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Mit dem Nachtwächter durch das dunkle Salzburg

Gespannt warte ich bei der Information am Mozartplatz. Noch befinde ich mich im Salzburg von heute, ein Ort, an dem man an jeder Ecke an Gestern erinnert wird und sich Geschichte und Gegenwart harmonisch aneinander schmiegen und ineinander verschmelzen.  Um 21 Uhr kommt er, wohl gekleidet im Lodenmantel, Hut und ausgestattet mit Laterne, Horn und Stangenwaffe. Das ist er, der Nachtwächter.

Uns den letzten Strahlen der Abendsonne entwendend, entführt er uns in die dunklen Gassen und Winkel des mittelalterlichen Salzburgs.  In Zeiten, in denen die Altstadt noch nicht mittels Pollern vor den Autos geschützt werden musste und sobald der Mond von vorbeiziehenden Wolken bedeckt wurde, kein künstliches Licht nachts die Straßen erhellte. Gespannt lauschen wir den Worten des Nachtwächters, wie er von seinem Berufsbild erzählt und uns in die geheimnisvolle Welt des mittelalterlichen Salzburgs einführt. Nachtwächter gab es im Mittelalter in zahlreichen Städten Europas. Ihre Aufgabe war es unter anderem  für nächtliche Ruhe und Ordnung zu sorgen und die Bürger vor Dieben und Trunkenbolden zu schützen.  Völlig eingesunken in seinen Erzählungen werden die dunklen, schnoddrigen Gassen und der unangenehme Geruch, der im Mittelalter vorherrschte, schon fast zur Wirklichkeit und alle Zeichen von Moderne entschwinden sachte  in den Hintergrund.

Vom hell beleuchteten Mozartplatz geht es nun weiter zu den Stadtmauern vor der Salzach und rein in dunkle Vorhöfe. Die historisch belegten Anekdoten und heiteren Erläuterungen des Nachtwächters verführen uns immer weiter zurück in das alte Salzburg.  Wieso heißt die Judengasse überhaupt Judengasse und was hat die Herrengasse zur Herrengasse gemacht? Woher eigentlich der so oft gebrauchte Ausdruck Schlitzohr und was hat der Almkanal mit der Stieglbrauerei zu tun, warum der Name Stiegl? Es geht um Dinge, mit denen man als Salzburger seit jeher konfrontiert ist, aber erst jetzt lüftet sich das ein oder andere Geheimnis. Weiter geht es durch die dunklen engen Gassen des Kaiviertels. Die nächste Station liegt vor der Pauli Stubm. Diesmal wartet der Nachtwächter nicht mit einer Geschichte  auf uns, zur Stärkung gibt es nun ein äußerst köstliches Nachtwächtergetränk.  Danach geht es belebter Sinne weiter bis zum Residenzplatz. Vor geraumer Zeit befand sich dort der Domfriedhof. So wunderbar der Ausflug in das Damals auch ist, bin ich nun doch froh, im Zentrum der Altstadt anstatt von Gräbern einen einladenden Platz vorzufinden.

Schon langsam wache ich auf und komme wieder in das heutige Salzburg zurück. Die Geschichten des Nachtwächters nehme ich natürlich mit, sie schwingen durch die Lüfte, wie ich durch die modernen mittelalterlichen Gassen der Salzburger Altstadt schweife.

www.nachtwaechter-salzburg.com

Fotocredit © Ingrid Mazuelos

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