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Kräuterweihe

Zu Mariä Himmelfahrt wird es in einigen Pfarren wieder Kräutersegnungen geben. Dieser alte Brauch, der Kräutern und Gewürzen eine besondere Kraft verleihen soll, ist seit rund 1.000 Jahren überliefert. Bei der Kräutersegnung werden die schützenden und heilenden Kräfte der Natur besonders hervorgehoben. Es ist ein sehr alter kirchlicher Brauch am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, den Mitfeiernden beim Gottesdienst gesegnete Kräuterbüschel mitzugeben.

Geschichte

Die Legende erzählt, dass Maria, die Mutter Gottes um das Jahr 58 bei Ephesus gestorben sei. Die Apostel kamen zu ihrer Beerdigung, nur der Apostel Thomas kam erst nach drei Tagen. Er wollte Maria noch einmal sehen, um sich von ihr zu verabschieden. Das Grab wurde geöffnet und es fand sich nicht der Leichnam Mariens, sondern nur eine Fülle von Blüten und Kräuter. Schon die Germanen sammelten Kräuter, sie wussten um ihre Heilkraft und dankten ihren Göttern dafür. Das ursprünglich heidnische Fest wurde mit christlichem Sinn versehen. Seit dem 9. Jahrhundert wurde das Marienfest bereits mit der Kräuterweihe verbunden. Die Volksfrömmigkeit hat die Blumenliebe Marias besungen und Maria zur „Königin der Blumen“, zur „Beschützerin der Feldfrüchte“ und zur „Traubenmadonna“ erhoben. Die Kräuterweihe am Fest der Aufnahme Marias in den Himmel ist heute wieder ein lebendiges Brauchtum, das starke Wurzeln in der Landbevölkerung hat. Es wird auch von jenen Menschen wieder neu entdeckt, die sich sorgen um die zunehmende Zerstörung der Schöpfung.

Tradition

Die Goldhauben – und Kopftuchfrauen aus Strobl und Abersee feiern seit 1998 den Trachtentag mit Kräutersegnung am 15. August. Je nach Blütezeit werden die Kräuter gesammelt, gesäubert und vorsichtig getrocknet. Dies geschieht möglichst schonend, damit die Blüten ihre leuchtenden Farben und ihren Duft nicht verlieren. Dabei sollen die Stängel gerade bleiben. Die Strobler Frauen binden in ihre Buschen dreimal sieben, also insgesamt 21 verschiedene Kräuter.

Die Zahl Sieben ist wichtig in der christlichen Symbolik. Diese Kräuterbuschen, sowie Türkränze, Blumengebinde, auch Salben und Öle werden in der Kirche und am Dorfplatz beim Kräutermarkt gesegnet. Mit den geweihten Kräutern verband der Volksglaube Heil– und Segenskraft. Zu Hause wurden die Buschen im Herrgottswinkel aufbewahrt. Wenn eines von den Haustieren krank war, mischte die Bäuerin einen Teil ins Futter. Bei drohendem Unwetter räucherten die Hausleute damit Haus und Stall aus, zum Schutz vor Blitz, Hagel und Naturkatastrophen.

Heilende Kräutersalben

Aus einigen Heilpflanzen werden Salben hergestellt: So zum Beispiel die Lavendelsalbe, die besonders reich an ätherischen Ölen ist und Körper und Geist beruhigt. Er hilft bei trockener und sensibler Haut, wirkt antiseptisch, entzündungshemmend und schmerzlindernd.

Die Ringelblume gehört zu den wenigen Heilkräutern, die gepflanzt werden. Sie ist sehr üppig und blüht den ganzen Sommer. Die Salbe hilft bei Halsentzündungen, Venenentzündungen, Angina, Hämorrhoiden, Quetschungen, Zerrungen, Kehlkopfreizung.

Die Salbe aus der Wurzel des Sanikel oder Neunblättrigen Zahnwurz durfte in keiner Almhütte oder Jäger- und Holzknechtstube fehlen. Es war das Allheilmittel bei den verschiedensten Unglücksfällen wie Arbeitsverletzungen, Verstauchungen, Sehnenzerrung, Gewebebruch oder Sehnenscheidenentzündung. 

Die Kräutersegnung ist in erster Linie ein Dankfest für die Heilkräuter, die Gott dem Menschen und Tieren geschenkt hat und der Bitte um Schutz vor Unheil.

© Fotos: Helene Carda/Thomas Lahnsteiner

Textimpuls: Irma Hillebrand

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