Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Outdoor & Sport » Wachgeküsst: das Revival eines Skibergs

Wachgeküsst: das Revival eines Skibergs

Der Ronachkopf in Zell am See-Thumersbach wird ab dem Winter 2014 der erste Skitourenberg des SalzburgerLandes. Hier sind die befellten Skibergsteiger nicht nur geduldete Pistennutzer, sondern der ganze Skiberg heißt die Anhänger des boomenden Wintersports herzlich willkommen. 

Thumersbach, an der Sonnenseite des Zeller Sees, bietet dem Gast den idealen Erholungsaufenthalt. Mehrere Schilifte, gut präparierte Übungshänge, Abfahrten auch für schwache Fahrer sowie für Könner!“  So lautete der märchenhafte Text einer Werbebroschüre aus den 60er-Jahren, in dem die Pisten am Ostufer des Zellersees – in Sichtweite der damals schon renommierten Skigebiete Schmittenhöhe und Kitzsteinhorn – beworben wurden.

Bereits im März 1908 fand am Ronachkopf der erste Klublauf des Zeller Skiclubs statt, in dem Hans Unterganschnigg in perfekter Arlbergtechnik siegte. Traumhafte Pisten mit sagenhaftem Rundumblick auf die Tauern und Steinberge konnten den Ronachkopf jedoch nicht vor seinem wirtschaftlichen Schicksal retten. Ohne Beschneiung und rettende Investitionen wurde vor nunmehr 15 Jahren der letzte Liftbügel eingezogen und der Ronachkopf fiel in einen tiefen Dornröschenschlaf.

Das Skigebiet in den 60ern

Das Skigebiet in den 60ern

Von Prinzen und Dorf-Power
Wer das Dornröschen-Märchen kennt, weiß, dass es eines Prinzen bedarf, der die schöne Prinzessin aus ihrem Tiefschlaf wachküsst. Dieser Prinz tritt im Falle des Ronachkopfs in Gestalt von Fritz Unterganschnigg, Enkel des ersten Ronachkopf-Klublauf-Siegers und Geschäftsführer des Zeller Skiclubs, in Erscheinung. „Schon seit einigen Jahren schwebt mir diese Idee eines Skitourenbergs vor und in mehreren Gesprächen mit der Gemeinde reifte die Idee zum Konzept. Gemeinsam mit der örtlichen Initiative ,pro Thumersbach‘ – ein unparteiischer Zusammenschluss von Einheimischen, die in ihrem Dorf etwas bewegen möchten – holten wir die Grundstücksbesitzer auf unsere Seite. Nach einigen Begehungen vor Ort hatten wir die Zusage in der Tasche und auf dem seit 15 Jahren brachliegenden Gelände des Ronachkopfs entstand der erste reine Skitourenberg des Landes“, erzählt Fritz Unterganschnigg über die Anfänge des Projekts.

Gemeinsam mit 36 Freiwilligen aus dem Dorf sorgte Ingo Dürlinger und sein Team für eine perfekte Abfahrt.

Gemeinsam mit 36 Freiwilligen aus dem Dorf sorgte Ingo Dürlinger und sein Team für eine perfekte Abfahrt.

Auch Ingo Dürlinger, Betriebsleiter auf der Schmittenhöhe, ist in seiner Freizeit einer jener Skipioniere, die den Ronachkopf wieder zum Leben erweckten und er erzählt: „36 Freiwillige aus dem Dorf haben im September in einem gemeinsamen Arbeitseinsatz 8.000 m² dichten Jungwald gerodet, der nach der Schließung des Skigebietes im oberen Bereich aufgeforstet wurde. Das beweist, dass hier der dörfliche Zusammenhalt noch funktioniert. Ein schönes Gefühl! Durch diesen Einsatz steht eine 2.500 m lange Skiroute mit herrlichem Rundpanorama für den Winter bereit. Die Tour auf den Ronachkopf ist für Tourenski-Sportler und Schneeschuh-Wanderer eine landschaftlich schöne und einfache Strecke. Nach einem gemütlichen Anfangsaufstieg folgt ein etwas anspruchsvolleres Mittelstück, bevor man nach einem weiteren Flachstück den Gipfel oberhalb der Enzianhütte, auf 1.350 m Seehöhe, erreicht. Mit ihren 500 Höhenmetern ist die Tour sowohl für Anfänger als auch für Könner bestens geeignet  und die hungrigen Wintersportler werden in der Enzianhütte vom Hüttenwirt Thomas Schmiderer täglich mit heimischen Köstlichkeiten verwöhnt.  Um auch weniger versierten Tourensportlern eine genussvolle Abfahrt zu ermöglichen, steht ein Pistengerät – eine Leihgabe der Schmittenhöhe – zur Verfügung, um die Skiroute bei Bedarf zu präparieren. Je nach Schneelage kann die Route von Anfang Dezember bis Mitte April begangen werden und bietet auch im Frühjahr noch eine schneesichere Abfahrt bis ins Tal.“

Die Initiatoren der Projektgruppe Skiroute:  v.l. Peter Wittner, Josef Zehentner, Ingo Dürlinger, Thomas Schmiderer, Erich Mayr, Christian Steiner und Fritz Unterganschnigg.

Die Initiatoren der Projektgruppe Skiroute: v.l. Peter Wittner, Josef Zehentner, Ingo Dürlinger, Thomas Schmiderer, Erich Mayr, Christian Steiner und Fritz Unterganschnigg.

Chancen für den sanften Tourismus
So trägt der wachgeküsste Ronachkopf dem unglaublichen Boom des Skitourengehens Rechnung und bietet das ideale Terrain für jene Sportler, die über gesicherte Routen zum Gipfel möchten. Ein Blick in die Zukunft des Ronachkopfs zeigt, dass die Initiatoren des Skiberges noch große Pläne haben: Eine Rodelbahn und weitere Schneeschuh-Routen zur Erweiterung des sanften Tourismuskonzeptes liegen bereits vor. Wachgeküsst und frisch herausgeputzt zeigt sich das Dornröschen „Ronachkopf“ erstmals am 7. Dezember bei der offiziellen Eröffnung der Skiroute auf der Enzianhütte.

Weitere Information:

Initiative Pro-Thumersbach

Enzianhütte

Voriger Beitrag

Sicherheit abseits Piste … »

Nächster Beitrag

Der frühe Skifahrer fängt die … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mit Facebook kommentieren

Kommentare

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Blogheim.at Logo

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen