Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Outdoor & Sport » Herbstgold in den Salzburger Dolomiten

Herbstgold in den Salzburger Dolomiten

Wer liebt sie nicht, die goldene Wanderzeit mit ihrem einzigartigen Licht- und Farbenspiel, wenn die Sonne sich nicht mehr so recht vom Horizont entfernen will? Steil aufragend bietet der Gosaukamm im Salzburger Pongau auch im Herbst noch anspruchsvolle aber gut erreichbare Wanderziele mit Dolomiten-Flair. Der 2.268m hohe Mandlkogel gehört zweifellos zu den anspruchsvolleren Gosaukamm-Zapfen. 

Als wilde Aneinanderreihung steiler und zerklüfteter Felstürme markiert der Gosaukamm zwischen den Gebirgsmassiven des Tennengebirges und des Dachsteins die Grenze zwischen Salzburg und Oberösterreich. Mit einem guten Dutzend Gipfeln zwischen 2.000 und 2.500 Metern ist das beliebte Klettergebiet auch ein begehrtes Wanderziel. An der Süd- und Westflanke der Kalkformation verlaufen mehrere attraktive Aufstiegsrouten. Aufgrund ihrer Exposition sind sie ein absoluter Leckerbissen für wandernde Sonnenanbeter, weshalb sich diese Region als perfekte Destination für den Herbst eignet.

Stuhlalm – Hütte aus dem Bergbilderbuch

Ausgangspunkt unserer Tour auf den als „schwer“ markierten Mandlkogel ist der von Annaberg kommend, gut ausgeschilderte, Wanderparkplatz Pommerbauer. Die erste Stunde führt uns erst durch dichten Wald, dann über satte Almwiesen zur Stuhlalm. Eingebettet in eine Almlandschaft wie sie schöner nicht sein könnte, bietet die urige Hütte nicht nur köstliche Schmankerl zum Auftanken sondern auch einen traumhaften Blick zum gegenüberliegenden Tennengebirge. Gern kann man hier bereits eine erste Rast einlegen.

Die Stuhlalm am Fuße des Gosaukamm

Keine Tour für Flip-Flops

Nachdem wir die Stuhlalm hinter uns gelassen haben, durchschreiten wir für ca. 30 Minuten einen Latschengürtel. In dessen Mitte zweigt der Weg an unscheinbarer Stelle rechts zu unserem erklärten Ziel ab. Da es hier an Beschilderung fehlt, kann diese Stelle schon mal übersehen werden. Links hinauf führt der Weg zum Gipfel des Angerstein (2.100 m), den Sportliche ohne Weiteres als zweiten Gipfel mitnehmen könne (ca. 2 Stunden extra).

Ab Verlassen des Latschengürtels beginnt der anspruchsvolle Teil der Tour. Durch die Gamsfeldklamm steigen wir ein steiles und sehr lockeres Geröllfeld hinauf. Knöcheltiefes Einsinken und Ausrutschen am Groben Schutt erschweren hier den Aufstieg. Die anschließenden Felsstufen mit leichten aber ungesicherten Kletterpassagen verlangen uns so einiges ab. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind spätestens hier Pflicht.

Zu Gast bei den Gämsen

Unterhalb der Gipfelformation steigen wir, den Markierungen folgend, steile Bergwiesen hinauf. Der treffenderweise als Gamsfeld bezeichnete Abschnitt macht uns bewusst, dass wir Menschen nur Gast in den Bergen sind. Das merken wir auch am entspannten Verhalten der Gämsen, die hier oben ihr Zuhause haben. Seelenruhig verfolgen ihre wachsamen Blicke unsere langsamen und beschwerlichen Aufstiegsmühen. Keinen Grund haben sie zu Angst oder Eile, wissen sie doch um ihren eklatanten Vorteil in diesem Gelände Bescheid.

Ein Gipfel für Nervenstarke

Die letzten hundert Höhenmeter absolvieren wir unter starker Mithilfe unserer Hände über steile und schroffe Felsstufen, und versuchen uns dabei streng an die spärlichen Markierungen zu halten. Je näher wir dem Gipfel kommen, umso steiler fällt links und rechts von uns das Gelände ab. Wer mit der Höhe keine allzu großen Probleme hat, genießt hier oben ein überwältigendes 360-Grad Panorama. Nordöstlich glitzern die Dachsteingletscher herüber, in direkter Nähe prangt die mächtige Bischofsmütze wie eine Säule im Land. Nach Süden hin wandert der erfahrene Blick die Hohen Tauern entlang und erkennt sämtliche namhaften Berggipfel des Salzburger Landes.

Lichtdurchfluteter Abstieg

Der Rückweg erfolgt entlang der Aufstiegsroute. Aufgrund der Südwest-Ausrichtung wandern wir durchgehend dem Panorama und der Sonne entgegen, was den kompletten Abstieg zu einem Wechselspiel aus Wandern und Pausen macht. Zurück auf der Stuhlalm sollte auf den erfolgreichen Gipfelsturm angestoßen, ein letztes Mal die Aussicht genossen und vielleicht auch kurz innegehalten werden. Hinter uns liegt zweifellos eine der schönsten Herbsttouren, die das SalzburgerLand zu bieten hat.

Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Parkplatz Pommerbauer
  • Gehzeit: 3,5 Std. Aufstieg, 2 Std. Abstieg
  • 1.250 Höhenmeter

Stuhlalm
Tel. +43 664 1131152
geöffnet von Mai bis Oktober
www.stuhlalm.at

Fotos © Lukas Uitz

Voriger Beitrag

Bouldern in der Stadt Salzburg … »

Nächster Beitrag

Weißer Skitourengenuss … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mit Facebook kommentieren

Kommentare

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Blogheim.at Logo

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen