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Vom Schaf zum warmen Lodenjanker

Franz Huber aus Mariapfarr verarbeitet Schurwolle zu feinem Garn und buntem Vlies. Bauern aus der Region bringen dazu die Rohwolle.

Der Betrieb vom Lungauer Franz Huber wäre gar nicht so einfach zu finden, gäbe es nicht die Hinweisschilder. Am Ende der schmalen Straße des Mariapfarrer Ortsteils Bruckdorf befindet sich schließlich die Firma Huber-Wolle -Spinnerei und Strickerei. Rosa und Franz Huber freuen sich über den Besuch. Gerne zeigen sie ihren Betrieb.
In der Nähe des Einganges stehen große Säcke – prall gefüllt mit weißer, brauner und schwarzer Rohwolle. Auch kräftige Gelb-, Orange-, Rot- und Blautöne gibt es. Huber färbt sie in speziellen Maschinen. Die gefärbte oder die naturbelassene gesäuberte Rohwolle wird, bevor sie weiterverarbeitet wird, gekämmt. Das geschieht in der Krempelmaschine. Alle Fasern werden ganz fein aufgesplittet und parallel ausgerichtet. Dieses feine Vlies rollt Huber zu Ballen. Bäuerinnen und Hobbyspinnerinnen aus der Umgebung holen sich dieses Vlies und spinnen auf dem Spinnrad feines Garn für Socken und Fäustlinge. Aus dem bunten Vlies entstehen warme Patschen, kreative Taschen und kunstvoller Schmuck.

Alte Maschinen für neue Fäustlinge
Das restliche Vlies kommt in große Fertigungsmaschinen. Da wird es zu feinen Fäden gesponnen und zu zwei- oder dreifädigem, festem Handstrickgarn verarbeitet. In Hubers Betrieb stehen vor allem alte Maschinen. „Die älteste ist 100 Jahre alt, die jüngste hat auch schon um die 30 Jahre gedient“, sagt Huber stolz. Die Wolle wird auf Strickmaschinen emsig zu Westen, Socken und Fäustlinge (Handschuhe) verarbeitet. Damit sie besonders warm sind, walkt Huber sie. Mit walken ist nicht das englische gehen, sondern das Verfilzen des Gewebes gemeint. Jacken, Fäustlinge und Socken sind um rund ein Drittel größer und werden zu heiß gewaschen. Durch den Schleuder – und Waschvorgang verfilzt die Wolle und geht um rund.40 Prozent ein. Dabei werden unzählige Luftkammern im Stoff eingeschlossen, die wie eine Schutzschicht schützt. So bleibt die Temperatur im Inneren der Fäustlinge bei Kälte und Wind nahezu konstant, da die eingeschlossenen Luftkammern wie eine Pufferzone wirken. Außerdem kann das gewalkte Stück gut die Hälfte des Eigengewichtes Wasser aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen.

Im angeschlossenen, kleinen Geschäft werden die Produkte von Huber-Wolle verkauft. Touristen interessieren sich für das Garn, das Vlies, die gewalkten Fäustlinge, Socken und Jacken. Als Mitbringsel für ihre Lieben, nehmen sie die warmen Fäustlinge mit. Viele Infos über spinnen, stricken und walken gibt es auf  http://www.huber-wolle.at.

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