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Auf Langlaufskiern durch den Winter

Das sanfte Gleiten entlang der leise plätschernden Salzach und zwischen weißen Dreitausendern ist die perfekte Kombination aus stillem Naturgenuss und sportlicher Herausforderung. Auf Langlaufskiern geht es in der perfekt präparierten Spur der „Pinzga Loipe“ von Zell am See-Kaprun bis zu den höchsten Wasserfällen Mitteleuropas.

Es ist früher Morgen und die klare Luft kündigt einen bitterkalten, herrlichen Wintertag an. Perfekte Bedingungen für mein Vorhaben: Mein Atem bildet kleine Dampfwölkchen ebenso wie das warme Wasser des TAUERN SPA neben mir. Gerade als ich in die „Pinzga Loipe“ einsteigen will, beendet der Loipendienst die morgendliche Präparierung. „Hast eine längere Tour vor dir?“, fragt er mit Blick auf meinen Rucksack. Anerkennend zieht er die Augenbrauen nach oben, als ich verrate, dass ich bis zum Ende der „Pinzga Loipe“ nach Krimml will.

Erste Etappe: Von Kaprun nach Mittersill

Die wunderschöne Langstrecken-Loipe schlängelt sich auf über 200 Kilometern durch das sonnige Trogtal der Salzach und führt durch die malerischen Orte des Nationalparks Hohe Tauern: Mein heutiges Tagespensum beträgt rund 60 Kilometer. Über Nacht ist dicker Raureif auf den Bäumen gewachsen und unzählige kleine Eiskristalle schwirren wie Konfetti durch die Luft. Mit einem gleichmäßigen Sirren gleiten die Skier über den Schnee dieser Winterwunderwelt. Im kleinen Weiler von Hummersdorf, zwischen Piesendorf und Niedernsill, stehen zwei Noriker-Stuten dösend vor dem Stall. Sie wenden nicht einmal den Kopf, als sie das Rattern vernehmen. Die feuerrote Garnitur der Pinzgauer Lokalbahn zieht vorbei. „Wir werden uns wiedersehen“, schmunzle ich. „Etwas später.“

In Uttendorf öffnet sich das Stubachtal zu meiner Linken und gibt den Blick auf die eindrucksvolle Weißsee Gletscherwelt frei. Zu meiner Rechten, auf einer kleinen sonnigen Anhöhe, liegt das Keltendorf, wo man im Sommer bei Führungen mehr über die Kelten der Hallstattzeit erfährt. Durch das Bogendorf Stuhlfelden nähere ich mich um die Mittagszeit meinem ersten Etappenziel Mittersill. Hier treffe ich eine Freundin, die mit der Pinzgau Bahn eingetroffen ist, um die lange Tour abzukürzen. Bei einer cremigen Tasse Kakao im Café Pletzer fülle ich meine Energiespeicher. Genüsslich verkosten wir die süßesten Gipfel der Hohen Tauern – die von Chocolatier Erich Pletzer selbst kreierte „Tauerngipfel“-Schokolade. Denn auf der zweiten Etappe bis nach Krimml brauchen wir reichlich Energie.

Zweite Etappe: Von Mittersill über Hollersbach nach Bramberg

Gut gestärkt schultern wir unsere Langlaufskier und spazieren quer durch die Einkaufsstadt Mittersill zum Nationalparkzentrum, wo wir wieder in die Loipe einsteigen. Das Museum beherbergt eine einzigartige Ausstellung mit 360°- Kino, doch heute genießen wir lieber beim Langlaufen unser Rundumpanorama. Schnurgerade zieht sich die Skatingloipe bis nach Hollersbach, wo im Sommer der Kräutergarten Menschen und Bienen mit seinem Duft betört. Der nächste Zwischenstopp ist nicht mehr weit: der urige Wollstadel in Bramberg. „Etwas Shopping muss sein“, lache ich, während wir eifrig zwischen Filzpantoffeln, Hüten, Sitzauflagen und Taschen stöbern. „Macht doch gleich beim Filzkurs mit“, meint die nette Wolldame. Bedauernd deuten wir auf unsere Sportausrüstung: „Heute eher nicht, doch gern kommen wir ein anderes Mal darauf  zurück!“

Dritte Etappe: Von Bramberg nach Krimml

Vorbei an der Wildkogel-Arena mit den perfekt präparierten Pisten geht es weiter nach Neukirchen. „Die ,Weltalte Majestät‘!’“, rufe ich, als mein Blick auf die eisig glitzernden Flanken des Großvenedigers fällt. Beeindruckt vom Anblick des „höchsten Salzburgers“ übersehen wir fast, dass wir uns auf der Zielgeraden befinden. Vor uns liegen die letzten Kilometer nach Krimml. Die Loipe führt fast bis an die Krimmler Wasserfälle heran: Sie zählen zu den höchsten Mitteleuropas und mit den teils gefrorenen Wasserkaskaden sind sie im Winter ein besonders spektakulärer Anblick. Wo im Sommer die Wassermassen laut tosen, scheint die Gewalt des Wassers nun von der Kälte gezähmt und ganz still zu sein.

Dritte Etappe: Mit der Pinzgauer Lokalbahn zurück nach Zell am See

Müde, aber überglücklich steigen wir nach unserer Tour in Krimml in die Pinzgauer Lokalbahn. Die herzige Schmalspurbahn zuckelt uns zurück zum Ausgangspunkt, und all die Loipenkilometer, die wir aus eigener Kraft zurückgelegt haben, gleiten an uns vorüber. Ein paar Pinzgauer Schulkinder teilen sich den Waggon mit uns: Unsere Skier und ihre Rucksäcke bilden ein heiteres Ensemble. Die müden Muskeln hingegen freuen sich auf wohlig-warme Verwöhnmomente: Wie gut, dass das TAUERN SPA nicht weit ist.

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