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Rodelvergnügen: Von Kufen und Kurven

Pferdeschlitten, Ziachschlitten und Rennrodel: Schlittenfahren hat im  SalzburgerLand eine lange Tradition. Und wird bis heute gepflegt. Von gemütlichen Familienabfahrten bis hin zu sportlichen Strecken reicht das verlockende Angebot. Wir haben die 14 Kilometer lange Abfahrt am Wildkogel getestet, die längste beleuchtete Rodelbahn der Welt.

In der Kindheit war das Schlittenfahren eine gute Schule fürs Leben. Ein Sinnbild dafür, dass die Genussmomente kostbar sind. Gefühlte zehn Minuten zogen wir den Schlitten auf der vereisten und rutschigen Piste nach oben, um dann eine halbe Minute nach unten zu sausen. Aber diese war es wert: Sie entschädigte für alle Anstrengungen. Später war Schlittenfahren dann kein großes Thema mehr für mich. Ich überließ es den Kindern. Bis wir im vergangenen Winter zum Skifahren in die Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern kamen und ich Rudolf Göstl kennenlernte.

Die längste beleuchtete Rodelbahn der Welt

Der Vorstand der Oberpinzgauer Bergbahnen ist ein leidenschaftlicher Rodler. Und Rudi erzählte mir das Unglaubliche: Es gibt am Wildkogel eine Rodelbahn, die das Genussprinzip quasi umkehrt. Die Smaragdbahn bringt Schlittenfahrer in zehn Minuten auf knapp 2.100 Meter Höhe. Dann geht es 14 Kilometer und 1.300 Höhenmeter hinunter. Selbst sportliche Rodler sind mindestens eine halbe Stunde unterwegs. Mit Kindern dauert das erfahrungsgemäß weit länger, denn der Spaß muss ausgekostet werden!

Das klang so verlockend, dass wir es unbedingt testen wollten. So verabredeten wir uns für den nächsten Abend. Ja, richtig, nicht etwa tagsüber, obwohl da das traumhafte Panorama mit dem Großvenediger im Mittelpunkt einzigartig ist. „Nachtfahrten sind ein besonderes Erlebnis“, schwärmte Rudi. „Da liegt dir das ganze Tal mit all den Lichtern zu Füßen.“ Insgesamt gibt es 100 Rodelbahnen im SalzburgerLand, die Hälfte davon mit Kunstlicht. Schlitten können allerorts ausgeliehen werden.

Wildkogel-Arena Neukirchen & Bramberg: Rodeln auf der längsten beleuchteten Rodelbahn der Welt

Das SalzburgerLand hat eine lange Rodel-Traditon

Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der Ziachschlitten in den schneereichen Wintern das wichtigste Transportmittel, um im unwegsamen Gelände Stroh, Holz und Heu vom Berg hinunter ins Tal zu schaffen. Lasten von mehreren Hundert Kilo zu transportieren, das war bei Gott kein Kinderspiel. Das erforderte Mut, Geschick und Können. Eigenschaften, die bis heute tief in der DNA der Einheimischen verankert sind. Mit beeindruckend rasantem Tempo überholten sie uns auf der Rodelbahn.

„Manche sind über 60 Stundenkilometer schnell“, erklärte Rudi. Und er wäre es wohl auch gewesen, wenn er uns nicht im Schlepptau gehabt hätte. Denn wir hatten vor der Geschwindigkeit, besonders in den extremen Kurven, am Anfang schon mächtig Respekt. „Laufn lassn!“, feuerte uns Rudi an. Bald hatten wir die Technik raus, meisterten die Kurven nur mit Gewichtsverlagerung und ließen auf den Geraden den Schlitten ordentlich sausen. Was für ein Gefühl! Ich war in Versuchung, laut zu jauchzen und fühlte mich wieder so frei und schwerelos wie damals, auf den Rodelhängen meiner Kindheit.

Salzburger Schlitten

Seine Rodelbegeisterung brachte den Elektriker und Tüftler Rupert Gruber aus St. Koloman im Tennengau auf eine ganz besondere Idee: Er erfand eine inzwischen patentierten Rodel mit Bremse.
www.rodelmitbremse.at

Die Rodel-Tradition wird bei zahlreichen Veranstaltungen gepflegt. Besonders spektakulär ist das alljährlich von der Landjugend organisierte „Ziachschlitten Renna“ am Naglköpfl in Walchen/Piesendorf.
www.piesendorf.at

Ein in unvergessliches Abenteuer ist auch eine Pferdeschlittenfahrt durch die tief verschneite Winterlandschaft. Möglichkeit dazu besteht vielerorts im SalzburgerLand, zum Beispiel in Mittersill oder in Filzmoos.

Der Mond in voller Größe, aufgenommen mit einem 200er Tele samt 1,4-fach Converter

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