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Glemmart: kunstvolle Möbel „back to the roots“

Wenn Herbert „Schnitza“ Aschaber und Florian Wolf aus Saalbach Hinterlgemm zum Werkzeug greifen, verliert der Begriff „Wurzelbehandlung“ ihren bohrenden Schrecken und die Kieferpartie darf wieder entspannt werden. Muss sie sogar, denn beim Anblick der fertigen kunstvollen Möbel aus Wurzelholz wird so manchem design-affinen Interieur-Fan vor Begeisterung die Kinnlade nach unten klappen. Cooles Design trifft bei „Glemmart“ auf unverfälschte Natur aus dem SalzburgerLand.

Ahornwurzeltisch

Florian Wolf (l.) und Herbert Aschaber mit dem Ahornwurzel-Stehtisch im Hotel Glemmtalerhof.

Bildhauer vs. Freigeist
Herbert Aschaber ist gelernter Holz- und Steinbildhauer, doch rasch kam er vom Stein zum Holz und schnitzte Miniaturen, Heiligenstatuen und weltliche Abbilder oder arbeitete bei einem Tischler als Verzierungsbildhauer. Auch Krawatten aus Holz fertigte der Kunsthandwerker an und in einem eigenen Shop handelte er mit Schnitzereien. Er erinnert sich: „Rückblickend sehe ich all diese Stationen als unterschiedliche Schaffensperioden. Mein erlerntes Handwerk war immer die wertvolle Basis der Kreativität, denn als Bildhauer lernt man, sich frei ins Material hineinzuarbeiten. Nachdem ich 2004 für einige Freizeitparks in Österreich überdimensionale Holzfiguren erstellen durfte, erfüllte ich mir gemeinsam mit meiner Frau Michaela mit ,Schnitza´s Holzpark‘ im Talschluss des Glemmtals einen langgehegten Traum – einen Kinder-Freizeitpark rund um das Element Holz.“

Die Bank aus dem alten Ahornbaum.

Die Bank aus dem alten Ahornbaum.

Florian Wolf ist Hotelier im 5*-Hotel Alpine Palace in Hinterglemm und bereits als Kind hat er mit seiner Großmutter, einer begnadeten Malerin, Ölbilder gemalt. Als Jugendlicher verlegte er sich auf das Erstellen kunstvoller Graffitis und Zeichnungen. „Ich kam aus der Snowboard- und Skater-Szene und war von diesem dynamischen Lifestyle auch künstlerisch inspiriert. Doch auch Handwerk mit körperlichem Einsatz hat mich schon immer interessiert. Vor 9 Jahren fertigte ich mein erstes Kunstwerk aus Holz. In unserem Garten wurde ein Baum gefällt und ich hatte damals vergessen, ein Geburtstagsgeschenk für meine Mutter zu besorgen. So griff ich zur Motorsäge und schnitt aus dem Baum ein Herz. Ab diesem Zeitpunkt war ich von der künstlerischen Arbeit mit Holz fasziniert und unzählige Lampen, Tische und Deko-Elemente im Alpine Palace habe ich selbst kreiert. Die Zeit in der Werkstatt war für mich immer schon eine Möglichkeit, neben meiner Arbeit als Hotelier, Kraft zu tanken und den Kopf frei zu bekommen.“, erzählt der 34-Jährige.

Erste gemeinsame Projekte
Wenn zwei Künstler und Freigeister unterschiedlichster Ausprägungen, wie die beiden Glemmtaler, aufeinandertreffen und beschließen, gemeinsame (Kunst-)Sache zu machen, entstehen – in diesem Fall – bemerkenswerte Möbel-Einzelstücke und dekorative Design-Elemente. Fast zeitgleich hatten beide bereits Tische aus Wurzel- und Wildholz gefertigt und so kam ihnen der Gedanke die Kreativität zu bündeln und eine Firma zu Gründen. Vor 3 Jahren schlossen sie sich zur „Glemmart“ zusammen und Herbert Aschaber erinnert sich: „Die Zusammenarbeit  mit Florian war immer schon ungemein befreiend und wir haben uns super ergänzt – er der ,szenige‘ Freigeist, ich der gelernte Handwerker. Ich gebe zu, dass der Handwerker in mir anfangs oft erschrocken über die schrägen Ideen von Florian war, doch durch diese Kombination entstanden mit der Zeit unglaubliche Projekte. Unser Ziel ist es, Möbel mit hohem Designanspruch zu schaffen, die für sich selbst eine Daseinsberechtigung haben. Es bleibt zwar immer noch ein Zweckmöbel – doch erfüllt es den Raum mit seinem Stil.“

Holz mit Geschichte
Verwendet werden für diese außergewöhnlichen Möbelstücke vorwiegend heimische Hölzer – am liebsten von Bäumen mit Geschichte, wie Herbert Aschaber berichtet: „Ein über 500 Jahre alter Ahornbaum, der mir als Kind im Talschluss immer als Versteck gedient hat, wurde eines Tages vom Blitz gefällt. Er war in den Bach gekippt und dem Verfall preisgegeben. Mir blutete das Herz und gemeinsam mit Florian barg ich den riesigen Stamm mit enormem Aufwand. So lag das Holz dann in der Werkstatt und oft diskutierten wir, was daraus werden solle. Nach dem Großbrand im Hotel Glemmtalerhof, das von Florians Mutter geführt wird, stand für uns fest – wir machen daraus eine Bank für das Hotel. Mit riesigen Motorsägen mit bis zu 1,5 m Schwertlängen gingen wir ans Werk. Zur Wiedereröffnungsfeier überreichten wir neben der Bank auch gleich einen riesigen Stehtisch, den wir in unzähligen Arbeitsstunden aus der Ahornwurzel gefertigt hatten. Besonders am Herzen liegen uns auch die Kunstwerke, die wir für die Versteigerungen der ,Lake of Charity’-Events, live vor Ort am Speicherteich, erschaffen haben.“

Mittlerweile zieren die eindrucksvollen Möbelstücke, die Florian Wolf und Herbert Aschaber, inspiriert von der Natur und Tradition des Glemmtlas erschaffen, Privaträume und Geschäftslokale, Hotelfoyers und Büros von Hamburg bis in die Staaten. „Die Arbeit mit Holz ist mein Leben und Möbelstücke zu kreieren, die nicht nur das Leben wohnlicher, sondern auch schöner machen ist nicht nur eine erfüllende künstlerische Arbeit sondern immer auch ein bereichernder Dialog mit unserer schönen Natur in Saalbach Hinterglemm.“, fasst Herbert Aschaber zusammen und während er das feststellt, startet er bereits die Motorsäge und die Holzspäne fliegen für das nächste Möbel-Projekt.

Kontakt

Herbert Aschaber & Florian Wolf
Saalbach Hinterglemm
www.glemmart.com – info@glemmart.com

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