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Miriam Fussenegger – die ‚Neue‘ vom Domplatz

Welche Farbe das Kleid wohl heuer hat? Trägt die ’neue‘ Buhlschaft die Haare offen? Wird eine so ‚Junge‘ dieser doch sehr großen Aufgabe denn überhaupt gerecht? Fragen über Fragen, die jedes Jahr aufs Neue durch die engen Gassen des Salzburger Festspielbezirks hallen. Denn kaum eine andere Rolle in der internationalen Welt des Theaters und der Hochkultur erregt seit so vielen Jahrzehnten so viel Aufmerksamkeit und Medienrummel, wie die der weiblichen Hauptrolle aus dem legendären Jedermann. 2016 ist es Miriam Fussenegger aus Linz, die in wahrlich großen Fußstapfen steigt und alle Blicke der Mozartstadt auf sich ziehen wird. 

Christiane Hörbiger, Senta Berger, Veronica Ferres, Birgit Minichmayr, Brigitte Hobmeier… alles große Namen, in deren Mitte sich die 25-jährige Miriam Fussenegger im Sommer 2016 einreihen wird. Buhlschaften durch und durch, die pure Verführung ausstrahlend, nehmen sie im Jedermann, dem Stück von Hugo von Hofmannsthal, das die Salzburger Festspiele weltberühmt machen sollte, den Gegenpart des sterbenden Mannes ein. Den Part des blühenden Lebens, wenn man so will, an den sich der Sterbende so sehr krallen möchte.
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Den Moment, als man der noch sehr jungen Schauspielerin diese Rolle erstmals angeboten hatte, beschreibt sie schlichtweg als überwältigend. Dabei verlief die Karriere der talentierten Oberösterreicherin auch bisher alles andere als ereignislos. Nach dem Studium am Max-Reinhardt-Seminar kamen schnell die ersten Fernsehrollen bei SOKO Donau und dem Mühlviertler Landkrimi ‚Der Tote am Teich‘. Und auch bei den Salzburger Festspielen gab sie sich 2015 schon als Lucy Brown in der Dreigroschenoper, die Ehre. Auch wenn das Schauspiel Miriam Fussenegger nicht gerade in die elterliche Wiege gelegt wurde, so wurde die Liebe zu den ‚Bretter, die die Welt bedeuten‘ doch schon sehr bald in ihrem Leben geweckt. Bereits im musisch-kreativen Zweig der Linzer Hamerlingschule stand sie auf der Bühne und schon damals träumte sie von den ganz großen Rollen. 
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Rollen, wie jene, die sie 2016 den ganzen Sommer über begleiten und die sie an so manch lauer Sommernacht vor der imposanten Kulisse des Salzburger Doms zum Besten geben wird. Dabei sind es doch gerade einmal 30 Sätze, die die Buhlschaft in ihrem Werben und späterem Verstoßen dem Jedermann entgegenbringen muss. 30 Sätze, die aus einer Schauspielerin eine Salzburger Legende machen können. Was auch der Grund ist, warum sie die Rolle nach längerem Nachdenken auch angenommen hat. „Als Geschenk an sich selbst“, wie die Künstlerin nicht müde wird, zu betonen. Angst vor der großen Aufgabe und der Erwartungshaltung waren die Gründe die dagegen sprechen hätten können. Doch wenn man das Blitzen in ihren Augen sieht, wenn sie über die Rolle spricht, dann weiß man ziemlich schnell, dass diese Angst der Vergangenheit angehört und dass Miriam Fussenegger mittlerweile ‚Buhlschaft‘ mit Laib und Seele geworden ist. „Ich stehe einfach gerne auf der Bühne, die Schauspielerei stillt meinen Hunger nach kreativem Ausdruck“, so die 25-jährige. Ganz verstehen kann sie bei all ihrer Freude um die große Aufmerksamkeit trotzdem nicht, was die Menschen hier in Salzburg so sehr an der Buhlschaft ‚aufregt‘. Schließlich sei es nur die „berühmteste kleine Rolle der Welt“, wundert sich die Schauspielerin lachend. Eine Bescheidenheit, die privat dem Charakter Fusseneggers entsprechen mag, in der Rolle der Buhlschaft jedoch völlig unangebracht wäre. 

Übrigens: Das Kleid ist rot, die Haare trägt sie offen und ja, Miriam Fussenegger wird den großen Erwartungen mehr als gerecht und ist eine großartige Buhlschaft 2016!

Facts zum Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
– geschrieben von Hugo von Hofmannsthal
– Uraufführung 1911 unter der Regie von Max Reinhardt in Berlin
– seit 1920 jährliche Aufführung bei den Salzburger Festspielen
– bei Schönwetter am Domplatz
– bei Schlechtwetter im Großen Festspielhaus

Der Jedermann 2016
– 22. Juli bis 31. August
– Jedermann: Cornelius Obonya
– Buhlschaft: Miriam Fussenegger
– Tod: Peter Lohmeyer
– Teufel: Christoph Franken

© Salzburger Festspiele / Forster

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