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Spannende Reise in vergangene Zeiten

Bis 1919 wurde in Elsbethen-Glasenbach Schwarzpulver erzeugt. Wie die Menschen dieses Spreng- und Schießpulver in der rund 400 Jahre langen Geschichte der Pulvermacher herstellten, ist im Museum „Zum Pulvermacher“ zu sehen. Berührendes zeigt die diesjährige Sonderausstellung „Not macht erfinderisch“.

Wasser fließt über die Mühlräder der Pulvermühle in Elsbethen-Glasenbach. Franziska Scheibl, die Kustodin des Museums „Zum Pulvermacher“ und ihre Stellvertreterin Ingrid Thaler haben den Wasserhahn aufgedreht und erklären wie rund 400 Jahre lang in Glasenbach aus den Grundstoffen Salpeter, Schwefel und Holzkohle Schwarzpulver hergestellt wurde. Das Museum „Zum Pulvermacher“ befindet sich im ehemaligen Pulvermacherzuhaus. Was hier im Laufe der Zeit an Schaustücken zusammengetragen wurde, kann sich sehen lassen. Auf drei Etagen gibt es tausende Exponate zu bestaunen, die von der Urzeit bis in das 20. Jahrhundert reichen. Es ist alles selbsterklärend beschildert, sodass man sich wunderbar zurechtfindet. 

Pulvermuseum einzigartig in Europa
Die Mischung von Salpeter, Schwefel und Holzkohle musste genau stimmen. Wenn dies nicht der Fall war, konnte das Schwarzpulver leicht explodieren. Verwendet wurde es als Spreng- und Schießpulver. Die maßstabsgetreu nachgebaute Pulvermühle- und -stampfe aus dem Jahr 1876 steht vor dem Museum. Im Museum befindet sich die Pulvermacherstube. Hier erzählen Pläne der verschiedenen Geräte und sehenswerte Exponate von diesem alten Handwerk. Besonders stolz ist Museums-Obmann Richard Breschar auf das Graduierungsgerät. Mit diesem Gerät wurde die Explosionskraft des Schwarzpulvers gemessen. „Es ist sehr gut erhalten. Nicht einmal ein Wurm ist drin“, sagt Breschar. Ein Museum dieser Art ist in Europa einzigartig .

Sonderausstellung „Not macht erfinderisch“
Gleich beim Eingang des Museums fallen zahlreiche Fossilien auf. Sie stammen aus der Glasenbachklamm. In dieser eindruckvollen Klamm vor den Toren der Stadt Salzburg gibt es 200 Millionen Jahre alte Gesteinsformationen, in denen Fossilien wie Fischsaurier, Ammoniten und Haifischzähne gefunden wurden. Im selben Raum des Erdgeschoßes fallen beklemmende Bilder auf. Eine hungernde Mutter mit ihren drei Kinder bittet da kniend um Brot. Kriege, Ausbeutung und der Vulkanausbruch in Indonesien brachten den Menschen große Nöte. Aufgrund des Vulkanausbruches war der Sommer dunkel und kalt. Eine große Hungersnot war die Folge. 1816, das Jahr in dem Salzburg zu Österreich kam, ist auch als „Jahr ohne Sommer“ bekannt. „Die Sonderausstellung „Not macht erfinderisch“ stellt einerseits die politische und wirtschaftliche Notsituation im Salzburg des Jahres 1816 dar, und zeigt andererseits auch die kreativen Ideen der Bevölkerung mit der Situation umzugehen und die Hungersnot zu bewältigen. So wurde etwa Brot ohne Getreide gebacken. Zu den Zutaten zählten Sägemehl, Stroh und Wurzeln. Erfunden wurden das Fahrrad, Geistergeschichten wie Dracula und Josef Mohr schrieb den Text des berühmtesten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Im ersten Stock des Museums wandern Gäste bei ihrem „Spaziergang durch die Dorfstraße“ vorbei den alten Werkstätten des Tischlers, Schusters, Schneiders und Uhrmachers sowie an einem Greislerladen. Im dritten Stock zeugen bäuerliche Geräte wie Dreschmaschinen, von der harten Arbeit auf dem Bauernhof.

Sehenswertes Museum
Das kleine und feine Museum „Zum Pulvermacher“ ist ein guter Tipp bei Regenwetter. Es ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Bahn und Bus gut erreichbar.

Anreise: von der Stadt Salzburg aus (auch vom Bahnhof) : Mit O-Bus Linien 7 und 3;  Haltestelle Kreisverkehr Glasenbach  sowie Salzburg Süd

Bahn: Haltestelle Salzburg Süd jeweils 5 Minuten zum Museum

Öffnungszeiten:

Mai –Oktober So. u. Mi. 10 -12 Uhr u. 14-17 Uhr

sowie nach Anmeldung unter 0676 3158590 – Franziska Scheibl und richard.breschar@sbw.salzburg.at

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