wir die hochmoderne Panoramagondel betreten habe, löse ich den Blick von der überwältigenden Naturkulisse und sehe mich im Inneren um. Und schmunzle: Denn all meinen Mitreisenden scheint es ähnlich zu gehen wie mir. Ob jung oder alt – sie kleben sprichwörtlich an den Scheiben, machen ein Foto nach dem anderen und wirken völlig entrückt von dem, was sie da sehen.

Auf geht´s zur Kitzsteinhorn Explorer Tour

Werner Schuh kennt und liebt diese Reaktionen: Genau aus diesem Grund ist er Ranger geworden und deswegen hat er auch gemeinsam mit den Gletscherbahnen Kaprun die „Kitzsteinhorn Explorer Tour“ entwickelt, die sowohl im Sommer als auch im Winter angeboten wird. Gemeinsam mit ihm begeben sich interessierte Besucher auf eine ganz komfortable „Reise in die Arktis“. Gestartet wird in Kaprun auf 768 Meter Seehöhe: Von der gemäßigten Klimazone der alpinen Talböden mit ihren feuchten Aulandschaften geht es mit der MK Maiskogelbahn zum 1.570 Meter hoch gelegenen „Salzachblick“. Hier ist die Waldzone der Tundra erreicht: Dachs, Baum- und Steinmarder, Fuchs, Rotwild und Eichhörnchen haben in diesen Höhenlangen ihren Lebensraum, wobei viele Tiere Winterruhe halten. „Vom Salzachblick geht es mit der 3K dann zum Langwiedboden, wo wir während der Sommermonate die Murmeltiere beobachten können, die jetzt aber Winterschlaf halten“, erzählt Werner Schuh. „Auch die Moose und Flechten, alpinen Kräuter sowie Alpenrosen befinden sich jetzt unter einer meterhohen Schneedecke.“ Wir wagen dennoch eine kleine Wanderung abseits des Wintersporttrubels. Das Gletscherskigebiet am Kitzsteinhorn wurde bereits vor 55 Jahren eröffnet und war das erste seiner Art in Österreich.

© Kitzsteinhorn

Hinauf in die Arktis

Auf der weiteren Fahrt nach oben, die uns im übertragenen Sinn bis in die Arktis bringt, mischen wir uns unter Skifahrer und Snowboarder, die mit einem Schmunzeln die dunkelblauen „Kitzsteinhorn Explorer Tour“-Sticker auf unseren Daunenjacken betrachten. Wir sind bereits einige Stunden unterwegs und das aus gutem Grund. Immerhin überwinden wir über 2.260 Höhenmeter: Würde man diese Strecke zu Fuß zurücklegen, wären erfahrene Alpinisten zumindest sieben bis acht Stunden unterwegs. Im Winter noch länger. Der langsame Aufstieg ermöglicht unserem Körper die notwendige Akklimatisation. Die vierte und letzte Gondelfahrt führt ausschließlich über uraltes Gletschereis: Das Schmiedingerkees ist gut einen Quadratkilometer groß, sein Eis bis zu vierzig Meter dick. Doch ähnlich wie in der Arktis hat sich der Klimawandel auch am Kitzsteinhorn bereits mit tiefen Spuren eingegraben. Jährlich knabbern die hohen Temperaturen rund einen Meter des Gletschers weg. Wenn wir in ein bis zwei Jahrzehnten wiederkommen, werden an vielen Stellen nur noch Felsplatten anstelle von Gletschereis in der Sonne glänzen. Bei all der Schönheit machen diese Veränderungen auch nachdenklich. Die Fragilität der Natur wird uns vor Augen geführt, ebenso wie ihre entrückende Schönheit. Erhalten möchte man das alles! Erhalten für nachfolgende Generationen! Ganz wird uns das nicht mehr gelingen, aber Nationalpark-Ranger wie Werner Schuh wissen, dass gerade solche Exkursionen in die Natur auch das Bewusstsein der Menschen verändern.

Top of Salzburg

Und so ist es fast ein ehrfürchtiges Gefühl, das mich – angelangt auf 3.029 Meter – auf der Aussichtsplattform „Topf of Salzburg“ ergreift: Was für eine Weite und welche Schönheit sich hier in den Farben weiß und blau auftut. Bis zum Horizont reihen sich die Dreitausender aneinander: Es ist eine Welt, die faszinierend ist, aber auch unwirtlich erscheint. Hier oben merkt der Mensch schnell, dass er nur zu Gast ist. Wenige Lebewesen sind hier oben zuhause. Allein Schneemaus und Schneehuhn trotzen den eisigen Temperaturen und den harschen Winden und warten darauf, dass im Sommer wieder Steinbrech und Gletscher-Hahnenfuß erblühen. Wir aber stärken uns in Salzburgs höchst gelegenem Restaurant und freuen uns auf die anschließende „Nationalpark Gallery Tour“ mit Werner in der „Gipfelwelt 3000“. Wenn wir schon einmal in der Arktis sind, wollen wir so schnell nicht wieder weg. Wer weiß, wann uns das nächste Mal die Entdeckerlust packt. Wobei: Bei all dem Schönen hier heroben, könnte das schneller passieren als geplant.

© Kitzsteinhorn – Top of Salzburg

Termine im Winter 2020/21

„Kitzsteinhorn Explorer Tour“ von Kaprun zu „Top of Salzburg“ am Kitzsteinhorn

  • Die Tour wird von 27. Dezember 2020 bis 11 April 2021 jeden Sonntag und Dienstag angeboten.
  • Startpunkt: 10 Uhr an der Talstation der MK Maiskogelbahn / Kaprun Center
  • Endpunkt: ca. 12.30 Uhr auf „Top of Salzburg“ am Kitzsteinhorn
  • Tickets: 9 Euro pro Person (Kinder ab Jahrgang 2015 frei); ein gültiger Skipass ist Voraussetzung.
  • Die Tour dauert gut 3,5 Stunden und inkludiert die Berg- und Talfahrten sowie kleinere Wanderungen in Begleitung eines Nationalpark-Rangers. Die Tour ist für Familien geeignet.
  • Teilnahme gegen Voranmeldung unter www.kitzsteinhorn.at

 

„Nationalpark Gallery Tour“ in „Top of Salzburg“ am Kitzsteinhorn

  • Von 27.12.2020 bis 11.04.2021 jeden Sonntag und Dienstag
  • Startpunkt: 13 Uhr an der Nationalpark Gallery in „Top of Salzburg“ am Kitzsteinhorn
  • Teilnahme ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich und die ideale Ergänzung zur „Kitzsteinhorn Explorer Tour“.
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