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Wasser-Wanderung in Filzmoos

Salzburgs Wanderführer zeigen ihren Gästen nicht nur die schönsten Plätze, sondern erzählen auch die besten Geschichten zur Wanderung. Sie haben viel Hintergrundwissen zur Umgebung und Natur und auch beispielsweise zum Thema „Wasser“.

Unseren Bergwanderführer Coen treffen wir mitten in Filzmoos. Wir starten direkt im Ortskern zu unserer Wildwasser-Wanderung. Es ist ein kleiner Pfad, den wir am Flussufer entlang wandern. „Die meisten Wanderfreudigen nehmen den Naturlehrpfad Richtung Hofalmen“, meint Coen, „doch hier, links von der Straße, führt ein schöner kleiner Weg immer entlang der Warmen Mandling.“
Wasser schafft im Gebirge eine nahezu unerschöpfliche Formenvielfalt. Ganz gleich ob tosender Wasserfall, steile Felsschlucht oder idyllischer Bergsee – Wasser übt eine besondere Anziehungskraft auf uns aus. Die brodelnden Wirbel eines Wildbaches lassen ungezähmte Naturgewalt spürbar werden.

Die Warme Mandling heißt übrigens so, weil sie bereits bei ihrer Quelle auf 1.700 Metern Höhe, gut 10 Grad hat.

Wasser ist Leben

„Die große Strömungsgeschwindigkeit, niedrige Wassertemperatur und Sättigung mit Sauerstoff, kennzeichnen die Lebensbedingungen im Gebirgsbach, mit denen nur wenige Organismen zurechtkommen“, erklärt Coen. Hier in der Warmen Mandling gibt es vor allem Forellen – die Bachforelle, die Regenbogenforelle und den Bachsaibling. Während wir entlang des Ufers wandern, zeigt Coen auf eine Bachamsel, ein kleiner, braun-grauer Vogel, der niedrig über den Fluss fliegt: „Das ist der einzige Singvogel, der schwimmen und tauchen kann. Zumeist steht er auf einem Stein im oder am Wasser und kann bis zu 15 Sekunden lang tauchen.“
Im und um den Gebirgsbach findet sich trotz schwieriger Lebensbedingungen viel Leben. Wir kommen zu einem kleinen Biotop. „Da gibt es kleine Quellen und die Moose hier sind ein ganz wichtiges Ökosystem des Waldes“, weiß der Bergwanderführer, „denn trotz ihres einfachen Aufbaues und ihrer geringen Höhe spielen sie eine große Rolle. Sie vermögen nämlich bei Niederschlägen, Wasser in größeren Mengen aufzunehmen, um es langsam wieder an die Umgebung abzugeben. Insgesamt tragen die Moose also zu dem ausgeglichenen Klima im Wald bei.“ Im Land Salzburg gibt es fünfeinhalb Tausend Quellen, die für die Trinkwasserversorgung gefasst werden, erzählt Coen.
Er zeigt mir das Alpenfettkraut, das übrigens eine fleischfressende Pflanze ist! Wieder habe ich etwas dazu gelernt. „An der Oberfläche sind die Blätter klebrig vom Fangsekret, mit dem sie kleine Insekten fangen.“

Auch Steine haben ihre Geheimnisse

Coen steigt ins Bachbett und hebt einen größeren Stein hoch und dreht ihn um. „Schau mal. Die Organismen des Gebirgswassers sitzen an schwer zugänglichen Stellen.“ An der Unterseite des Steines finden sich kleine Larven der Köcherfliegen, sie beschweren ihr Gehäuse mit kleinen Steinen, um nicht vom strömenden Wasser mitgerissen zu werden. „Die Eintages- und Steinfliegenlarven sitzen mit ihren abgeflachten Körpern so dicht an der Unterseite der Steine auf, dass die Strömung nicht voll ansetzen kann.“ Durch die „saugnapfförmige“ Krümmung ihrer Körper saugen sich die Larven an Steinen regelrecht fest.

Wasser ist Genuss

Wasser ist lebenspendend und formt in beständiger, jahrtausendelanger Arbeit unsere Landschaft. Jeder, der einmal sein erhitztes Gesicht in kühles Quellwasser getaucht und seinen Durst damit gestillt hat, kennt auch den Genuss von Wasser!

Unsere Wanderung führt uns weiter Richtung Almsee. Wir umrunden den türkisblauen See, der mit seiner stillen Wasserfläche Ruhe ausstrahlt.

Der Almsee bei den Hofalmen. An der Oberfläche spiegelt sich die Gebirgskette wider (Foto: Coen Weesjes)

 

Anschließend gibt es bei den Hofalmen eine Jause. Die lehrreiche und eindrucksvolle Wanderung über das nasse Element beenden wir mit unserem Rückweg am Naturlehrpfad nach Filzmoos. Dort können wir auch noch die neu errichtete Kneippwasser-Anlage ausprobieren. 

Fotos: @ Maria Riedler

 

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