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Im Alpaka-Himmel

Um vom Alltagsstress runterzukommen, gibt es einen Geheimtipp. Er hat sechs Buchstaben, große dunkle Teddy-Augen und lässt sich sogar streicheln: ALPAKA!

„Wie es dir geht, das überträgt sich sofort auf das Tier“, erklärt mir Alpakahirte Daniel Schartner, wie er mir das Tor öffnet und wir uns auf die Wiese begeben. Schön ist es hier, in einer Gebirgsidylle, bei der man fast ein bisschen an Peru denken. Aber auch nur fast – es ist nämlich Adnet bei Hallein.

Echte Feinfühler
Ich komme gerade aus dem Büro, habe noch einiges hinter mich bringen müssen und bin noch voll im „Leistungsmodus“. Obwohl ich gut drauf bin, scheinen das die Alpakas genau zu merken. Ich strecke meine Hand nach einem aus – und es weicht ängstlich zurück. Ich war zu hektisch. Doch bevor ich mir Vorwürfe machen kann, beschwichtigt Daniel: „Das wird schon. Es sind Fluchttiere, da ist ein wenig Scheu am Anfang normal.“

Fühlt sich in die Stimmungslage den Menschen hinein: Das Alpaka. (c) Salzburgerland Alpakas

 

Vom Fernseher auf die Weide
Der Betrieb „Salzburgerland Alpakas“ startet bereits ins siebte Jahr, der Hof selber blickt jedoch auf eine weitaus längere Geschichte zurück. Bereits in der 4. Generation lebt Daniel mit seiner Familie in dem Bauernhaus. Die einstige Landwirtschaft, „das damals Normale eben, ein paar Kühe, ein paar Hühner“, ist mittlerweile aufgegeben – doch die Sehnsucht nach tierischen Kollegen war da. „Meine Oma hat dann einmal was über Alpakas im Fernsehen gesehen und ihr hat das gefallen. Sie hat dann gemeint: Wäre das nicht was für uns?“

Der Alpaka-Hof
Gesagt, getan: Mittlerweile beherbergen die großzügigen Weideflächen dreißig der mit dem Kamel verwandten Tiere. „Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Alpakas am Hof, haben alles andere aufgegeben“, erzählt Daniel, während er einem kaffeebraunen Alpaka zärtlich über den Kopf streichelt. Der Ertrag: Himmlisch weiche Wolle, in die man sich gerne hineinlegen möchte und die sich zu feinen Strickwaren und den flauschigsten Teddybären der Weltgeschichte verarbeiten lässt. Doch das ist bei Weitem nicht die einzige Kompetenz der flauschigen Tiere.

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Unterwegs mit den Alpakas: Gut für die Seele. (c) Daniel Schartner

 

Wandern mit den Wolltieren
Wer sich nach Ruhe und Langsamkeit sehnt, wieder zu sich kommen will, der sollte sich mit einem Alpaka auf Wanderschaft begeben. Nicht etwa als Tragesel – sondern als wertvolle Begleiter. „Alpakas haben eine beruhigende Wirkung auf den Menschen“, erklärt Daniel, „mit ihnen gemeinsam spazieren und wandern zu gehen, ist die Entschleunigung schlechthin.“ An einer Leine führt man das Alpaka mit sich – und merkt, wie man sich nach und nach selbst dem gemütlichen Tempo des Wiederkäuers anpasst.

Schritt für Schritt
Fünfzehn Stationen erobert man, Seite an Seite mit den Alpakas, und lernt so Stück für Stück den schönen Marmorweg kennen. Vorbei geht es dabei sowohl an Steinbrüchen, als auch am Schmiedemuseum. Die Wanderstrecke kommt nicht von ungefähr: Adnet erreichte durch seinen selten rötlichen Marmor weltweite Bekanntheit. „Grundsätzlich machen wir uns die genaue Route aber vorher aus“, erklärt Daniel. Während der Trekkingtour ist er immer dabei, erzählt aus der Welt der Alpakas, aber auch aus der Geschichte Adnets. Eine tolle und auf eindrucksvolle Weise beruhigende Beschäftigung, ihm bei seinen Ausführungen zuzuhören. Gedankenversunken streichelt man über den Schopf des liebenswerten Vierbeiners neben einem.

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Ein Alpakababy knuddeln ist einfach gut für die Seele. (c) Daniel Schartner

 

Die Entdeckung der Langsamkeit
„Schnell schnell“ funktioniert nicht mit den gelockten Tieren. Gemächlich trotten sie ihres Weges,fressen mal hier ein Blättchen, blicken sich mal dort um. Es gibt ja auch keinen Grund, zu hetzen. Hier oben im und oberhalb des bildschönen Wiestals lässt man sich von der Landschaft bezaubern – und natürlich von diesen unglaublich niedlichen Alpakas. Immer weiter baut der Vierbeiner Vertrauen zum Menschen auf. Ein tolles Gefühl, das glücklicher macht, als ein beruflicher Erfolg und drei Kugeln Stracciatella-Eis auf einmal.

Kleine große Psychologen
Sie fühlen sich ausgebrannt, müde? Sie arbeiten einfach zu viel? Dann begeben Sie sich in die Sprechstunde von Dr. Dr. med. Alpaka. Er blickt Ihnen tief in die Augen und hört gut zu. Erst, wenn Sie sich alles von der Seele gesprochen haben, lässt das Tier den ersten Körperkontakt zu. So oder so ähnlich könnte ein Werbeslogan für diese Tiere lauten, in deren Nähe ich mich sofort wohl fühle. Psychische Probleme wie Burnout, aber auch körperlich beeinträchtige Kinder werden auf dem Alpakahof von einer ausgebildeten Therapeutin begleitet. Tiergestützte Pädagogik nennt sich das, was Kind wie Erwachsenen das Seelenleben eines Tieres näher bringt – und dabei auch den eigenen Gefühlen und der eigenen Wahrnehmung. Die sogenannte Alpakatherapie erzielt tolle Erfolge – und ist bei Salzburland Alpakas buchbar.

Alpakatrekkingtouren sind auch für Kinder ein tolles Erlebnis. (c) Daniel Schartner

 

Ein flauschiger Laden
Wer nach einer kleinen bis großen Erinnerung an einen schönen und Alpakareichen Tag sucht, wird im Hofladen fündig. Alpakapullis, Alpakastrümpfe, Alpakahauben, ja sogar ein Alpakamantel kann man hier erstehen. Manches ist dabei aus der eigenen Produktion – einiges von einem Partner aus der Schweiz. „Dessen Frau ist Peruanerin, ihre Familie lebt noch dort und hegt und pflegt die Alpakas ebenso liebevoll, wie wir das tun.“ Fair-Trade und artgerechte Tierhaltung also – was will man mehr. Ich nehme mir mein kleines Andenken mit ins Büro und wenn es hektisch wird, streichle ich mit geschlossenen Augen durch das weiche Fell. Und träume vom nächsten Besuch im Alpaka-Himmel.

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