Heiße Maroni sind auf einem Adventmarkt nicht wegzudenken. So auch am Adventmarkt in Sankt Jakob am Thurn, wo David Nowotny seit über 20 Jahren seine Maroni anbietet. Wie er die beliebten Edelkastanien zubereitet, zeigt er uns direkt vor Ort bei seinem Maronibräter in Sankt Jakob.
Unverkennbar steht er mit Mütze und dicken Wollhhandschuhen hinter seinem Maronibräter und rührt einmal kräftig um. Die Gäste des Adventsmarktes müssen sich noch 15 Minuten gedulden, dann ist die nächste Runde an Maroni fertig.

Letzter Wunsch und erste Versuche
Eigentlich ist David nur durch Zufall zu seiner Tätigkeit als Maronibrater gekommen. Die Geschichte des Adventmarktes ist dennoch eng mit seiner Familie verbunden. Sie begann mit dem letzten Wunsch seiner Großmutter kurz vor ihrem Tod im Jahr 1996, eine neue Kirchenorgel zu installieren. Sie hatte 55 Jahre lang als Organistin und Chorleiterin gewirkt und war eng mit der Kirche in Sankt Jakob verbunden. Ihr Sohn, damals Mitglied des Pfarrkirchenrates, nahm diesen Wunsch zum Anlass, nach einer Möglichkeit zu suchen, die Finanzierung der Orgel zu ermöglichen. In einem kleinen Dorf mit etwas über 400 Einwohnern waren die Kosten von damals zwei Millionen Schilling jedoch eine zu große Herausforderung. So entstand die Idee, einen Adventmarkt zu organisieren und mit dem Erlös die Orgel zu finanzieren. 2001 fand der erste Markt statt, 2003 musste Ersatz für den bisherige Maronibrater gefunden werden. So wurde David, damals noch beim Bundesheer, zum Maronibrater eingeschult oder besser ausgedrückt, ins kalte Wasser geworfen worden. Die ersten Versuch waren nicht gerade von Erfolg geprägt. In seinem ersten Jahr wurde er von einem Maronitester unter die Lupe genommen und bekam eine katastrophale Bewertung. „Ich als Sportler habe das aber nicht auf mir sitzen lassen und es als Herausforderung verstanden“, erinnert er sich zurück. Seine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt. Seine Maroni gehören heute zu den besten in der Umgebung und die Kinder im Dorf freuen sich jedes Jahr auf den „Maroni-David“.

Die Qualität der Ware muss stimmen
Was er in den Jahren gelernt hat ist, dass die Qualität der Maroni einfach passen muss. Mit schlechter Ware kann selbst er kein gute Maroni braten. So arbeitet er heute mit den Lieferanten seines Vertrauens zusammen, die ihn dann jedes Jahr im Spätherbst beliefern. Richtig gelagert halten die Maroni schon einige Zeit. Aber frisch ist noch immer am besten. Bevor sie in den Ofen kommen, schneidet er die Maroni ein – und zwar auf der bauchigen Seite und immer nur so tief wie die Schale ist. „Manche teilen die Maroni fast in zwei Hälften, das ist zu viel“, erklärt er. Er nimmt jede Maroni vorsichtig in die Hand und spürt mit den Finger, ob die Maroni gut ist oder schlecht. Besonders wenn sie hohl klingen, können sie weggeworfen werden. Jetzt kommt es darauf an, den richtigen Mix aus Hitze, Wasserdampf und Zeit zu finden. Er schüttet die Maroni in seine Gasofen.

Die indirekte Hitze des Gasherds ist hier ideal, sonst werden sie zu schnell braun. Alle 10 Minuten hebt er den Deckel ab und besprüht die Edelkastanien mit Wasserdampf. Je mehr desto besser. Danach verschließt er den Deckel sofort wieder und lässt die Hitze mit dem Wasserdampf auf die Maroni wirken. Dadurch wird nicht nur die Schale von der Frucht, sondern auch die Haut dazwischen gelöst. Das macht er in Summe drei mal, bis nach ungefähr 30 Minuten die Maroni fertig zum Verzehr sind. Die größeren lässt er etwas länger im Ofen, die kleinen kommen früher raus. Wenn die Frucht nicht mehr glasig und fest im Biss ist, dann sind sie bereit für die Gäste des Adventmarktes.

Natürlich können die Maroni auch in eine Schüssel mit Wasser gelegt werden, das ist für ihn vor Ort nur schwer möglich. Bei dieser Methode werden auch leicht die schlechten von den guten getrennt. Die schlechten schwimmen an der Wasseroberfläche, da sie durch die Wurmlöcher mit Luft gefüllt sind.
Schlechte Maroni werden umgetauscht
Wenn bei ihm einmal eine schlechte Maroni durchrutscht, dann tauscht sie David gerne um. Seine Maroni stehen eben für gleichbleibende Qualität und Handarbeit und sind ein Stück gelebte Dorfgeschichte und mit seiner persönlicher Verbundenheit.
Ab 28. November 2026 ist der Adventsmarkt jedes Wochenende und am 8. Dezember von 14.00 bis 19.00 Uhr geöffnet!