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(Vor)-Weihnachtliches Kletzenbrot

Wenn das erste frischgebackene Kletzenbrot in der Adventszeit aus dem Ofen kommt, erfüllt sich die Küche schlagartig mit einem weihnachtlichen Duft. Beim Anschnitt des Weckens kracht die knusprige Brotrinde und die saftig-weiche Fülle aus gedörrten Birnen (Kletzen), Rosinen, Nüssen und Sauerteig verströmt ein fruchtiges Aroma. Im SalzburgerLand ist das Kletzenbrot heute noch ein traditionelles Weihnachtsgeschenk an die Patenkinder.

Auch wenn es regional viele verschiedene Variationen dieses süßen Früchtebrotes gibt – mancherorts werden zusätzlich noch Feigen, Aranzini oder Datteln hinzugefügt – eines bleibt immer gleich: Der Pawlowsche Effekt! Denn schon beim ersten Bissen denkt man an Christbaum, Kerzenleuchten und Geschenke.

Kathi Wimreiters Familienrezept
Kathi Wimreiter vom Gasthof Bärenwirt in Fusch an der Glocknerstraße ist eine wahre Kletzenbrot-Spezialistin. Für Verwandte und Freunde bäckt sie jedes Jahr 54 Wecken! Dieses Jahr waren es 55, denn für das SalzburgerLand Magazin hat sie extra noch einmal die Teigschüssel gerührt.

Kathi´s Originalrezept, das in der Familie überliefert wurde, ergibt neun Wecken á 2 Kilo – da diese Mengen für heimische Backrohre kaum zu bewältigen sind, haben wir das Rezept auf 6 Laibe zu je einem Kilo umgerechnet. So hat man im Handumdrehen nicht nur selbst die perfekte kulinarischer Einstimmung aufs Weihnachtsfest, sondern gleichzeitig noch köstliche Geschenke für gute Freunde gebacken.

Gutes Gelingen und lasst es euch (am besten mit frischer Butter) schmecken!

Zutaten:
Für den Roggenteig:

1,70 Kilo Roggenmehl
20 g Salz
4 Päckchen Trockengerm
ca. 1 ¼ Liter lauwarmes Wasser

Für die Fülle:
1,70 Kilo Rosinen
300 g Kletzen
200 g ganze Haselnüsse
10 g gemahlene Nelken
20 g gemahlener Zimt
1/8 Liter Rum
½ Liter Wasser

Die Zubereitung:
Für den Brotteig rührt man Mehl, Salz und Germ mit dem lauwarmen Wasser rund 10 Minuten in der Rührmaschine zu einem geschmeidigen Teig. Danach den Teig zwei Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, mit Mehl bestäuben und einem Tuch abdecken. Zwischendurch wieder mit der Hand niederschlagen. Gleich nach dem Brotteig wird die Fülle vorbereitet. Rosinen, Nüsse, Kletzen (bekommt man saisonal im Supermarkt backfertig zu kaufen), Nelken- und Zimtpulver mit Rum und Wasser einweichen. Diese Mischung zwei Stunden stehen lassen und zwischendurch umrühren damit sich die gedörrten Früchte mit dem Wasser und dem Rum gleichmässig vollsaugen können.

Das „Bladl“ ist die Brotrinde, damit die Rosinen nicht anbrennen. Aus dem gut aufgegangenen Brotteig werden dazu 6 Handvoll Teig entnommen und auf einer bemehlten Unterlage einzeln ausgewalkt und beiseite gelegt. Der restliche Brotteig wird in 6 gleich grosse Teile geteilt. Zwei Hände voll von der mittlerweile gut durchzogenen Fruchtfülle nehmen, in einen der sechs Brotteig-Teile drücken und gut durchkneten. Den mit der Fülle gemischten Teig zu einem Wecken formen und in der Mitte durchschneiden. Sollte zu wenig Frucht in der Fülle sein, noch etwas dazugeben und den Teig wieder zu einem Wecken formen.

In der Zwischenzeit das Backrohr auf 150 Grad vorheizen. Die Wecken auf die beiseite gelegten Bladln platzieren und darin einschlagen. Das Bladl gut festdrücken – die Unterseite des Weckens muss nicht vollständig bedeckt sein. Das Kletzenbrot auf ein befettetes Backblech legen. Vor dem Backen mit Wasser gut bestreichen und mit einer Gabel einstechen, damit die Rinde nicht einreisst. Wenn das Kletzenbrot nach rund einer Stunde bei 150 Grad aus dem Ofen kommt klopft man darauf. Klingt es hohl ist es fertig.

Sollte das Kletzenbrot nicht ohnehin in Windeseile verzehrt sein, lagert man es am besten in ein feuchtes Tuch gehüllt im Kühlschrank. So wird es nicht hart und hält lange. Mein Wecken Kletzenbrot ist bereits angeschnitten und wird mit guten Freunden geteilt. 😉

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Kommentare

Kommentare

  1. geschrieben von beate salchegger

    Danke für das gute Rezept ,sehr gut gelungen ,schmeckt auch wunderbar.L.G.Beate

  2. geschrieben von Finze

    Vielen, vielen Dank! Ich freu mich schon auf die ersten frisch gebackenen Laibe.

  3. Edith Danzer
    geschrieben von Edith Danzer

    Liebe/r Finze – Die Zubereitung ist nun auch im Text ersichtlich. BG & Viel Spaß beim Backen!

  4. geschrieben von Finze

    Leider geht es mir wie Herrn Bergthaller und kann keine Bildtexte einsehen.
    Wenn Sie eine kurze Beschreibung des Rzepze senden könnten wäre ich Ihnen sehr dankbar!

    MfG Finze

  5. Edith Danzer
    geschrieben von Edith Danzer

    Lieber Wolfgang, vielen Dank für dein Feedback. Es freut uns natürlich besonders, wenn in weiter Ferne Kletzenbrot gebacken wird. Deine Fragen werden zum Großteil in den Bildtexten beantwortet. Die Kletzen – also die entstielten, entkernten und gedörrten Birnen – können backfertig gekauft werden. Sie benötigen dann keine weitere Vorbereitung. Einfach mit den Nüssen und Rosinen, Rum, Wasser, Gewürzen wie beschrieben mischen. Die Füllung ist eine Mischung aus dem Roggenteig (der vor dem Mischen mit den Früchten bereits 2 Stunden gegangen ist) mit den eingeweichten Früchten. Der Teig zum Einschlagen ist der selbe wie in der Fülle – er wird als erstes beiseite gelegt, bevor die Füllung gemischt wird. Gebacken wird bei 150 Grad im Backrohr – ca 1 Stunde. Bitte melde dich einfach, wenn du noch Fragen hast. Ich wünsche gutes Gelingen! Ein Foto vom Ergebnis würde uns natürlich sehr freuen! LG Edith

  6. Daniela Jäger
    geschrieben von Daniela Jäger

    Sehr geehrter Herr Bergthaller, vielen Dank für Ihr Feedback. Haben Sie auch konkrete Fragen? Wir unterstützen Sie natürlich sehr gerne, Schritt für Schritt beim Kletzenbrot nachbacken, falls etwas in der Beschreibung unklar ist! beste Grüße aus dem SalzburgerLand

  7. geschrieben von Wolfgang Bergthaller

    Ich backe auch in weiter Ferne seit vielen Jahren ein Kletzenbrot zur Adventszeit. Bei allem guten Willen, die Fotos ersetzen eine ordentliche Rezeptbeschreibung nicht und ohne diese kann ich mir nicht vorstellen, daß das Kletzenbrot gelingt. Es sei denn, man hat backtechnische Vorkenntnisse. Wie werden die Kletzen vorbereitet? In der allgemeinen Beschreibung wird Sauerteig erwähnt; wo ist der im Rezept (in älteren Kochbüchern findet man häufig einen Sauerteig angegeben)? Der fertig gemischte Früchteteig ist ein „schwerer“ Hefeteig und geht dann nicht mehr so einfach auf. Soll das etwa nicht mehr nötig sein?Welcher Teig wird zum Einschlagen der Wecken genommen. Es ist sicherlich ein Weizen-Hefeteig. Angaben zum Backen (Temperatur, Zeit) fehlen auch.

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