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Schurwolle: Die wohlig-warme Hülle vom Schaf

Im Herbst und im Frühjahr verpasst Peter Buchegger aus Abtenau seinen Schafen einen Kurzhaarschnitt. Die wertvolle Schurwolle wird zu warmen Mützen, Schals, Fäustlingen und Westen gestrickt, gewalkt und gehäkelt.

Im Oktober und November und manchmal an warmen Dezembertagen stehen oder liegen die Schafe im Salzburger Land gemütlich auf den Weiden nahe des Bauernhofes. Sie schauen neugierig und grasen gemächlich. Die Lämmchen springen herum und spielen Nachlaufen. Durch ihr dichtes, weiches, wasserabweisendes Fell sind diese wolligen Vierbeiner bestens vor Kälte, Nässe, Hitze, Sturm und Regen geschützt. Bevor sie die frostigen Wintertage im warmen Stall verbringen, bekommen sie vom „Friseur“ einen Kurzhaarschnitt. „Die Schur ist für das Wohlbefinden der Tiere notwendig, weil sie im warmen Stall weniger schwitzen und Luft auf die Haut kommt“, erzählt Peter Buchegger vom Einbergbauern in Abtenau.

Gepflegte Schafe

Buchegger ist ein geübter Scherer. Blökend und mit neugierigen Blicken warten die Schafe im Stall auf ihren Haarschnitt. Buchegger spricht mit ruhiger Stimme, sucht ein Schaf aus und bringt es zum Schurplatz. Ruhig, schnell und konzentriert schneidet er mit dem elektrischen Schurapparat die Haare ab. In weniger als zehn Minuten ist der Friseurtermin beendet. Wenn sich das Schaf während der Schur bewegt, kann es sein, dass es leichte Schnittwunden bekommt. Buchegger behandelt sie mit einer desinfizierenden Flüssigkeit. „Dadurch heilt die Wunde schneller und die Fliegen lassen das Schaf in Ruhe“, sagt der Bauer. Nach der Schur läuft das Schaf mit den anderen Wollträgern auf die Weide und gibt sich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung – dem Fressen hin.
Buchegger sammelt die Schurwolle und sortiert sie nach ihren Farben weiß, grau und schwarz. Sie ist Ausgangsmaterial für kuschelige Schals, warme Hauben, Trachtenjanker und Lodenmäntel.

Hochwertige Wolle

In früheren Zeiten spannen Bäuerinnen und Mägde in den Stuben mit ihren Handspinnrändern die rohe Wolle zu Garnen. Daraus strickten sie Socken, Fäustlinge, Pullover und Jacken. Sie gehörten damals zu den wichtigen, wärmenden Kleidungsstücken, die die bäuerliche Bevölkerung besaß. Immer mehr Frauen verarbeiten heutzutage wieder Rohwolle zu Garnen und stricken daraus ihren Lieblingspullover und ihre Lieblingspatschen. Dabei geht es vor allem um die Freude am Selbermachen.

 

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