„Là ci darem la mano …“: Zur Festspielzeit 2026 wird der Residenzplatz zur Bühne für bildende Kunst. Stephan Balkenhol lässt Figuren aus der Opernwelt in den Salzburger Alltag treten – und verbindet damit Festspielatmosphäre, Stadtgeschichte und zeitgenössische Skulptur.
Zur Festspielzeit 2026 wird das SalzburgerLand und die Altstadt Salzburg einmal mehr selbst zur Bühne. Nicht nur in den Festspielhäusern, auf dem Domplatz oder in der Felsenreitschule begegnet das Publikum großen Figuren und bewegenden Geschichten. Auch der Residenzplatz im Herzen der Mozartstadt rückt in den Mittelpunkt: Mit „Là ci darem la mano“ wird dort eine Kunstinstallation des international renommierten deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol entstehen. Seine Figuren aus der Opernwelt verlassen sinnbildlich die Bühne und werden für einige Wochen Teil des Salzburger Stadtlebens.
Kunst mitten im Altstadt-Alltag
Der Titel des Projekts ist Mozarts Oper „Don Giovanni“ entlehnt und bedeutet sinngemäß „Dort werden wir uns die Hände reichen“. Passender könnte die Verbindung zwischen Festspielen, Stadt und bildender Kunst kaum sein. Balkenhols Figuren sollen nicht auf Distanz betrachtet werden, sondern den Menschen unmittelbar begegnen – beim Spaziergang durch die Salzburger Altstadt, auf dem Weg zu einer Aufführung oder bei einer sommerlichen Pause auf dem Residenzplatz.
Dabei greifen sie jene Themen auf, die seit Jahrhunderten die Oper prägen: Liebe, Eifersucht, Macht, Schuld und Freiheit. Als temporäre „Bürgerinnen und Bürger“ Salzburgs holen sie die großen Fragen der Bühne in den Alltag. Gerade während der Salzburger Festspiele entsteht so ein spannender Dialog zwischen Musiktheater und Skulptur, zwischen historischer Kulisse und zeitgenössischer Kunst.
Stephan Balkenhol kehrt zurück nach Salzburg
Stephan Balkenhol ist in Salzburg kein Unbekannter. Seine Arbeit „Sphaera“ am Kapitelplatz zählt zu den bekanntesten Werken des „Walk of Modern Art“. Die männliche Figur auf der goldenen Kugel ist längst zu einem markanten Blickfang der Stadt geworden. Mit der neuen Installation setzt Balkenhol diese Verbindung zu Salzburg fort – diesmal mit einem ganzen Figurenensemble, das die Opernwelt auf den Residenzplatz bringt.
Das Projekt knüpft zugleich an den Erfolg von „Secret Garden“ an. Die monumentalen Skulpturen von Jaume Plensa verwandelten den Residenzplatz im Sommer 2025 in einen Ort der Ruhe und Reflexion und begeisterten Einheimische wie Gäste. Der große Erfolg dieser Kunstinstallation im vergangenen Jahr hat gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach zeitgenössischer Kunst im urbanen Umfeld mitten in der Salzburger Altstadt ist. Aus diesem Grund haben Land und Stadt Salzburg die Stiftung Kunst und Kultur e.V. Bonn rund um ihren Leiter Walter Smerling eingeladen, auch in diesem Jahr ein Projekt am Residenzplatz zu realisieren. 2026 soll der Residenzplatz erneut zeigen, welches Potenzial Kunst im öffentlichen Raum entfalten kann: frei zugänglich, überraschend und mitten im Leben.
Von der offenen Bühne in die Prunkräume des Domquartiers
Aber die Begegnung mit Stephan Balkenhols Kunst endet nicht am Salzburger Residenzplatz. Parallel dazu werden weitere Skulpturen aus dem Themenkreis der Oper in den Prunkräumen des DomQuartiers Salzburg gezeigt. Dort treffen sie auf einen historischen Schauplatz der Salzburger Musikgeschichte. Im Carabinierisaal wurde die erste Oper nördlich der Alpen aufgeführt, und auch Wolfgang Amadeus Mozart hatte in der Residenz seinen Arbeitsplatz. Diese Verbindung macht den besonderen Reiz des Projekts aus. Draußen beleben die Figuren einen der prachtvollsten Plätze der Salzburger Altstadt, drinnen treten sie in einen Dialog mit der Geschichte des fürsterzbischöflichen Salzburg. Für Besucherinnen und Besucher entsteht damit ein Kunstspaziergang, der Festspielatmosphäre, Stadtgeschichte und Gegenwartskunst miteinander verbindet.
Das SalzburgerLand als Bühne der Künste
Die Salzburger Festspiele machen das SalzburgerLand und die Salzburger Altstadt jeden Sommer zu einem internationalen Treffpunkt für Musik, Schauspiel und Oper. „Là ci darem la mano“ erweitert dieses Erlebnis um die bildende Kunst. Unerwartete Begegnungen im öffentlichen Raum laden dazu ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und Salzburg aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen.
Die Installation am Residenzplatz ist von 25. Juli bis 5. September 2026 für alle kunstinteressierten Besucherinnen und Besucher der Salzburger Altstadt frei zugänglich. Die Ausstellung in den Prunkräumen der Residenz kann man von 27. Juli bis 6. Oktober 2026 bewundern. So wird das SalzburgerLand während und über die Festspielzeit hinaus zur großen Bühne – nicht nur für die darstellenden Künste, sondern auch für Skulpturen, die mitten in der Altstadt Salzburg ihre ganz eigenen Geschichten erzählen.