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Das Almsommer-ABC

Wer den Almsommer auf den Bergen des SalzburgerLandes genießt und bei einer Wanderung auf eine der vielen Almhütten einkehrt, der trifft schon manchmal auf Wörter, die einer näheren Erklärung bedürfen. Wenn der »Dosige« etwa meint, er sei »in Bichi auffaghatscht« und hätte dabei »Granggn brockt« – dann meint der Einheimische, er sei den Berg heraufgegangen und hätte Preiselbeeren gepflückt. Oder wenn der Hüttenwirt fragt: „Kimmst zschnochz auf an Hoagascht zucha?“, dann ist das eine Einladung, am Abend auf ein geselliges Zusammensitzen bei Musik vorbeizukommen.

Almauftrieb Im Juni übersiedelt das Vieh mit den Almleuten auf die höher gelegenen Bergweiden um dort den Almsommer zu verbringen.

Almabtrieb Noch vor den ersten Schneefällen im Herbst verlassen Senner und Vieh ihre Sommerresidenz am Berg. Je nach Höhen- und Wetterlage finden diese festlichen Almabtriebe von September bis Anfang Oktober statt.

Bache(l) A Bache(l) Speck ist ein Stück Speck. Bache(l) bezeichnet die die Mengenangabe. Nicht zu verwechseln mit der Bachelschneid, die kurz vor Weihnachten für scharfe Messer sorgt. 

Beeweiwi Beerenpflückerinnen – oft im Herbst zwischen den Moosbee- (Heidelbeer-) und Granggn-Stauden (Preiselbeersträuchern) zu sehen.

Bergmahd Die oft sehr steilen Almwiesen werden auch heute noch mit der Hand gemäht. Mit Sensen, Wetzstoa und Schmotz geht es Schritt für Schritt und Schnitt für Schnitt voran.

Bichi Ein Hügel oder kleinerer Berg.

Dengln Das Schärfen des Sensenblattes durch gezielte Hammerschläge entlang der Schnittkante.

Doggln Besonders auf Hütten beliebte Hauspatschen aus warmem Filz. Vorsicht: „Doggl“ bezeichnet auch einen dummen Mann. 

Dosiga (Hiesiga) Ein Einheimischer.

Edelweiß Das Edelweiß ist florales Sinnbild der Alpen gehört heute zu den streng geschützten Pflanzen. Schon von jeher galt es als Liebesbeweis mutiger Burschen, hoch oben im Fels einen Strauß für die Liebste zu pflücken.

Enzianschnaps wird aus der Wurzel des gelben Enzians erzeugt und gilt als traditioneller Schnaps auf der Alm. Er soll aufgrund seiner vielen Bitterstoffe bei Magenproblemen helfen.

Granggn Die süß-säuerlichen Preiselbeeren eignen sich zu einer Marmelade verkocht als Ideale Begleiter zu Käse, Fleisch und Wild.

Türschild mit der Aufschrift Griass di!

Griaß di – heißt die Wanderer willkommen.

Griasdi, Grias enk Freundschaftlicher Gruß auf der Alm, wo man grundsätzlich per Du ist.

hadschn, a Hadscha – Langsames, mühevolles Gehen. A „gscheida Hadscha“ ist eine weite Wegstrecke, die zu Fuß zu bewältigen ist.

Hiatabua (Hüterbub) Ein Junge, der auf der Alm hilft, die Kühe, Schafe oder Ziegen zu hüten und der Sennerin bei ihren Arbeiten zur Hand geht.

Hoagascht früher bezeichnete der Hoagascht ein gemütliches Zusammentreffen im Hausgarten. Heute wird der Hoagascht oft als Bezeichnung für ein geselliges Beinandersein (an Hucka doa) mit Musikanten verwendet.

Jagabrot (Hundszorn, Wetterdistel) Bezeichnung für die Silberdistel, deren Korbböden früher auf der Alm gegessen wurden. Die Distel schließt bei feuchtem Wetter ihre silber leuchtenden Hüllenblätter und gilt daher auch als Wetteranzeiger.   

Jodeln Ein Jodler besteht nur aus Lautsilben und diente schon immer zur Kommunikation über weite Distanzen. Senner, Hirten, Wilderer und Jäger bedienten sich dieser textlosen Verständigung von Alm zu Alm oder von einer zur anderen Talseite. Besonderheiten sind der Viehschroa (der Ruf nach dem Vieh) und der Juschroa oder Juchitza.

Juschroa (Juchitza) Oft als Ausdruck von Begeisterung verwendeter Jubelschrei, der nicht selten nach einem Gipfelsieg erklingt.

Kasmandl Dieser Berggeist zieht der Sage nach (vor allem im Lungau) zu Martini (am 11.11.) in die verlassenen Almhütten der Senner, wo er über den Winter bleibt.

Senner bei der Käseherstellung

Das Kasn ist die Herstellung des Käses.

Kasn Die Erzeugung von Käse – auf der Alm oft noch traditionell per Hand.

Marterl Kleindenkmäler am Wegesrand, die oft als Gedenkstätte für einen Unglücksfall in den Bergen errichtet wurden. Malereien und kurze Verse erzählen die Geschichte des Verstorbenen.

Millibitschn Große Milchkanne, in der die frisch gemolkene Milch zur Sammelstelle für den Abtransport zur Molkerei gebracht wird. 

Mosbee (Schwoazbee) Die süß-sauren Heidelbeeren sind schmackhafte Begleiter am Wegesrand bei einer jeden herbstlichen Wanderung. Zu dieser Zeit sind auch die »Beeweiwi« – die fleißigen Beerensammlerinnen unterwegs.

Muas Das Muas (Mus) gilt als typische, reichhaltige Almkost und wird als Mosbeemuas (mit Heidelbeeren) Keaschmuas (mit Kirschen, beides Pinzgau) oder Topfenmuas (Lungau) serviert. Traditionell wird das Muas in einer Eisenpfanne zubereitet, aus der auch gegessen wird, und mit dem »Muasa« zerstochen.

Nuul Ein Kuchen, meist ohne Füllung oder Creme. Für cremige Kuchen oder Torten wird der Begriff ,Foamnuul’ verwendet.

Oschauscheich – Jemand, der Höhenangst hat und ausgesetzte Stellen bei Bergtouren meidet.

Riakiwi – hölzernes Butterfass zum Schlagen der Butter.

Saubleami Bezeichnung für den Löwenzahn.

Schottn Eine Käse-Spezialität aus dem Pinzgau – die geräucherten Reibekäse-Kegel werden für Schottsuppe oder Schottnockn verwendet. 

Schwenden Das Entfernen verholzter Pflanzen von den Almen. Damit halten die Almleute die Weideflächen waldfrei.

Schafischö Bezeichnet die Aufteilung der Schafe nach dem Almabtrieb an die Besitzer. Danach folgt die Schafschur.

Wetzstoa Zum Schärfen des Sensenblattes wird der Wetzstoa aus der Schmotz (wassergefüllter Behälter) genommen und über das Blatt gezogen. Von der Form des Wetzstoas leitet sich die Süßspeise ,Wetzstoanuul’ ab.

Wiescht, Wiaschtl Die Würste – frisch aus der Selchkammer sind sie ein Muss bei jeder Brettljause! Nicht zu verwechseln mit dem Wiascht – denn das wäre der Wirt. 

Zwetschgenpofesen In Öl herausgebackene Süßspeise, die mit Zwetschkenmarmelade (Pflaumenkonfitüre) gefüllt und mit Zimt und Zucker warm serviert wird.

Zugin Die Ziehharmonika ist fixer Bestandteil der Volksmusik und wird auch von den Almwirten gern mal aufgespielt.

zwida, goanid „Nicht übel“ ist gemeint, wenn man auf der Alm ein anerkennendes „Nid zwida!“ vernimmt.

Fotos: SalzburgerLand/Achim Meurer

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