Das Hollersbachtal im Oberpinzgau nahe Mittersill eignet sich sowohl als Ziel für eine Radtour als auch für unzählige Wanderungen. Warum also nicht einmal beides kombinieren? Das habe ich mir zu Herzen genommen: Ich bin mit dem Rad von Uttendorf bis zum Talschluss gefahren und habe den Ausflug mit einer Wanderung zur Neuen Fürther Hütte abgerundet. Hier einige der Highlights eines außergewöhnlichen Tages.
09:00 Uhr: Ich sitze auf dem Fahrrad und fahre den Tauernradweg die Salzach entlang. Die gut 10 km von Uttendorf habe ich bereits zurückgelegt. Vor mir sehe ich den Ort Hollersbach mit seiner Kirche und links das Hollersbachtal – das Ziel meines heutigen Ausflugs.
09:30 Uhr: Kurz nachdem ich in Richtung Hollersbachtal abgebogen bin, geht es gleich bergauf vorbei an Parkplätzen bis zu einem Nationalparkzentrum, wo der gestaute Hollersbach einen See bildet. Hier befindet sich auch ein kleiner Schranken. Von jetzt an bin ich also nur mehr auf einer Forststraße ohne Individualverkehr unterwegs (es gibt allerdings die Möglichkeit, mit einem Taxi in das Tal zu fahren).
10:00 Uhr: Nachdem ich an einigen Bänken, einem Holzkreuz und einem Hinweisschild «Nationalpark-Außenzone» vorbeigefahren bin, eröffnet sich nach einer kurzen Bergabfahrt zum ersten Mal das volle Panorama des Hollersbachtals mit dem Larmkogel – einem Dreitausender – als imposantem Höhepunkt.

10:45 Uhr: Nach einigen weiteren Kilometern mühevollen Tretens ist die Senningeralm der ideale Ort für eine kurze Kaffeepause.
12:15 Uhr: Die Ofneralm auf gut 1.500 Meter mit dem Hinweisschild «Ziel Hohe Tauern Bike Trail» ist erreicht. Die Alm ist nicht mehr bewirtschaftet, eine schattige Bank ist für mich aber die ideale Gelegenheit, meine wohlverdiente Jause zu genießen.
13:00 Uhr: Der Talschluss des Hollersbachtals liegt nun vor mir. Es ist an der Zeit, mein Fahrrad abzustellen, die Schuhe zu wechseln und mit der Wanderung in Richtung Neue Fürther Hütte zu starten.
14:00 Uhr: Nach einigen hundert Höhenmetern erreiche ich auf ca. 1’900 Metern ein idyllisches Höhenplateau mit einem steinernen Feuerwehr-Denkmal, das darüber thront. Der Blick auf die sattgrüne Landschaft des Hollersbachtals und die umliegenden Berghänge berührt mich.
14:45 Uhr: Nachdem ich eine Brücke überquert habe und dem mit Steinen gepflasterten Weg weiter gefolgt bin, erblicke ich nun zum ersten Mal die Silhouette der Neuen Fürther Hütte – das Ziel meines Ausflugs.

15:00 Uhr: Die Neue Fürther Hütte ist erreicht. Der Rundblick ist gewaltig: Auf der einen Seite der funkelnde Kratzenbergsee und der Larmkogel mit seinen über 3.000 Metern, auf der anderen Seite das Hollersbachtal bis hin zu den Kitzbüheler Alpen und zum majestätischen Wilden Kaiser als Kulisse. Die Sitzbänke laden dazu ein, Platz zu nehmen und das Panorama zu genießen.
15:30 Uhr: Die Spinatknödel schmecken hervorragend. Ich merke, mit wie viel Leidenschaft der gut gelaunte Hüttenwirt Michiel aus Belgien seine Hütte betreut. Sein Pinzgauer Dialekt lässt dabei kaum vermuten, dass er ursprünglich aus Belgien stammt. Er empfängt seine Gäste herzlich und ist immer für ein Späßchen zu haben.
16:30 Uhr: Wenn bei einer Wanderung schon ein so herrlicher Bergsee auf dem Weg liegt, darf ein kurzer Sprung ins Wasser nicht fehlen. Ein kleiner Felsvorsprung wirkt fast wie eine Klippe am Meer und würde sich vielleicht für einen Sprung eignen. Ich entscheide mich dann aber doch für die unkomplizierte Variante und steige einfach ins Wasser. Der Kratzenbergsee ist zwar ziemlich kalt – aber was macht das schon bei diesen Temperaturen und vor dieser grandiosen Kulisse?

17:15 Uhr: Als ich meinen Kaffee trinke, ruft eine Besucherin aus Bayern dem Personal zu, es sei hier so schön, dass sie am liebsten gar nicht mehr ins Tal zurückkehren möchte. So ähnlich geht es mir auch. Dennoch trete ich langsam die Rückreise an und bin um 20:00 Uhr wieder zu Hause – mit müden Beinen, aber voller Eindrücke von diesem besonderen Tag.
Über die Neue Fürther Hütte
Die Neue Fürther Hütte liegt auf 2.200 m. Auf der Hütte gibt es gute Hausmannskost, von Kaspressknödeln bis hin zu Kasnock‘n, sowie die Möglichkeit, in Lagern oder Mehrbettzimmern zu übernachten. Die beliebteste Tour von dort ist jene zum Larmkogel, einem relativ einfach zugänglichen 3’000er. Die fast 100-jährige Bergunterkunft soll in den nächsten Jahren renoviert werden. Dabei sollen auch die Materialseilbahn sowie die Stromversorgung erneuert werden.

Die Hütte ist bei guten Wetterbedingungen von Mitte Mai bis Ende September geöffnet. Weitere Informationen auf der Webseite der Neuen Fürther Hütte: https://www.fuerther-huette.at/