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Wilhelm Scherübl – Bildhauer und Künstler aus Radstadt

Der Salzburger Wilhem Scherübl ist Bildhauer und Künstler. Seine Installationen, Skulpturen und Grafiken sieht man bereits seit 1988 im öffentlichen Raum, bei diversen Kunstprojekten und bei zahlreichen Ausstellungen in Galerien, wie beispielsweise der MQ Artbox in Wien, der Galerie Eboran oder dem Salzburg Museum in Salzburg.

Im Kunsthaus NEXUS in Saalfelden ist noch bis 14. Juni 2019 Scherübls aktuelle Ausstellung „Über Wasser gehen“ zu sehen.

Kathedrale, Nußbaum, Künstler Scherübl © phelps

Die Natur – Ideengeberin, Gegenstand von Reflexion und Materiallieferantin für die Kunst

Scherübl wurde 1961 in Radstadt geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet. Dort, in Radstadt am Schwemmberg im SalzburgerLand umgibt ihn Natur pur. Die Natur ist für Scherübl Gegenstand von Reflexion, persönlicher Erfahrungs- und Erlebnisraum, Gegenüber für Interaktion und Dialog, Ideengeberin sowie Materiallieferantin für seine Kunst.

Die Auseinandersetzung mit der permanenten Transformation

Das Verhältnis künstlicher Eingriffe in die Natur und natürlicher Entstehungsprozesse, sowie die Strukturen der Natur und die immerwährende Veränderung wie beispielsweise das Entstehen und Vergehen von Materie, beschreibt Scherübl als „permanente Transformation“ und diese steht seit vielen Jahren in seinem Focus.

Als Bildhauer spielt für Scherübl die Formgebung eine große Rolle. Mit Bedacht und Achtsamkeit wird Materie entnommen, verarbeitet, hinzugefügt und wieder verarbeitet. Dies basiert auf einem selbst auferlegten, prozessualen, physisch energetischen und rituellem Handeln. Damit will Scherübl die Zeit erfahrbar und visualisierbar machen. Das künstlerische Tun und die beschriebenen Abläufe sind Teil des Lebensweges. Die Transformation in Scherübls Werken geschieht durch bewusst künstliche Eingriffe und Aktionen und wird durch echte Naturvorgänge ergänzt. Scherübls Ausdruck ist dabei stets zurückhaltend, schlicht und gerade deswegen sehr erhellend. Wer sich mit Scherübl länger beschäftigt, erkennt die durchwegs kritischen Haltung seiner Werke.

Installation mit Plfanzen und künstlichem Licht

Sonnenblumen im Rahmen von künstlichem Licht im dunklen Raum, Künstler Scherübl © Scherübl

Beim Besuch in Scherübls Atellier in seinem Haus am Schwemmberg in Radstadt steht er für ein Interview bereit. Dabei verrät er auch sein Lieblingsrestaurant und hat ein paar Tipps fürs Wandern und Skitourengehen in seiner Umgebung, in der Urlaubsregion Salzburger Sportwelt.

Gibt es ein bestimmtes Ereignis oder einen bestimmten Grund, warum Sie sich so intensiv mit der Natur und den Prozessen auseinander setzen?

„Nein – gibt es nicht. Ich bin halt hier in der Natur aufgewachsen – es ist auch ein kontinuierlicher Prozess. Auch die Ausbildung als Holz- und Steinbildhauer – das Schnitzen spielt eine Rolle.“

Wie oft sind Sie selbst draußen in der Natur?

„Ich bin von Kind an draußen – als Kind machte ich Skilanglauf, später war ich am Klettern – dabei fand ich meinen Rahmen, aber auch Radfahren, Bergsteigen, Wandern, Skitourengehen ist Bestandteil meines Lebens. Das spielt wahrscheinlich auch eine Rolle bei dem Ganzen.“

In welchem Verhältnis bzw. in welcher Beziehung stehen Mensch und Natur?

„Ich würde eher sagen – es gibt eine Gegensätzlichkeit von Mensch und Natur. Natur ist Natur und der Mensch ist Kulturträger.“

Ist der Ausdruck Ihrer Kunst zurückhaltend oder kritisch?

„Schon kritisch. Wenn man sich darauf einlässt, erkennt man das Kritische. Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung – der Mensch ist das Wesen, das am meisten verbraucht. Natur reparieren geht nicht – der Mensch nimmt sich sehr wichtig. Mehr Demut und Zurückhaltung wäre angebracht!“

Welches Naturmaterial ist für Sie das Wichtigste für Ihre Kunst und warum?

„Bei Arbeiten im öffentlichen Bereich ist es meistens der Lindenbaum – er ist Symbol für die Liebe, für Wahrheit, für Gerechtigkeit und Fürsorge, und Sinnbild für Gemeinschaft. Er ist der Baum des Volkes. Die Sonnenblume war es früher sehr lange – ganz einfach, weil sie billig ist. Die Samen kann man sehr günstig als Vogelfutter kaufen. Die Sonnenblume zeichnet die Sonnenbahn nach – sie ist Energiespender für unser ganzes Leben.“

Formgebung, Transformation, die Gegensätzlichkeit von Natur und Mensch – damit beschäftigen Sie sich schon viele Jahre. Wie verwenden, und wiederverwenden Sie Naturmaterial?

„Es geht mir um das Umkreisen – es ergeben sich dynamische Prozesse. Wasser, Licht Erde – ist für alle notwendig um den Planeten lebendig zu erhalten – ich bin nicht ausschließlich auf ein Thema oder einen Schwerpunkt fixiert. Für mich ist das komplexer. Ich arbeite mit Wasser, Licht, Pflanzen und Bäumen.“

Was bedeutet es Ihnen hier im SalzburgerLand in Radstadt am Schwemmberg zu leben?

Licht, Sonne von in der Früh bis am Abend – Überblick und Weitblick, und ein gutes Wirtshaus nebenan, der Berggasthof Rohrmoos – hier bekommt man ausgezeichnete, fangfrische Forellen und wunderbare Wildgerichte – und a guats’ Weißbier!“, schmunzelt Scherübl.

Wo sieht man aktuell Ihre Kunst?

Sie sind sehr sportlich und waren früher auch aktiv bei der Bergrettung. Welche Ausflugstipps haben Sie für die Leser des SalzburgerLand Magazins in Ihrer Heimat um Radstadt, in der Urlaubsregion Salzburger Sportwelt?

  • „Der Berg „Rossbrand“ ist ein wunderschöner Aussichtsberg. Hier gibt es auch für Skitourengeher eine schöne Einsteiger-Tour. Ausgangspunkt ist der Schranken der Wintersperre. Abfahrbar ist die Tour über lichten Wald oder über die gesperrte Rossbrand-Strasse. Dauer ca. 1,5 Stunden. Einkehrtipp: Karhütte (nur im Winter geöffnet).
  • Die Bürgerbergalm wäre auch ein lohnender und sehr schön gelegener Rastplatz auf dem Wanderweg von Radstadt auf den Rossbrand und ist für seine ausgezeichneten Kasnocken bekannt.
  • Einkehr im Berggasthof Rohrmoos mit oder ohne Wanderung. Hier gibt es fangfrische Forellen und Wild aus Eigenjagd hausgemachte Süßspeisen.“

Künstler-Kontakt:

Wilhelm Scherübl
Salzburgerstrasse 1
5550 Radstadt
wilhelm@scherübl.at
www.scherübl.at

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