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Ice Camp Kitzsteinhorn – Eiszeit & Menschenzeit

Eine neue künstlerische Installation lockte mich kürzlich in das ICE CAMP am Kitzsteinhorn in Zell am See-Kaprun. Die stylischen Iglus, auf einem sonnigen Plateau mitten im Gletscherskigebiet auf 2.600 m, faszinieren bereits den 13. Winter unzählige Wintersportler in einer Welt aus Schnee und Eis. 

Jetzt schlägt`s 13! könnte man meinen… Denn bereits seit 13 Jahren zaubert das Team rund um Ice Camp-Bauherr Andy Tremschnig, Künstler Max Seibald und Lichtdesigner Chris Geißler die drei miteinander verbundenen Iglus in nur wenigen Wochen Bauzeit aufs Kitz. Doch was sind schon 13 Jahre in Relation zur Menschenzeit? Zeit ist relativ. Und genau diesem Thema – der Menschenzeit – ist das diesjährige Kunstprojekt gewidmet. Minusgrade und Nebel im Tal lassen mich am frühen Morgen frösteln doch ein Blick in die Kitz-Webcam sorgt augenblicklich für Begeisterung: Strahlender Sonnenschein oberhalb des Hochnebels verspricht einen Traumtag am Gletscher. Die starken Schneefälle der letzten Tage sorgen für perfekte Bedingungen auf den weiten Gletscherpisten. Also los geht’s in die Iglu-Welt am Kitz!

Das Anthropozän – ein offenes Ende!

Anfang  Jänner wurde das ICE CAMP 2019 presented by Audi quattro eröffnet, und schon vom Gletscherplateau unterhalb des Kitzsteinhorn-Gipfels sind die drei Iglus gut zu erkennen. Doch bevor mich mein Weg zum Ice Camp führt lege ich erst ein paar Extra-Fahrten ein, denn zu verlockend ist der perfekte Pulverschnee im Sonnenschein. Erst als die Oberschenkel brennen und mein Ski-Hunger gestillt ist, schwinge ich bei den einladenden Liegestühlen des Ice-Camps ab. Sonnenhungrige Skifahrer und Boarder haben sich bereits hier versammelt und genießen bei chilliger Lounge-Musik das unglaubliche Panorama auf das Zeller Becken. Bei coolen Drinks und kleinen Snacks lässt es sich hier am Sonnendeck gut aushalten!

Doch meine Neugier zieht mich gleich in das Innere der drei miteinander verbundenen Iglus. Ich tauche vom gleißenden Sonnenschein ein in eine Welt aus Eis und Schnee. Beeindruckt halte ich inne, denn drei mächtige Sanduhren dominieren den Raum. Die beiden großen Sanduhren sind bereits abgelaufen – eine kleinere ist noch im Rieseln begriffen. Neugierig lese ich die Beschreibung und erfahre, dass die großen Sanduhren für das geologische Zeitalter und die Nacheiszeit stehen. Die kleinere,  deren Zeit noch nicht abgelaufen ist, steht symbolisch für die Menschenzeit. Das Anthropozän – so wird die Menschenzeit auch genannt – ist besonders seit der industriellen Revolution von Menschenhand geprägt. Ich treffe auf Chris Geißler, der insbesondere für das Lichtdesign des ICE CAMP verantwortlich ist. Er erklärt: „Die Sanduhr soll eine Handlungsaufforderung sein. Die Epoche hat noch einen ungewissen Ausgang – dass die Sanduhr noch nicht abgelaufen ist, soll Hoffnung geben. Der Mensch kann alles retten oder alles zerstören. Jeder von uns hat die Kraft, für eine positive Mitgestaltung des Endes.“ Beeindruckt lasse ich mich in den Bann des Videos ziehen, das an die Decke des Iglus projiziert wird. „Es ist eine Leihgabe des museo CCCB in Barcelona, wo letztes Jahr erstmals eine große Ausstellung zum Thema Menschenzeit stattfand“, erfahre ich von Chris Geißler. 

Quadratisch, eisig und ganz schön stylish

Etwas nachdenklich wandere ich in den nächsten Iglu weiter. Hier begrüßen mich zehn fröhlich-bunte Eisquader, die als Mobiliar für die Ice Bar dienen. Die Eisquader in unterschiedlichen Höhen und allen Farben des Regenbogens stammen, wie auch das Baumaterial der Iglus, aus dem Eis eines nahen Gletschersees. Dort wurden sie in der Bauzeit händisch herausgeschnitten und mit den Pistengeräten zum ICE CAMP transportiert. Von Max Seibald, Andy Tremschnig, Chris Geißler und dem eingespielten ICE CAMP Team wurden die überdimensionalen Eiswürfel aus insgesamt 60 Tonnen Eis mit 2.500 Kubikmetern Schnee zu den drei Iglus inklusive Interieur zusammengebaut. Eine bauliche Meisterleistung für die drei Iglus mit jeweils etwa 12 Meter Durchmesser. Im dritten Iglu ist der Audi-Showroom untergebracht und der feuerrote Audi S4 Avant quattro wird nicht nur von den männlichen Besuchern mit glänzenden Augen betrachtet. Auf einem bunt beleuchteten Eisteller präsentiert, ist der sportliche Audi ein absoluter Eyecatcher in dieser Welt aus Eis und Schnee. Kein Wunder, dass unzählige Selfies mit dem Wagen entstehen. 

Obwohl es im Iglu fast kuschelige null Grad hat, zieht es mich wieder hinaus aufs Sonnendeck. Mit Blick auf das majestätische Kitz lasse ich mich nieder und  mit einer Tasse heißem Kakao in der Hand überdenke ich noch einmal das Kunstprojekt und meine Menschenzeit. Das bis Mitte April 2019 für alle Gäste frei zugängliche Ice Camp ist auch vom rund 100 Höhenmeter tiefer gelegenen Alpincenter aus über den Ice Camp-Trail für Fußgänger gut erreichbar. Jeden Mittwoch von 10:30 bis 12:00 Uhr findet eine geführte Schneeschuhwanderung hinauf zum Camp statt – so kommen auch Nichtskifahrer in den Genuss dieser einzigartigen Kunst-Installation aus Eis und Schnee.

 

Fotos: Edith Danzer (3), Kitzsteinhorn/Klaus Listl (1), Kitzsteinhorn/ Alex Papis (6)

Kontakt:
Gletscherbahnen Kaprun AG
Kitzsteinhornplatz 1a
A-5710 Kaprun
Tel: +43(0)6547 8700
Fax:+43(0)6547 7614
Mail: office@kitzsteinhorn.at
Web: www.kitzsteinhorn.at

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