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Unverblümtes Blumenwissen – der Almblumenweg Postalm

Der Biologe Hans Burgstaller scheute bereits in seiner aktiven Zeit als Gymnasiallehrer keine Mühen, wenn es um die Vermittlung der Besonderheiten in der Natur ging. In Zusammenarbeit mit einem Kollegen und engagierten Schülern entstand ein besonders lebendiges Projekt: Der Almblumenweg auf der Postalm.

Die Gruppe der botanisch interessierten Wanderer versammelt sich am Parkplatz des Lienbachhof auf der Postalm

Punkt elf Uhr versammelt sich am Parkplatz des Lienbachhof auf der Postalm eine Gruppe neugieriger Wanderer. Gutes Schuhwerk, Sonnenschutz und Trinkwasser sind die wichtigsten Utensilien auch für diesen außergewöhnlichen Weg. Wer besonders botanisch interessiert ist und ein Andenken mit nach Hause nehmen will, sollte dazu am besten eine Kamera mit Makroobjektiv mitnehmen. Dann kann man, ohne durch Pflücken Schaden anzurichten, die Almblumen auch mit nach Hause nehmen – als Foto.

Hans Burgstaller beginnt die Führung mit der spannenden Geschichte der Postalm und ersten botanischen Informationen

Nach einer historischen und geographischen Verortung der Postalm, die dazumals des Kaisers Pferden zur Sommerfrische diente, starten wir mit den ersten botanischen Informationen.

Häufig auf der Alm anzutreffen – die Sumpf-Kratzdistel

Wie unterscheide ich eine Tanne von einer Fichte? Wieso verliert die Lärche ihre Nadeln im Winter, während andere Nadelbäume immergrün der Kälte trotzen? Natürlich werden auch diese spannenden Fragen geklärt, doch die Bäume stehen heute nicht im Vordergrund des Interesses. Schon geht es auf, um die ersten Almblumen zu entdecken.

Im Frühsommer und auch im Herbst blüht es auf der Alm besonders schön 

Eigentlich, so Hans Burgstaller, ist der Frühsommer die beste Zeit zum Almblumenwandern, dennoch können besondere Blumen in der gesamten schneefreien Zeit gefunden werden.

Interessiert lauschen die Wanderer den Sagen, die rund um so manche Almblume entstanden

Im Hochsommer müssen wir etwas genauer hinsehen, um die beschriebenen Pflanzen zu entdecken. Der Herbst, so der Biologe, entlockt dann noch oft noch einmal besonders spannenden Pflanzen eine Blüte, bevor der Winter die Almblumenwelt mit seiner weißen, kalten Decke zur Ruhe kommen lässt.

Informationstafeln weisen den Almblumenweg auf der Postalm

Der Weg ist gespickt mit Informationstafeln über die Almblumen, die hier zu finden sind. Und schon entdecken wir die ersten Blumen und erfahren Kurioses und Erstaunliches! Etwa, dass der scharfe Hahnenfuß von den Kühen auf der Alm verschmäht wird und das mit gutem Grund: er ist giftig! Das erklärt die Überzahl der gelb blühenden Pflanze auf den Almwiesen. Nicht giftig, ja sogar heilend und gesund sind einige andere Pflanzen am Weg. Der Frauenmantel etwa wird geschätzt zur Behandlung von Menstruationsbeschwerden. Hingegen wird der Echt-Dost gerne in der Küche verwendet und gilt als geschätzte Gewürzpflanze.

Echt-Dost am Wegesrand

Egal, ob Heilkraut oder Gewürzpflanze, die Alm ist der beste Ort, um Kräuter zu sammeln. Die Erklärung dafür hat Hans Burgstaller parat: Wegen der hohen UV-Strahlung ist das Längenwachstum der Almblumen gering, was eine hohe Konzentration der Geschmacks- und auch Heilstoffe in der Pflanze bewirkt. Und wieder sind wir wandernden Naturliebhaber erstaunt über die meisterhaften Anpassungen der Pflanzenwelt an ihre Umgebung.

Eine besondere Pflanze auf der Alm – Katzenpfötchen im herbstlichen Antlitz

Ohne besondere Verwendung in Küche oder als Arznei aber umso faszinierender zum Ansehen sind die vielen verschiedenen Orchideen, die es beim Almblumenweg zu entdecken gibt. Besonders wegen ihrer gefinkelten Fortpflanzungsstrategien zählen sie für viele Botaniker zu den Highlights der Pflanzenwelt, auch für Hans Burgstaller.  

Mit Neugierde wird beim Almblumenweg gewandert

Mit spannendem Wissen bereichert, kommen wir nach etwa vier Stunden wieder an den Ausgangspunkt zurück. Ein Nachmittag voller faszinierender Eindrücke geht auf der Postalm zu Ende.

Alle Fotos © Astrid Hickmann

Weitere Informationen zum Almblumenweg

Der Almblumenweg ist mit Informationstafeln ausgestattet und kann auch ungeführt gegangen werden. Die Wegzeit ohne Führung ist etwa 1 h.

Der Almblumenweg mit Führung des Biologen Hans Burgstaller findet zwischen Juni und September jeden Dienstag statt. Bei Schlechtwetter werden die Blumen bei einer Diashow präsentiert. Treffpunkt: 11.00 Uhr Parkplatz 1 – Lienbachhof Postalm. Wanderzeit: ca. 3 Stunden. Kostenlos. Bus: € 5,50 hin & retour (inkl. Maut), Abfahrt Postamt 10.10 Uhr, Rückfahrt Parkplatz 1 Postalm 16.20 Uhr (Parkplatz 3: 16.16 Uhr). Über den genauen Saisonstart und das Saisonende der Almblumenwanderung und weitere Auskünfte kann das Tourismusbüro Abtenau Auskunft geben:

Kontakt Tourismusbüro Abtenau : Markt 87, 5441 Abtenau // Tel.: +43 6243 4040 // E-mail: ferien@abtenau-info.at

 

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