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Die Liechtensteinklamm

Wo Wasser und Fels sich treffen

Wasser, das sich ohne Zögern in die Tiefe stürzt, Felsformationen, die steil und schroff abfallen, und eine Schlucht, vom Teufel höchstpersönlich geformt. 300 Meter ist sie tief und zählt zu den tiefsten und auch längsten in den Alpen. Die Liechtensteinklamm in St. Johann im Pongau geizt nicht mit Superlativen, doch vor allem ist sie eins: nämlich wunderschön und über alle Maßen imposant! Egal ob mit Familie, zu zweit, oder auch alleine. Jeder Besuch in dieser Wunderwelt des Wassers wird einen verzaubern und immer wieder an diesen Ort zurückkommen lassen. Garantiert.

Ich liebe ja Wasser mit seinen vielen Gesichtern. Mal ist es still, manchmal prickelnd, und hin und wieder zeigt es sich in seiner wilden, unbändigen Kraft und Schönheit. Solche Plätze haben es mir dann besonders angetan. Eine der längsten und tiefsten Schluchten der Alpen ist die Liechtensteinklamm unweit der Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau. Bis zu 300 Meter tief ist die Schlucht, die sich das Wasser hier im Laufe von Millionen von Jahren in den Felsen geschnitten hat. Die Welt, die sich den Besuchern dort eröffnet, kann man ohne Übertreibung als magisch bezeichnen. Höchste Zeit also, dass ich dieser Naturschönheit einmal einen Besuch abstatte.

Kurz nach St. Johann verlasse ich also die Bundesstraße B311 und fahre ein paar Kilometer bergauf, bis zu einem großen Parkplatz, an dem ich mein Auto abstelle. Schnell noch rein in die Wanderschuhe, eine leichte Jacke angezogen (auch im Sommer ist es in der Klamm kühl), und schon steht meiner ersten ‚Expedition’ durch die Klamm nichts mehr im Wege. Am Weg zum Eingang kommt mir die Sage in den Sinn, wie denn dieses Naturschauspiel entstanden sein soll. Dieser Geschichte zufolge wollte der Teufel schnellstmöglich Wasser nach Großarl bringen, was ihm aber trotz großer Bemühungen nicht gelang. Zornentbrannt über das eigene Versagen, überflog er die Schlucht und schleuderte mit großer Wucht das Wasser in sie hinein. Gott sei Dank, kann man an dieser Stelle nur sagen, denn sonst würden nicht viele Tausende von Menschen jedes Jahr die Klamm besuchen und sich durch die Bank schwer begeistert von ihr zeigen.

Tosendes Wasser, wohin man blickt

Aufwärmen und langsames Loslegen ist wohl nicht unbedingt Sache der Liechtensteinklamm. Bereits am Eingang hört man lautes Tosen aus der Schlucht heraus und ehe man es sich versieht, befindet man sich mittendrin in einer Wunderwelt aus Wasserfällen, aufragenden Felstürmen, steilen Klippen und, wie könnte es anders sein, jeder Menge laut tosenden Wassers. Überall gibt es Dinge zu sehen, eine Stelle ist schöner als die vorige, und so mache ich bereits auf den ersten Metern unzählige Fotos, kurze Videos und kann mich einfach nicht sattsehen. Was für ein Spektakel der Natur und was für ein Segen, dass man dieses auch ohne große Anstrengungen und alpine Ausrüstung zu sehen bekommt. Zu verdanken haben wir das einigen Mitgliedern des Pongauer Alpenvereins und dem Baumeister Alois Larcher aus Grins-Pians bei Landeck. Mehrere Anläufe brauchten sie, um die ersten Steganlagen hier hereinzubauen. Meistens fehlte schlicht und ergreifend das Geld. In ihrer Not wandten sie sich an Fürst Johann II. von Liechtenstein, der im nahen Großarl eine Jagd betrieb und allgemein als Liebhaber der Natur und der Menschen im SalzburgerLand galt. Spontan erklärte er sich bereit, die fehlenden Mittel zur Verfügung zu stellen, und so konnte das anspruchsvolle Projekt 1876 fertig gestellt werden. Bereits im ersten Jahr, so steht es in der Chronik geschrieben, konnten 12.000 Besucher verzeichnet werden. Als Dank an den edlen Spender trägt sie noch heute den Namen ‚Liechtensteinklamm’.

Ein Naturphänomen allergrösster Schönheit

Das Toben und Tosen unter mir reißt mich wieder abrupt aus meinen Gedanken. Ich stehe auf einer der vielen Brücken, weit unter mir fällt das Wasser in die Tiefe und der bloße Gedanke daran, meinen sicheren Standplatz aufgeben zu müssen, lässt mich frösteln. Völlig unbegründet, wie mir ein freundlicher Herr im Besucherzentrum später erzählt. Auf dem Weg durch die Klamm, so wie er heute zu begehen ist, besteht für Besucher nicht die geringste Gefahr und sie können sich dem Naturschauspiel voll und ganz widmen. Langsam führt mich der Weg weiter nach oben, immer wieder quert der Weg die Schlucht, führt über steile Treppen und schließlich sogar durch farbig-beleuchtete Tunnels. Am Ende des Weges, als hätte sich die Natur das Beste für ganz zum Schluss aufgehoben, öffnet sich die Schlucht noch einmal leicht und gibt den Blick auf einen Wasserfall frei, der filmreif über die Felsen stürzt. Was für ein Anblick!

Zurück geht es über denselben Weg, doch die veränderte Perspektive gibt noch einmal ganz andere, neue Einblicke auf die Klamm, das Wasser und die Felsen frei. Nach ca. 1,5 Stunden erreiche ich dann wieder den Eingang zur Klamm. Fast ein bisschen traurig, dass es denn schon vorbei ist, bewundere ich die tollen Bilder im Besucherzentrum und schaue mich noch ein bisschen durch die Souvenirs. Wunderbar! Mein nächster Besuch hier in der Klamm ist schon wieder fixiert.

Die Liechtensteinklamm

Geöffnet: Aufgrund eines massiven Felssturzes bleibt die Liechtensteinklamm voraussichtlich für die gesamte Saison 2017 GESCHLOSSEN. Wir informieren Sie, sobald die Klamm wieder zugänglich ist.
Ausrüstung: festes Schuhwerk und evtl. Regenschutz
Gastronomie: Gasthaus Klamm Fürst und Gasthaus Ebersteiner direkt am Eingang der Liechtensteinklamm
www.liechtensteinklamm.at

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