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Weitwandern am Gastein Trail

Was gibt es Schöneres, als das Weitwandern? Nur zu gut also, dass es im SalzburgerLand jede Menge Möglichkeiten gibt, um dem Alltag einmal Lebewohl zu sagen, sich die Wanderschuhe zuzubinden und in die Berge oder den Wald aufzubrechen. Einer von den ganz besonderen Wegen ist der neue Gastein Trail. Auf ihm kann man das Gasteinertal auf sechs Tagesetappen kennen lernen, dabei ganz neue Perspektiven entdecken und nebenbei Körper, Seele und Geist etwas Gutes tut.

Weitwandern ist voll im Trend. Immer mehr Menschen finden großen Gefallen daran, den eigenen vier Wände, Hotelzimmern und auch den Campingplätzen dieser Welt den Rücken zuzukehren, sein Notwendigstes in einen Rucksack zu stopfen und loszumarschieren. Auf unbekannten Pfaden wandern…

Das Gasteinertal ist seit Jahrhunderten Sehnsuchtsort vieler Menschen. Drei Orte, Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein, idyllisch in den Bergen gelegen, in denen man sich einfach wohlfühlen und sich zurückziehen kann. Um (Winter)Sport zu betreiben, im heilenden Thermalwasser Linderung von Krankheit und Schmerzen zu erfahren, oder um ein paar schöne Tage oder Wochen in dieser herrlichen Gegen zu verbringen. Der neue Gastein Trail verbindet die drei Orte über sanfte Wiesenwege, imposante Gipfelsteige und aussichtsreiche Almpfade. In sechs Tagesetappen führt er vom Norden in den Süden. Von Dorfgastein bis nach Sportgastein. Und schließlich über Bad Gastein wieder zurück nach Bad Hofgastein. 75 Kilometer und 4.643 Höhenmeter gilt es dabei zu bewältigen. Von den atemberaubenden Augenblicken, den wunderbaren Panoramen und den schönen Almen ganz zu schweigen.

Etappe 1

Zeitig in der Früh sollte man am ersten Tag des Abenteuers ‚Gastein Trail‘ in Dorfgastein losmarschieren. Denn schließlich liegen 16,4 Kilometer über weite Almen und in unmittelbarer Nähe einiger wilden Gipfel vor einem. Doch bevor man seine Wanderschuhe richtig fest zubindet, geht es zuerst einmal mit dem Ruftaxi vom Zentrum zum Wanderstartplatz Unterberg. Dann wird es aber wirklich ernst. Schritt für Schritt wandert man der Amoser Alm entgegen, passiert dabei unzählige Tore und gewöhnt sich ans Gehen. Je weiter man das Tal hinter sich lässt, desto mehr fällt auch der Alltag von einem ab. Von der einen Alm geht’s dann weiter zur Nächsten, der Stoffalm und schließlich hinauf zum ältesten Übergang des Gasteinertals bei der Drei Waller Kapelle auf 1.425 Metern. Ein uralter Kraftplatz und Wahlfahrtsort. Dort liegt die steilste Stelle des ersten Tages dann auch schon wieder hinter einem. Auch wenn die Uhr vielleicht schon zum Weiterwandern mahnt, sollte man den Ausblick von hier oben unbedingt genießen.

Später dann, auf rund 1.800 Höhenmetern, beginnt eine unvergessliche Höhenwanderung. Über sanfte Bergrücken und durch idyllische Bergurwälder marschiert man mit Blick auf den markanten Gipfel des Bernkogel der ersten Übernachtungsmöglichkeit auf der Heinreich Alm entgegen.

Unser Tipp: Wer nach dieser ersten Etappe noch, oder vielleicht am Abend, schon wieder Kraft in den Beinen verspürt, der sollte den 30-minütigen Gipfelsturm auf den Tagkopf in Angriff nehmen und über den Dingen den Sonnenuntergang genießen.

Dauer                         6 Stunden
Weg                            16,4 km
Schwierigkeit            Mittel

Etappe 2

Nach einer ersten Nacht in den Bergen wacht man frühmorgens in abgeschiedenen Kessellandschaft um die Heinreich Alm auf. Doch viel Zeit bleibt nicht, sich hier oben umzusehen. Schließlich stehen rund 10 Kilometer und 580 Höhenmeter auf der To-Do-Liste des heutigen Tages. Zuerst führt der Weg hinauf zur hübschen Heinreich-Kapelle, vorbei an der urigen Kokaseralm bis hin zu bewirtschafteten Präau Hochalm.

Unser Tipp: Auf diesem Abschnitt müssen sehr viele Bäche überquert werden, weshalb wasserdichte Schuhe zur unverzichtbaren Ausrüstung gehören. Danach hat man auf einem sehr stillen, fast ebenen Abschnitt auf der Fortstraße ausreichend Zeit um in sich zu gehen, bevor man auch schon wieder die nächsten Almen erreicht. 

Über die Gröbneralm und die Walchalm führt der Weg vorbei an grasenden Kuhherden stetig bergauf. Bis plötzlich auf einem Bergrücken der erste Blick auf Bad Hofgastein und Bad Gastein auftaucht. Ein erhebender Moment, vor allem mit dem Wissen, dass man in den nächsten Tag diesen Orten und der umliegenden Bergwelt zu Fuß einen Besuch abstatten wird. Viel näher, aber trotzdem noch einen Abendspaziergang weit entfernt: die Biberalm, das Etappenziel.

Dauer                         5 Stunden
Weg                            10,1 km
Schwierigkeit            Mittel

Etappe 3

Kaum ein Ort im Gasteinertal eignet sich so gut um den Sonnenaufgang in all seiner Pracht zu erleben, wie die Biberalm. Über einen alten Weg führt der erste Teil der dritten Etappe in einen einsamen Taleinschnitt. Hytongasteig nennt sich dieser Weg durch das Dickicht des Waldes. Uralte Bäume, Pilze, seltene Moose – hier gibt es viel zu entdecken, hinsehen lohnt sich. Und dann die Luft – ein Wahnsinn! Lichtet sich schließlich der Walt wieder, dann sind die Almen nicht mehr weit. Fundner Heimalm und Neudegg Alm – ideale Orte um kurz Rast zu machen und seinen Füßen etwas Ruhe zu gönnen.

Das Rauschen des Leidalmbaches und der Schatten eines Mischwaldes begleiten nun ein Stück weit den Gastein Trail. Dann geht es hinauf zur kleinen Scharte und der breite Weg von vorhin wird Schritt für Schritt zu einem schmalen Pfad. Plateau zu Plateau geht es nun der Schlossalm, dem Hausberg der Hofgasteiner entgegen.

Unser Tipp: Auch wenn der Aufstieg zum Gipfel der Hirschkarspitze nicht zwingend notwendig ist, sollte man ihn allein schon der Aussicht auf das ganze Gasteinertal wegen unbedingt in Angriff nehmen. Kurz darauf ist mit dem Hofgasteiner Haus das ersehnte Etappenziel erreicht und einem gemütlichen Abend am Berg steht nichts mehr im Weg.

Dauer                         4 Stunden
Weg                            6,5 km
Schwierigkeit            Mittel

Etappe 4

An Tag 4 wartet eine eher schwere Etappe auf die Wanderer am Gastein Trail. Nachdem man die Schlossalm hinter sich gelassen hat, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit am Hermann-Kreilinger-Steig unerlässlich. Doch ist der Weg auch noch so schwer, am Ende warten wieder bewirtschaftete Almen und locken die müden Glieder mit duftendem Speck, selbstgemachter Butter, Bauernbrot und Almkäse. Über saftige Bergwiesen geht es der Gadaunerer Hochalmen mit ihrer imposanten Aussicht entgegen. Der Abstieg in Richtung Angertal führt durch dichte Fichtenwälder – besonders an heißen Tagen eine willkommene Abkühlung. Unten im Tal angekommen, steht auch schon das Shuttel hinaus nach Bad Hofgastein bereit, wo man die kommende Nacht verbringen wird.

Dauer                         5 Stunden
Weg                            11,5 km
Schwierigkeit            Schwer

Etappe 5

An Tag 5 wartet die Königsetappe  auf die Wanderer: Auf den Spuren der alten Goldgräber vom Angertal nach Sportgastein. Zeitiges Aufbrechen ist heute besonders wichtig, liegen doch gut 7,5 Stunden Marsch vor einem. Bereits im Angertal erzählen viele Stellen aus der abenteuerlichen Vergangenheit des hiesigen Goldabbaus. Der Anstieg auf den Stubnerkogel beginnt in einem dichten Bergurwald, der sich zum Gipfel hin immer mehr lichtet. Der beliebteste Aussichtsberg in der Region ist beinahe ganzjährig auch mit der Bergbahn erreichbar – und bietet an klaren Tagen einen freien Blick auf den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner.

Unser Tipp: Unbedingt über die Hängebrücke gehen und zitternde Beine und ein bisschen Bammeln ruhig in Kauf nehmen. Weiter auf den Zittrauer Tisch ist Vorsicht geboten, gehört der Pfad doch sicherlich zu den schweren und ausgesetzten auf dem Trail. Dafür wird man aber auch mit einem 360-Grad-Panorama über das ganze Tal belohnt. Über die Miesbachscharte erreicht man später die Bockhartseen und schließlich Sportgastein.

Dauer                         7,5 Stunden
Weg                            17 km
Schwierigkeit            Schwer

Etappe 6

Ganz anders und trotzdem wunderschön präsentiert sich die sechste und letzte Etappe des Gastein Trails. Beginnend in Sportgastein, wandert man von hier wieder zurück in die Zivilisation des Tals. Entlang des Zwei-Farben-Flusses geht es vorbei an Speicherkavernen zum Kraftwerk Nassfeld. Von dort führt die alte Nassfeldstraße, einst eine wichtige Verbindung für Handel und Bergbau, in Richtung Böckstein. Über die Russen Brücke – benannt nach den russischen Kriegsgefangenen, von denen sie errichtet wurde – geht es weiter zu den bewirtschafteten Astenalmen, die zu den ältesten des Gasteinertales gehören. Nachdem der weltberühmte Heilstollen hinter einem liegt, erreicht man die Planstadt Böckstein. Was einst eine florierende (Bergbau)Stadt hätte werden sollen, ist heute ein interessantes Freilichtmuseum.

Wunderschöne Belle-Époche-Häuser, der rauschende Wasserfall und ein Flair aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erwarten einen in Bad Gastein. Über die Kaiser Wilhelm Promenade wandert man weiter ins Kötschachtal und last but not least über den Panoramaweg und vorbei an urigen Bergbauernhöfen, romantischen Wäldern und über Gadauner Schlucht mit ihrem Wasserfall zum Ziel des Gastein Trails – Bad Hofgastein.

Dauer                         6 Stunden
Weg                            19,6 km
Schwierigkeit            Mittel

©alle Bilder: Peter Zeitlhofer

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