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„Schindelmachen“ im Salzburger Bauernherbst

Zum 21. Mal zieht von 27. August bis 6. November 2016 der Bauernherbst ins SalzburgerLand. In dieser Zeit werden Tradition, Brauchtum und altes Handwerk zu neuem Leben erweckt. Sepp Resch aus Faistenau ist einer der wenigen, die Schindeln noch nach alter Tradition anfertigen können.

Der 70-jährige Sepp Resch hat für das Schindelmachen alles vorbereitet. Er werkt am liebsten bei einer idyllischen Hütte im Ellmautal in der Nähe des Fuschlsees. Rund 50 Zentimeter lange Fichtenholz-Stücke, Holzstock, Kletzmesser, Holzhammer, Hoanzelbank und Reifmesser hat der Schindelmacher vorbereitet. „Das Schindelmachen beginnt beim Aussuchen des Holzes im Wald“, sagt Resch. Langsam gewachsen mit engen Jahresringen, kaum Drehwuchs und astrein sollte es sein. „Für das Dach ist das ‚Nachsinnig‘ gewachsene (rechtsdrehende) Holz am Besten. Das ist da wo der Daumen der rechten Hand hinzeigt“, erklärt Resch.

Resch verwendet für seine Schindeln Fichten-oder Tannenholz. Nach dem Fällen des Baumes wird der Stamm mit der Motorsäge in rund 50 Zentimeter lange Stücke geschnitten. Dann spaltet diese der Schindelmacher in die Hälfte und dann in Viertel. „Ich spalte die Holzscheiter, der Faserung nach. Das ist wichtig, denn über den Faserverlauf rinnt das Wasser gut ab“, erklärt der Faistenauer. Er nimmt ein Scheit und stellt es auf den Holzstock. Mit dem Kletzeisen und kräftigen Holzhammer-Schlägen spaltet er vom Scheit 12 bis 15 Millimeter dünne Bretter ab.
Dann nimmt der 70-Jährige eine Rohschindel und setzt sich auf die „Hoanzelbank“. Er klemmt ein Holzbrett fest ein und bearbeitet es so flink mit dem „Roafmesser“, dass die Späne nur so fliegen. Seitlich und flächig begradigt Resch die Rohschindel und schnitzt eine konische Fläche. Damit ist das Holzbrett an einem Ende leicht schmäler und dünner. Das macht er, weil dadurch die Bretter auf dem Dach oder an der Wand besser ineinander passen. Zum Schluss schrägt oder „spranzt“ der Schindelmacher das Brett stirnseitig ab.

Wenn die Schindeln fertig sind, werden sie gestapelt und gelagert. Rund 30 Jahre halten die Schindeln Wind und Wetter stand. Schadhafte Schindeln werden ausgetauscht. „Daher sah das Dach früher wie ein Fleckerlteppich aus“, sagt Resch augenzwinkernd.

Schindeln machen und Wolle spinnen gehören zur alten Handwerkskunst die während des Bauernherbstes im SalzburgerLand gezeigt werden. Für Hungrige servieren Bäuerinnen, Sennerinnen und viele fleißige Hände herzhafte regionale Schmankerl. Der Bauernherbst findet von 27. August bis 6. November 2016 statt. Die offizielle Eröffnung wird am Samstag, dem 27. August, in Niedernsill zelebriert.

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