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Kabarett. Krimi. Volkskultur.

Was Manfred Baumann bewegt, gießt er in Sprache. Der 57-jährige Salzburger werkt seit über 30 Jahren beim ORF (Österreichischer Rundfunk) als Redakteur und Moderator. Derzeit leitet der Tennengauer die Redaktion Programmgestaltung/Kreativ und die Volkskultur. Zudem schreibt er spannende Krimis, führt Regie und bringt als Kabarettist sein Publikum zum Lachen und zum Nachdenken.

Herr Baumann, Ihr Metier ist die Sprache. Wann haben Sie zu schreiben begonnen?

Manfred Baumann: Ich war schon in der Volksschule ein begeisterter Aufsatzschreiber. Meine ersten Liebesgedichte für angehimmelte Mitschülerinnen habe ich mit zwölf geschrieben, später auch Sketches für Schulveranstaltungen. Mein erstes professionelles Werk war ein Kriminalhörspiel mit dem Titel „Mord im Rollstuhl“. Drei Personen. Am Schluss sind alle drei tot. Der ORF hat es im Jahr 1979 – also vor 35 Jahren – produziert und ausgestrahlt. Damit hat meine Arbeit für den ORF begonnen.

Als Ihr Hörspiel vertont wurde, waren Sie Student der Kommunikationswissenschaften und der Germanistik. Ein weiteres Hörspiel folgte. Hatten Sie dann noch Zeit für ihr Studium?

Manfred Baumann: Nicht mehr in vollem Umfang. Ich habe nach einem weiteren Kriminalhörspiel, nach ersten Beiträgen für Radio Salzburg Literatursendungen und einem Auftritt bei der „Großen Chance“ (ORF-Sendung) die halbfertige Dissertation liegen gelassen und bin den Verlockungen der Radioarbeit im ORF Landesstudio Salzburg erlegen – als Moderator, Autor, Redakteur, Regisseur und Programmgestalter.

Herr Baumann, Sie sind seit 2010 Leiter der Volkskultur. Worauf kommt es Ihnen bei der Programmgestaltung an?

Manfred Baumann: Das weite Feld der Volkskultur mit allen Facetten – regional, international, innovativ – hat mich schon immer interessiert. Ich habe schon vor 20 Jahren die Folk-Volksmusik-Reihe „Fotzhobel“ erfunden. In unserer Arbeit im ORF Salzburg sehe ich uns vor allem in drei Funktionen: als Vermittler, als kundige Unterhalter und als Initiatoren. Wir haben unter meiner Leitung neue Aktivitäten gesetzt. Dazu zählen Lange Nacht der Volkskultur, Chorschwerpunkt, Mundartinitiativen und vieles mehr. Wir zeigen wie vielfältig und lebendig die heimische Volkskultur auf dem Boden der Tradition ist. Und wir versuchen auch, über Zäune zu schauen sowie die neuen Entwicklungen gerade im musikalischen Bereich – von Hubert von Goisern bis Herbert Pixner – unserem Publikum näher zu bringen.

Neben Ihrer Tätigkeit beim ORF, schreiben Sie Kriminalromane. Schauplätze Ihrer Stücke sind Stadt und Land Salzburg. Die Leser-Gemeinde, die sich seit dem Jahr 2010 zusammen mit Kommissar Martin Merana in Salzburg auf Mörderjagd begibt, wächst ständig. Erscheint bald Ihr fünftes Buch?

Manfred Baumann: Ja. Es ist ein Buch mit Weihnachtskrimigeschichten und heißt „Maroni, Mond und Halleluja“. Da begegnen Merana und sein Team dem Christkind. Es hat eine Pistole in der Hand…. Auch mein erstes Buch „Jedermanntod“ und die zwei weiteren „Wasserspiele“ und Zauberflötenrache“ spielen in der Stadt Salzburg. Um in meinem jüngsten Buch „Die Drachenjungfrau“ den Fall lösen zu können, begibt sich Kommissar Merana erstmals nach Krimml – zu den berühmten Wasserfällen.

Herr Baumann, Sie treten in der Kultkabarett-Gruppe mit Fritz Messner und Peter Blaikner auf. Wollen Sie mit dem Kabarett-Programm wie „Freunderl sucht Wirtschaft“, „Waidmann sucht Heil“ und „Bauer sucht Herbst“ etwas bewirken?

Manfred Baumann: Wir wollen nichts bewirken. Bewirken klingt merkwürdig. Wir wollen gute Unterhaltung bieten. Das Publikum soll lachen können. Darüber hinaus sind unsere Stücke durchaus kritisch. Wir bieten mit unseren satirischen Programmen auch an, über bestimmte Sachen nachzudenken.

Mit Ende des Jahres werden Sie 58 Jahre alt. Da beenden Sie ihre Tätigkeit beim ORF. Sind Sie wehmütig?

Manfred Baumann: Ja. Ich bin schon wehmütig. Immerhin bin ich über 30 Jahre beim ORF. Das ist ein gewichtiger Teil meines Lebens. ORF, Autor und Kabarett – alles könnte ich mit dieser Intensität auf Dauer nicht machen. Daher möchte ich mich ab dem nächsten Jahr vor allem mit Krimi und Kabarett beschäftigen. Ich habe sehr viele Termine. Allein im Kabarett gab es heuer 35 Vorstellungen, dazu kommen 20 Lesungen und viele Moderationen.

 Herr Baumann, ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Vielen Dank für das Gespräch.

Viele Informationen über Manfred Baumann gibt es auf www.m-baumann.at.

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