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Jongleur der eigenen Emotionen

Wir sind nicht Sklaven von inneren und äußeren Bedingungen. Voraussetzung dafür ist, sich selbst zu spüren und Veränderungen wahrzunehmen. Psychologe und Mentalcoach Thomas Wörz erzählt in seinem Büro im Olympiazentrum Rif wie jeder selbst “Chef über sein Stresslevel” werden kann.

Mentale Fitness ist Thomas Wörz ein Anliegen: “Die wirkliche Leistungsfähigkeit ist im Hier und Jetzt. Wenn man ganz in der Sache aufgeht, kann man sich auch am besten regenerieren.” Der Mentalcoach, Psychotherapeut und Sportwissenschafter war als aktiver Leistungssportler 1988 Olympiateilnehmer in Calgary. Außerdem ist er Vize-Weltcupsieger im Viererbob und Staatsmeister in der Leichtathletik. Zurzeit arbeitet Wörz mit Slalomkönigin Marlies Schild (Ski Alpin) genauso wie mit Judoka Lupo Paischer. Darüber hinaus bereitete er das Golf-Nationalteam mental auf Wettkampfhöhepunkte vor.

Vermeider sind auf der Flucht

Die Art zu denken und wie man sich auf den Tag X einstellt gilt nicht nur für den Leistungssport sondern auch für den Alltag. Wenn vor einem Rennen oder am Arbeitsplatz Angst, Druck und Stress blockieren, helfen Gedanken wie “ich habe es geschafft und werde es wieder schaffen”, betont der Mentalcoach. Laut Wörz gibt es vor allem zwei Möglichkeiten, um mit Stresssituationen umzugehen: Vermeiden oder konfrontieren. Vermeider möchten am Start schon im Ziel sein. Sie sind auf der Flucht. Der Konfrontierer denkt sich: “Jetzt bin ich da und mache es. Ich habe mich gut vorbereitet. Nun konzentriere ich mich auf die Handlung.” Der Konfrontierer lässt sich auf das Abenteuer ein, hat Spaß und Freude am Tun. Das Ergebnis ist sekundär. Dabei unterstützt Routine: “Aufstehen ist der erste Schritt zur Konfrontation, dann frische Luft schnappen und eine Minute lang lachen. Lachyoga ist eine gute Möglichkeit um Spannung und Stress abzubauen.

Faust ballen und “Stopp!” sagen

“Die Tagesverfassung ist kein Zufallsprodukt oder ein vorgegebenes Schicksal. Jeder kann den optimalen Befindlichkeitszustand selber erreichen”, betont der Salzburger. Bei negativen Gedanken die Faust ballen und “Stopp!” sagen. Dann ein Ruhebild vor dem inneren Auge entstehen lassen. Das kann ein Berg, das Meer oder ein Fluss sein. “Um dieses Bild bei Stress, Ärger oder Resignation innerlich nachvollziehen zu können, möglichst viele Sinne wie hören, riechen, sehen, schmecken und fühlen mit einbeziehen. Das Ruhebild soll vier Wochen lang täglich fünf Minuten lang geübt werden. Dann hilft das innere Bild in kürzester Zeit. Wenn das Bild einen Namen wie “Relax” hat, geht die Entspannung noch schneller. Bei Ärger hilft auch hinausgehen und sich die Frage: Was ist wirklich so dramatisch an dieser Situation?“ stellen. Wörz: “Unser Hirn wird durch negative Gedanken angezogen.”

Veränderungen wahrnehmen

Wir sind keine Sklaven von inneren und äußeren Bedingungen”, sagt der Mentalcoach. Jeder kann selbst der Jongleur seiner Emotionen sein und sie selbst steuern. Voraussetzung dafür ist sich zu spüren. Dann können Veränderungen wahrgenommen und darauf eingegangen werden”, sagt Wörz.
Ein Tipps und Tricks wie man sich selbst überlisten kann:
Körpersprachliche Veränderungsprozesse. Ich kann meine Körperhaltung ändern, obwohl ich negative Gedanken habe.

Drei Fragen entweder am Abend oder am Morgen.
1. Frage: Was ist mir heute (gestern) gelungen? Dabei kleine Sachen betrachten: Ich habe was aufgearbeitet,…
2. Frage: Was waren soziale Momente? Blick, Anruf, positive Worte, Tiere…: schön, dass ich sie erlebt habe…
3. Gefühlhafte Erlebnisse. Landschaft, Genussmomente, Rhythmus…
4. Wie möchte ich heute sein? Wie kann ich auf Kritik entspannter reagieren? Was möchte ich heute schaffen?

Sich jeden Tag zehn Minuten für diese Übung Zeit nehmen. Entscheidend: Nur das Positive ist wichtig.

Das braucht zwei bis drei Meetings mit sich selber um das zu schaffen. Weitere Infos: www.thomaswoerz.com

Buchtipp: Die mentale Einstellung, von Dr. Thomas Wörz, egoth verlag

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