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Wertvolle Kraft der Knospen im Frühling

Im Frühling erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Bäume und Sträucher haben bereits im Herbst die Basis für den Neubeginn im Frühling gelegt. Sie haben Knospen gebildet und darin alle Informationen gesammelt, die sie für den Austrieb im Frühling benötigen.

„Meristemgewebe“ nennt man dieses embryonale Gewebe, in dem die gesamte Kraft der Pflanze enthalten ist. Im SalzburgerLand ist die Heilwirkung dieser Knospen bekannt und wird vielseitig verwendet. Junge Knospen können beispielsweise frisch zerkleinert als Beigabe im Salat dienen, sie können direkt vom Strauch „genascht“ oder konserviert werden. Eine Konservierungsmethode stellen wir vor – Konservierung mit Alkohol, Glycerin und Wasser! 

Bei einer Wanderung Knospen naschen

Bei Spaziergängen im Winter und im zeitigen Frühling, zupft unsere Redakteurin Christine Fröschl da und dort eine Ahorn-, Linden- oder Apfelknospe vom Baum und verspeist sie. In der TEH (Traditionell europäischen Heilkunde) werden die Heilkräfte der Knospen genützt. Diese bereichern die Frühjahrskost mit Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Ohne Blätter und Blüten wirken die Äste kahl. Ihre oft unscheinbaren Knospen fallen in der kalten Jahreszeit kaum auf. Dabei sind sie wahre Kraftpakete, denn Knospen enthalten alles was ein frischer Trieb samt seinen Blättern und seinen Blüten für ihre Entfaltung brauchen. Doch Vorsicht! Nicht alle Knospen sind bekömmlich. Daher nur Knospen von bekannten Bäumen oder Sträuchern sammeln. Unter anderen ist der Seidelbast (Daphne mezereum) giftig. Seine Knospen  verursachen, Übelkeit, Erbrechen und Herz-Kreislauf-Störungen.  

Knospen der Johannisbeere: In der Phytotherapie gelten die Knospen der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) als natürliches Kortison.

Redakteurin Christine Fröschl:
Ich sammle Knospen nur um die Mittagszeit bei Schönwetter. Wenn ich sie bei einem meiner Spaziergänge vom Baum nasche, reicht schon eine Knospe, denn die Kraft, die in ihr steckt, ist immens. Wer Knospen nicht selbst sammeln möchte, kann sie über Apotheken beziehen.

(Quelle: Fräulein Grün, Miriam Wiegele)

Wertvolle Knospen

Die Heilwirkung der Knospen ist schon lange bekannt. So beschrieb der belgische Arzt Henry Pol im vorigen Jahrhundert die Kräfte der Knospen. Ihre Anwendung wurde in der Pflanzenmedizin später als Gemmotherapie bezeichnet. Gemmo ist der wissenschaftliche Name für Knospe. Pols Therapie wurde vor rund 50 Jahren in das französische Arzneibuch aufgenommen. Warum sind Knospen so wertvoll? Man kann es sich so vorstellen – in der Knospe hat die Pflanze das gesamte Grundmaterial gesammelt, um weiterleben zu können. Das so genannte „Embryonalgewebe“ aktiviert im Menschen die Selbstheilungskräfte, fördert Stoffwechselprozesse und verbessert die Zellkommunikation. Knospen wirken vitalisierend und belebend, Eigenschaften die uns Menschen gerade im Frühling zu gute kommt! Jeder Pflanze werden andere spezifische Wirkungen zugeschrieben. Beispielsweise werden die Knospen der schwarze Johannisbeere als natürliches Kortison bezeichnet, da sie entzündungshemmend und Fehlsteuerungen im Organismus entgegen wirken. Bekannt ist die schwarze Johannisbeere darum als natürliches Mittel bei Allergien. Die Knospen der Haselnuss werden bei Bronchitis und Atemwegsbeschwerden, der Brombeere für die Stärkung der Knochen und des Sandorns zur Stärkung des Immunsystems verwendet. Weitere Tipps und Informationen zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten der Knospen finden Sie im Buch von Expertin Gabriela Nedoma „Knospen  und die lebendigen Kräfte der Bäume“ (Freya Verlag).  

Knospen sammeln

Wichtig bei der Sammlung von Knospen ist, nur von denjenigen Pflanzen zu sammeln, die man kennt und die nicht giftig sind. Die Knospen können geschlossen und leicht geöffnet sein. Man nimmt nur sehr wenige Knospen einer Pflanze, um ihr nicht zu schaden. Außerdem sind die einzelnen Knospen so intensiv an Kraft und Energie, sodass ein paar wenige ausreichend sind. Praktisch ist, wenn Sie zeitgleich mit dem traditionellen Frühjahrsschnitt der Bäume und Sträucher, die Knospen sammeln! Von den abgeschnittenen Ästen können Sie die frischen Knospen verwenden und für die Konservierung verwenden. 

Das Knospen-Mazerat ist nach ca. 3 Wochen fertig.

Anleitung: Knospen-Mazerat selbst gemacht

SalzburgerLand Redakteurin Anke Eder hat für uns ein Mazerat aus Knospen hergestellt. Ein Mazerat ist ein Kräuter- bzw. Knospen-Auszug, den man mit verschiedenen Flüssigkeiten herstellen kann. Beispielsweise mit Öl, Alkohol oder auch die Kombination aus Glycerin, Alkohol und destilliertem Wasser. 

Zutaten: 
frische Knospen (wenig!)
Bio-Glycerin (aus der Apotheke)
Alkohol (40 %)
destilliertes Wasser

benötigte Materialien: 
Messer
Schneidebrett
Gläser mit Deckel

Zubereitung: 

  1. Alle Utensilien und Gläser werden mit Alkohol desinfiziert. Dafür eignet sich eine Sprühflasche, die mit Alkohol gefüllt ist.
  2. Die Knospen werden fein zerkleinert und nach Art der Pflanze in Gläser eingefüllt. 
  3. Die Gläser werden nun mit jeweils 3 Teile Wasser, 3 Teile Glycerin und 3 Teile Alkohol aufgefüllt. Die Gläser werden verschlossen. 
  4. Rund 14 – 21 Tage lang lässt man die Gläser, verschlossen und im Dunkeln, stehen. Immer wieder schütteln ist wichtig, damit sich die Inhaltsstoffe gut lösen können. 
  5. Nach dieser Zeit wird das Extrakt gefiltert (ein Teefilter eignet sich besonders gut) und in dunkle Sprühflaschen abgefüllt. Sprühflaschen eignen sich deshalb gut, da man das fertige Knospenmazerat direkt in den Mund sprühen kann. 

Haltbarkeit des fertigen Mazerats: ca. 1 – 2 Jahre
Anwendung: Bei Bedarf 3 – 4 mal mit der Sprühflasche direkt in den Mund sprühen. 

Fotos

© Christine Fröschl – Knospen der Bäume

© Anke Eder (Natürlich Hausgemacht) – Mazerat

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