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Uhren und Glocken im Schlosshof von Hellbrunn

Hellbrunn zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Salzburger Land. Vor allem die Wasserspiele, der weitläufige Park und der Sound of Music Pavillon „16 going on 17“ begeistern die Besucherinnen und Besucher. Aber, wer mit offenen Augen durch die Anlagen spaziert, wird auch die teils verborgenen Glocken sowie eine Sonnenuhr entdecken. 

„Ad animi levamen“ – „Zur Erleichterung des Herzens“. Diese  lateinische Inschrift steht auf dem Portal des Schlosses Hellbrunn. Salzburgs Erzbischof Marcus Sitticus ließ das Jagdschloss  Anfang des 17. Jahrhunderts erbauen. Es sollte ihn selbst und seine Nachfolger erfreuen sowie das Leben erleichtern.

Zur Erleichterung des Lebens dienten auch die Uhren und Glocken im Schlosshof: Eine Sonnen- und eine Turmuhr sowie drei Glocken. Historiker und Theologe Michael Neureiter vermutet, dass die Sonnenuhr an der Nordwestseite des Hofes aus der Bauzeit – dem Jahr 1615 – stammt. Gemeinsam mit Josef Kral, Glockenreferent der Erzdiözese Salzburg, schrieb der Turmuhr-Liebhaber über „Die kleine Geschichte über zwei Uhren und drei Glocken in Hellbrunn“. Die älteste Glocke fertigten Gießer im Jahr 1615 an. Ihr Läuten ertönt auch heute noch zu  besonderen Anlässen,wie Hochzeiten. 

Selten: Kapelle für Wirtshaus verlegt

Neben der ehemaligen Hofkapelle „Zum Heiligen Carl von Borromä“ lud das „kleine Wirtshaus“ zum Schmausen und Trinken ein. In den 1950er Jahren ließ die Eigentümerin (Stadt Salzburg) die Hofkapelle von der nordwestlichen auf die südöstliche Hofseite zum bisherigen „Glockenhaus“ verlegen. Zudem ließ sie das „kleine Wirtshaus“ ausbauen. Wie die lateinische Inschrift am neuen Standort berichtet, wurde die „im Laufe der Zeit vernachlässigte Kapelle“ (sacellum decursu temporum derelictum“) wiedererrichtet und 1960 neu geweiht.

Neureiter: „Zum seltenen Fall einer Verlegung eines Sakralraumes für ein Wirtshaus kam ein weiteres Kuriosum: Das lange Pendel und die Uhr-Gewichte befanden sich mitten im Raum. Das Pendel blieb. Die drei Gewichte wurden verlegt, weil sie inmitten der Kapelle zu viel Platz einnahmen. Neureiter: „Man behalf sich so, dass die Hanfseile mit den Gewichten mittels Rollen umgelenkt wurden. Jetzt verlaufen diese in einem Schacht seitlich des Kapellenraumes.

Oberhalb der derzeitigen Kapelle befindet sich das rund 300 Jahre alte Turmuhrwerk mit einem hofseitigen und einem gartenseitigen Ziffernblatt. Sowie zwei Glocken für die Viertel- Stundenanzeige. Diese werden von außen von einem Hammer angeschlagen. Neureiter: „Früher wurde diese Uhr jeden Tag aufgezogen. Heute leider nur mehr zu besonderen Anlässen.“

Glocke mit Inschrift

„Anno 1653 gos mich Iohan Eisenberger in Saltzburg“

Glocken erzählen auf Inschriften auch über ihre Erzeuger. So steht auf der großen Glocke: „Anno 1653 gos mich Iohan Eisenberger in Saltzburg“. Die kleinere der beiden Glocken wurde 1677 gegossen. Hier steht geschrieben: „Benedict Eisenberger Saltzburg goss mi durch das Feuer floss ich.“

Während die Hofkapelle verlegt wurde, befinden sich die Sonnenuhr aus 1615 und die Glocke hinter der Giebelmauer immer noch an ihrem angestammten Platz. Geht es nach Michael Neureiter und Glockenreferent Josef Kral, werden die Glocken in Zukunft wieder zu jeder Viertelstunde und vollen Stunde läuten.

Foto © Michael Neureiter

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