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Libellen – Aus dem Wasser in die Luft

Vor rund 300 Millionen Jahren soll es sie schon gegeben haben: Die Libellen. Geboren und aufgewachsen in Tümpeln und Seen, verbringen sie ihr Erwachsenenleben als elegante Flugakrobaten und Mückenjäger.

Beim Wandern entlang von Weihern und Seeufern im SalzburgerLand kann es sein, dass plötzlich eine Königslibelle auftaucht. Sie kommt ganz nah. Neugierig betrachtet die Flugkünstlerin die Neuankömmlinge. Ihre großen Augen fallen sofort auf: „Jedes ihrer zwei Facettenaugen besteht aus bis zu 30.000 Einzelaugen. Damit können Libellen ausgezeichnet sehen und haben einen Blickwinkel von rund 360 Grad“, ist Dagmar Breschar vom Naturschutzbund Salzburg beeindruckt.
Die Königslibelle bleibt in der Luft stehen und lässt sich mit dem Beobachten und Gesehen werden Zeit. Sie surrt mit ihren zwei Flügelpaaren, die sie ganz unabhängig voneinander bewegen kann. Breschar ist von den Flugkünsten dieser Himmelsjäger begeistert. „Mit ihren Flügelpaaren können Libellen wie ein Hubschrauber in der Luft stehen bleiben, seitwärts ausscheren, rückwärts fliegen und blitzschnell die Richtung wechseln.“ Ihre Größe sowie ihre leuchtend blauen und grünen Farben begeistern Kinder immer wieder. Auch ihre Flügelspannweite mit rund elf Zentimetern und ihre Körperlänge von rund neun Zentimetern beeindrucken Groß und Klein.

Insekten im Flug jagen

Nach einer Zeit hat die Königslibelle genug gesehen. Sie saust seitwärts weg und jagt wieder Mücken nach. Mit ihren zu einer Fangmaske entwickelten Vorderbeinen erbeutet sie Insekten wie Stechmücken im Flug. Ihre Flugkünste und scharfen Augen ermöglichen das genaue Beobachten und Reagieren auf ihre Umgebung. Gut so. Denn Libellen stehen auf dem Speiseplan von Vögeln, Fröschen, Fledermäusen und Katzen.

Fliegende Herzen

Erwachsene Libellen leben nur ein paar Wochen. Die wichtigste Aufgabe dieser geschickten Jägerinnen und Jäger ist nicht lästige Mücken zu verspeisen, sondern ihre Fortpflanzung. Wenn sich zwei Libellen gefunden haben beginnt das Liebesspiel. Im Flug hält das Männchen seine Geliebte hinter dem Kopf fest. Sie biegt ihren Hinterleib an seine Unterseite. Dort, wo man so ein fliegendes Herz, also Libellen bei der Paarung beobachten kann, sind Flüsse, Bäche oder Seen meistens nicht weit entfernt. 

Paarungsrad

Das sogenannte „Liebesrad“ oder Paarungsrad dauert einige Zeit. Danach legt das Weibchen ihre winzigen Eier auf Wasserpflanzen oder im Ufergrund ab. Aus den Eiern schlüpfen die Larven. Sie leben bis zu fünf Jahre im Wasser. Am Ende ihrer Entwicklung klettern sie an einem warmen Frühlingsmorgen auf Halme und Stängel und schlüpfen zum letzten Mal aus dem zu eng gewordenen Chitinpanzer der Larve. Nach dem mühsamen Schlüpfen lassen sie ihren Körper in der Sonne trocknen.

Libelle beim Schlüpfen

Dann heben sie ab und schwirren elegant und leicht davon. Besonders schön zu beobachten sind im Naturschutzgebiet des Zeller Sees zum Beispiel die gebänderte Heidelibelle und die Plattbauch-Libelle. Die Vierflecklibelle flitzt unter anderem im Weidmoos in Anthering Insekten nach und Blauflügel-Prachtlibellen lieben kleine, kühle und saubere Bäche wie den Rigausbach in Abtenau. Wasserjungfern, wie Libellen auch genannt werden, wirken zerbrechlich. Dabei zählen sie – wie Fossilienfunde zeigen – zu den erfolgreichsten Insekten der Evolution. Sie sollen sich seit 300 Millionen Jahren kaum verändert haben.  

Fotos © Robert Hofrichter, Günter Novotny, Josef Limberger, Wolfgang Schruf, Christine Fröschl

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