Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Sehenswürdig » Ice Camp Kitzsteinhorn – Frozen Forest

Ice Camp Kitzsteinhorn – Frozen Forest

Eine neue künstlerische Installation lockte mich nach meinem letzten Besuch vor drei Jahren kürzlich erneut in das Ice Camp am Kitzsteinhorn in Zell am See-Kaprun. Die stylischen Iglus im Gletscherskigebiet auf 2.600 m faszinieren bereits den 11. Winter unzählige Wintersportler in einer Welt aus Schnee und Eis.

Minus 20 °C und Nebel im Tal lassen mich frösteln doch ein Blick in die Kitz-Webcam sorgt augenblicklich für Begeisterung: Dank der Inversionswetterlage liegt die Temperatur in der Höhe bereits bei beinahe kuscheligen – 2 °C. Strahlender Sonnenschein oberhalb des Hochnebels verspricht einen Traumtag am Gletscher. Und außerdem: Auch die Eskimos flüchten bei Eiseskälte in ihre eisigen Behausungen zum Aufwärmen. Also los geht’s in die Iglu-Welt am Kitz!

Ich glaub ich steh im (Eis-)Wald!
Am 6. Jänner wurde das ICE CAMP 2017 presented by Audi quattro eröffnet, und schon vom Gletscherplateau unterhalb des Kitzsteinhorn-Gipfels sind die drei Iglus gut zu erkennen. Doch bevor mich mein Weg zum Ice Camp führt lege ich erst ein paar Extra-Fahrten, ein denn zu verlockend ist der perfekte Pulverschnee im Sonnenschein. Erst als die Oberschenkel brennen und mein Ski-Hunger gestillt ist, schwinge ich bei den einladenden Liegestühlen des Ice-Camps ab. Sonnenhungrige Skifahrer und Boarder haben sich bereits hier versammelt und genießen bei chilliger Lounge-Musik das unglaubliche Panorama auf das Zeller Becken. Bei coolen Drinks und kleinen Snacks lässt es sich hier am Sonnendeck gut aushalten!

Doch meine Neugier zieht mich gleich in das Innere der drei miteinander verbundenen Iglus, denn ich treffe mich mit Andy Tremschnig, der für den Bau und die Pflege des Ice Camps verantwortlich ist. Also tauche ich vom gleißenden Sonnenschein ein in eine Welt aus Eis und Schnee. Beeindruckt halte ich inne, denn der sanfter Nebel und pastelliges Licht umfangen mich und die Temperatur liegt bei angenehmen Null Grad. Die eben noch vorherrschenden Hintergrundgeräusche aus Lachen und House-Musik sind verschluckt und stattdessen dringt Vogelzwitschern und das Rauschen des Windes an meine Ohren. Vor mir im ersten Iglu mit rund 12 m Durchmesser wachsen eisige Baumstämme in die Höhe, die sich unter der Iglukuppel in einzelne kahle Äste verzweigen. „Ich glaub, ich steh im Wald!“, kommt mir in den Sinn, während der Baumeister und Betreuer des Ice Camps, Andy Tremschnig, zu mir tritt.

Kunst für alle Sinne
Der Osttiroler Eiskünstler Max Seibald kreierte wie schon in den Vorjahren gemeinsam mit Andy Tremschnig diese naturnahe Skulptur, und mich interessiert natürlich, wie die Idee zu dieser Wald-Installation kam. „Wie alle Ice Camp Kunstwerke entstand der ,Frozen Forest’ bei einer guten Flasche Rotwein auf der Insel Krk. Dort treffe ich mich immer mit Max Seibald zur Vorbesprechung. Mit dem Wald-Thema werden erstmals alle Sinne angesprochen. Die Toninstallation von Giuseppe Piol – Waldgeräusche, mystischer Nebel, Donner und Regen – und das Lichtkonzept von Christian Geissler erzeugen die Illusion eines entspannten Waldspaziergangs“, erklärt der „Schnee-Architekt“. Während wir in den Bar-Iglu weiterwandern erzählt er mir über die Errichtung des Ice Camps: „Wir brauchen etwa acht Wochen, bis die Iglus fertiggestellt sind. Grundgerüst für die Bauwerke sind PVC-Ballons mit Verschalung, die mit der Schneefräse eingedeckt werden. Wir nehmen dafür relativ schweren, nassen Kunstschnee – ähnlich wie beim Schneemannbauen – um eine gute Stabilität und Durchfrierung zu erhalten. Für die Skulpturen und den Barbereich schneiden wir 80 x 80 cm große Eisblöcke aus einem See bei der Rettenwand. Dieser natürliche Baustoff wird mit dem Bagger zum Ice Camp Plateau transportiert und danach nur noch per Hand bewegt. Im Freien werden die Blöcke grob zugeschnitten und im Inneren der Iglus dann zu den finalen Skulpturen geformt. Für die tägliche Pflege der Eisbauwerke glätten wir die Oberflächen mit einem herkömmlichen Bügeleisen und auch der Boden wird mit dem Schepseisen bearbeitet. Die drei Meter dicken Igluwände halten die Außentemperaturen – ob warm oder kalt – weitgehend ab. Nur eine hohe Luftfeuchtigkeit setzt den technischen Geräten, wie Bildschirmen und Computern, zu.“

Entspannen am Sonnendeck des Ice Camps.

Entspannen am Sonnendeck des Ice Camps.

 

Die Vergänglichkeit der Natur
Fasziniert betrachte ich kleine Gletscherflöhe, die vereinzelt im Eis des Bartresens eingeschlossen sind. „Die Natur ist vergänglich“, meint Andy Tremschnig, der meinem Blick folgt und den Künstler Max Seibald zitiert: „Der ‚Frozen Forest’ soll auch eine Anspielung auf die Vergänglichkeit der Natur sein. Das Baumkronengebilde aus Eis lässt den Gedanken an eine konservierte Landschaft ebenso zu, wie die Vorstellung an eine mögliche klimatische Situation auf einem fernen Planeten. Wie beim echten Klimawandel verschwindet der Eiswald im August wieder. Wenn wir es schaffen, hier durch Kunst Begeisterung hervorzurufen, dann wurde unser Ziel erreicht.“

Beim Beobachten der zahlreichen Besucher des Ice Camps ist die vorherrschende Begeisterung spürbar und unzählige Selfies, Fotos und Videos werden über das Datennetz in die Welt hinausgeschickt. Neben dem Eiswald ist der auf Hochglanz polierte Audi Q2 auf einer Eiswippe der meistfotografierte Spot. Denn der letzte Show-Iglu ist dem Sponsor des Ice Camps gewidmet und die Gäste scharen sich für ein Facebook-Erinnerungsfoto um den vegasgelben Wagen. Das bis Mitte April 2017 für alle Gäste frei zugängliche Ice Camp ist auch vom rund 100 Höhenmeter tiefer gelegenen Alpincenter aus über den Ice Camp-Trail für Fußgänger gut erreichbar. Jeden Mittwoch von 10:30 bis 12:00 Uhr findet eine geführte Schneeschuhwanderung hinauf zum Camp statt – so kommen auch Nichtskifahrer in den Genuss dieser einzigartigen Kunst-Installation aus Eis und Schnee.

Ich beschließe, den Tag gemütlich mit einer Tasse heißer Schokolade in einem der einladenden Liegestühle vor den Iglus ausklingen zu lassen. „So ein Waldspaziergang entspannt und macht müde“, denke ich lachend und genieße den grandiosen Ausblick auf das majestätische Kitzsteinhorn.

 

Kontakt:
Gletscherbahnen Kaprun AG
Wilhelm Fazokas Str. 2d
A-5710 Kaprun
Tel: +43(0)6547 8700
Fax:+43(0)6547 7614
Mail: office@kitzsteinhorn.at
Web: www.kitzsteinhorn.at

Merken

Merken

Merken

Merken

Voriger Beitrag

White Style – Slopestyle im Sc … »

Nächster Beitrag

Lungau – Wildnis im Herzen der … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mit Facebook kommentieren

Kommentare

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Blogheim.at Logo

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen