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Skiwachsel im Blut

„Ihr Salzburger habt wohl alle Skiwachsel im Blut“, meinte kürzlich ein Urlaubsgast und spielte dabei auf die großartigen Ergebnisse bei der alpinen Ski-WM in Vail an. Mit dem Medaillenregen verwandelten insbesondere die heimischen Rennläufer um Marcel Hirscher, Anna Veith, Hannes Reichelt, Michaela Kirchgasser & Co die WM zu wahren Salzburger Ski-Festspielen.

Ein Salzburger, der mit Sicherheit Skiwachsel im Blut hat, ist Bartl Gensbichler aus Saalbach Hinterglemm. Bei dem charismatischen Tausendsassa dreht sich 365 Tage im Jahr alles um Schnee und die zwei Bretter, die für ihn die Welt bedeuten. Skilegende, Ex-Frontman der legendären Skilehrermusi, Skischulbesitzer, Skiclub-Obmann und nicht zuletzt Präsident des Salzburger Landesskiverbandes. Wo fängt man also an, wenn man diesen „Hans Dampf auf allen Pisten“ porträtieren möchte? Am besten da, wo alles begann.

Im kalifornischen Heavenly Valley ging der sportliche Stern von Bartl Gensbichler auf.

Im kalifornischen Heavenly Valley ging der sportliche Stern von Bartl Gensbichler auf.

Das himmlische Tal
Nach seinem ersten großen Erfolg mit zwei Silbernen und einer Goldmedaille bei der Junioreneuropameisterschaft 1974 in Jasna ging im kalifornischen „Heavenly Valley“ 1977 für Bartl Gensbichler mit einem Weltcupsieg in der Abfahrt sein sportlicher Stern auf. Nach einem verletzungsbedingten Karriereende kehrte er 1978 in sein himmlisches Tal – das Glemmtal – zurück. Gemeinsam mit seinem Partner Thomas Wolf gründete er dort die Ski- und Snowboardschule „Snow & Fun“ und trat als Funktionär dem Schiclub Saalbach Hinterglemm bei. Mit seiner volkstümlichen Musikgruppe „Bartl Gensbichler und seine Skilehrermusi“ baute er sich eine große internationale Fangemeinde auf und als Veranstalter des Musikfestivals „Musikanten Ski-WM“ feierte er über viele Jahre Erfolge.  „Die ,Skilehrermusi‘ wurde mittlerweile in Pension geschickt und auch die ,Musi-WM‘ ist Geschichte“, blickt er etwas wehmütig zurück. Doch Zeit zum Beine-Hochlegen gönnte sich Bartl Gensbichler danach nicht. Seit 2003 steht er als Obmann dem Schiclub Saalbach Hinterglemm – mit über 700 Mitgliedern dem größten des SalzburgerLandes – vor. Dieser Schiclub hat Geschichte – und zwar eine 100-jährige! So sieht Bartl Gensbichler es auch als eine Art Geburtstagsgeschenk, dass im Februar 2015 das spektakuläre Weltcup-Comeback mit zwei bestens organisierten Rennen am Zwölferkogel gefeiert werden konnte.

Am Start mit Georg Streitberger beim WC-Comeback in Saalbach Hintergelmm. c der-fotoigel.at

Am Start mit Georg Streitberger beim WC-Comeback in Saalbach Hintergelmm. c der-fotoigel.at

Talenteschmiede SalzburgerLand
Neben den heimischen Skiclubs, die den Nachwuchs-Rennläufern bei ihren ersten Schritten in den Renncircus mit Trainings zur Seite stehen, ist es vor allem der Salzburger Landesskiverband, der als wahre Talenteschmiede für spätere ÖSV-Läufer gilt. Auch hier mischt Bartl Gensbichler kräftig mit – steht er dem Verband doch seit 2011 als Präsident vor. „Neben der Förderung unserer Profis steht die Sicherung der Basis an erster Stelle. Unsere heimischen Vereine legen den Grundstein, indem sie die Kinder auf die Piste bringen und die technischen Grundlagen vermitteln. Die Landesverbände sind dann die nächsten Wegbegleiter der Talente bis zum Eintritt in den Österreichischen Skiverband. Das SalzburgerLand ist mit Trainingsmöglichkeiten für den Nachwuchs perfekt aufgestellt. Der Zwölferkogel in Hinterglemm und der Hinterreitlift in Maria Alm sind auch bei internationalen Skiteams begehrte und vielfrequentierte Trainingsplätze. Doch auch in den Sektionen Nordische Kombination, Biathlon, Freestyle, Langlauf und Skisprung verbuchen wir äußerst erfreuliche Erfolge“, erzählt er und koordiniert ganz nebenbei seine Skilehrer und den Skiverleih. „Wintersport war immer mein Leben – und vom Wintersport lebe ich auch“, erklärt der braungebrannte 58-Jährige sein vielseitiges Engagement.

Die legendäre „Skilehrermusi“ mit Frontman Bartl (4. von rechts) ist heute „in Pension“. c der-fotoigel.at

Die legendäre „Skilehrermusi“ mit Frontman Bartl (4. von rechts) ist heute „in Pension“. c der-fotoigel.at

Logenplatz am Speicherteich
Was er sich für seine Zukunft wünscht, möchte ich wissen und prompt antwortet er: „Gesundheit, denn dann hat man alles, was man braucht. Ich bin seit 30 Jahren glücklich verheiratet, habe zwei gesunde Kids und bin mittlerweile auch zweifacher Opa. Für die Familie möchte ich mir speziell im Sommer mehr Zeit nehmen. Wenn ich nicht gerade in den stressigen Planungen für den Landesskiverband stecke, mache ich hier im Glemmtal wunderschöne Touren auf dem E-Bike oder gehe golfen. Ein Logenplatz, an dem ich durchatme und mir Inspiration hole, ist der Speicherteich auf der Hochalm. Ich genieße die Ruhe an dem See und tanke dort meine Kraft für kommende Herausforderungen. Schön wäre es natürlich, wenn eine diese Herausforderungen die WM-Zusage für Saalbach Hinterglemm bedeutet.“

Fotos: der-fotoigel.at/Richard Ronacher (3), Privat (1)

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