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Über den Wolken mit Heidrun Prosch

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, sang schon Reinhard Mey. Klar, auch im Flugzeug kann man fliegen. Doch beim Anblick eines Heißluftballon am Himmel packt romantische Herzen die Sehnsucht. Der Wind um die Nase, umgeben von Wolken ganz ohne verstärktes Sicherheitsglas dazwischen. Im Weidenkorb durch die Lüfte gleiten. Ein wahres Lied kann Heidrun Prosch davon singen. Die 48-Jährige ist seit 1990 leidenschaftliche Heißluftballon-Pilotin. 1500 Fahrten absolvierte sie bereits, organisierte sogar schon Weltmeisterschaften. Auch der Höhenweltrekord der Kategorie Damen geht auf ihr Konto: Stolze 10773 Meter. Siebzig mal im Jahr startet Prosch mit dem Ballon Richtung Wolken.

Von Kindesbeinen an ein Fan der Lüfte

Herzlich begrüßt mich die charismatische Dame beim Interview. Ihre Augen beginnen, ganz verliebt zu leuchten, sobald sie vom Ballonfahren erzählt. Als „Balkon am Himmel“ beschreibt sie es. „Man ist einfach nicht mehr auf dieser Welt.“ Die Vorbereitungen sind anstrengend, Korb und Ballon bringen insgesamt fast vierhundert Kilo auf die Waage. Doch der Aufwand lohnt sich. „Hebt man in die Lüfte ab, lässt man alle Sorgen unten. Es gibt nur noch die Wolken, den Himmel und dich.“ Schon nach guten zwanzig Minuten befindet man sich bereits in atemberaubender Höhe. Ein Ort für philosophische, nachdenkliche und glückliche Momente. Seit 27 Jahren ist die Fliegerin mit Leidenschaft dabei. Schon auf Kindesbeinen stand sie bereits mit dem Papa am Flugplatz. Ihr Vater, ebenso leidenschaftlicher Hobbyflieger, nahm sie bereits als Dreijährige mit auf Segelflüge. „Da waren viele Kinder am Flugplatz, wir haben den totalen Gaudi gehabt“, schwelgt Prosch in Erinnerungen. Der Beginn einer großen Liebe.

Auf geht’s zum Ballonfahren nach Amerika

Beruflich verschägt es die gebürtige Salzburgerin jedoch zunächst in andere Gefilde. Nach der Matura und einem Aupair-Aufenthalt in Paris  beginnt die damals 19-Jährige in Wien ein Vermessungstechnik-Studium, so wie einst ihr Vater. Zahlen und Lernerei machen sie nicht glücklich, stattdessen brennt in ihr immer mehr die altgehegte Sehnsucht nach der Welt des Fliegens. Einer Leidenschaft, der sie noch vor der Beendigung des Studiums folgen soll. Auf geht es nach Amerika, wo sie ein Jahr lang bleibt um ihren Pilotenschein für Heißluftballons zu absolvieren. Nach dieser „coolen Abenteuerzeit“ folgt ein Umzug in die Steiermark und schließlich wieder zurück in die traute Heimat nach Salzburg.

Zurück nach Salzburg, im Weidenkorb durch den Flachgau

1996 kommt Töchterlein Julia zur Welt. Auch sie ist flink vom Ballonfieber der Mama angesteckt. Schon im zarten Kindesalter darf sie mit der Mama im Weidenkorb in die Lüfte steigen. Heute, mit 16, geht sie immer noch gern mit. „Freiwillig“, wie Prosch betont, „ich möchte ihr nichts aufzwingen.“ Die Pilotin hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und begleitet nun Touristen und Abenteuerlustige auf Heißluftballonfahrten im Rahmen des Ballonclubs Salzburg. Bei schön Wetter kann man dort für entsprechendes Kleingeld im Raum Flachgau und Innviertel in die Lüfte steigen. 250 Euro pro Nase kostet der Spaß im Viererballon, ein Korb zu zweit 650. Wer mitfährt, muss auch ordentlich mit anpacken. „Hat aber bisher immer allen Spaß gemacht. Gehört ja zur Show!“ Besonders beliebt sind die Zweierfahrten übrigens zu sehr romantischen Anlässen. So durfte Prosch des öfteren Augenzeugin rührender Verlobungsanträge werden. „Kniefall, Tränen, romantische Küsse, alles dabei. Total herzig“, sagt sie und lächelt. Grund zum Neid hat sie eh nicht, denn mit ihrem Freund Paul Steiner, begeisterter Fallschirmspringer, hat auch sie ihren Topf auf dem Deckel bereits gefunden. Mit Schlauchboot Fallschirm springen, Ballonfahren in gewaltigen Höhen. Gemeinsam probieren die zwei allerhand Faxen in der großen Welt des freien Himmels aus.

„Im Ballon ist’s nicht schnell, nicht laut, nicht Action-geladen. Red Bull hat bestimmt keinen Heißluftballon“, kommentiert die 48-Jährige humorvoll mit Augenzwinkern. Stattdessen: „Genießen, sich treiben lassen und einfach mal relaxen. Kurzurlaub, weg von allen Sorgen. Denn die Welt schaut von da oben aufeinmal ganz klein aus.“ Über den Wolken…
Weitere Informationen zum Ballonclub Salzburg hier.

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