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Erbe der Urzeit – Der rote Marmor von Adnet

Als vor 200 Millionen Jahren der Urkontinent Pangäa in verschiedene Teile zerbrach, bildete sich zwischen der afrikanischen und der eurasischen Platte ein weites Meer. Da wo heute Kletterer die felsigen Gipfel unserer Kalkalpen erklimmen, erstreckte sich ein lebendiger  Korallengarten, in dem es vor Fischen, Muscheln und vielen anderen Meeresbewohnern wimmelte. Die Gebirgsbildung der Alpen fand zwischen 100 und 20 Millionen Jahren statt, als die afrikanische Platte begann, Richtung Norden zu driften und  sich die kalkhaltigen Gesteinsplatten zu einem massiven Gebirge auffalteten.

Vom Leben zum Stein

Das Leben im Meer hat in den Felsen unserer Alpen seine Verewigung gefunden. Eine Rekonstruktion dieser faszinierenden Geschichte vom Leben zum Stein ist im Adneter Marmormuseum  zu sehen. Der kleine Ort im Tennengau ist weltberühmt für seinen edlen Stein, den roten Marmor. Genaugenommen handelt es sich dabei nicht um echten Marmor, sondern um ein Riffkalkgestein. So kommen beim Abbau in den Steinbrüchen immer wieder zu Fels gewordene Meereslebewesen zum Vorschein. Bei den Fossilien handelt es sich meist um Korallen, Algen, Schwämme, Muscheln und Schnecken.

Die künstlerische Seele des roten Marmors

Bereits die Römer arbeiteten in den ersten Jahrhunderten nach Christus am Abbau des edlen Kalkgesteins, welches als Baustein und der Erstellung von Reliefs und Mosaiken diente. Im Laufe der Jahrhunderte kristallisierte sich der kunsthistorische Wert des Adneter Marmors heraus. Namhafte Künstler erweckten in ihren beseelten Bildhauerarbeiten den Stein zum Leben.  Bedeutende Arbeiten aus dem Adneter Marmor sind heute unter anderem im Wiener Parlament, der Festung Hohensalzburg und in der Stiftskirche St. Peter zu finden.  Im Museum bietet die Abteilung „Vom Mamor zur Kunst“  detaillierte Auskunft über die Nutzung des Dekorsteins von der Römerzeit bis in die Gegenwart.

Entlang der Steinbrüche

Das Adneter Marmormuseum ist auch ein idealer Ausgangspunkt für den Marmorlehrpfad, der in 1,5 bis 2 Stunden gemütlicher Wanderung zu begehen ist. Der Rundwanderweg  durch den schattenspendenden Wald führt mit informativen Schautafeln über die Entstehung und Gewinnung des edlen Gesteins,  an noch betriebenen und bereits aufgelassenen Steinbrüchen vorbei.  Auch für Kinder ist die spannende Reise von der Urzeit bis in unsere Gegenwart ein unvergessliches Erlebnis.

Marmormuseum Adnet
Adnet 18
5421 Adnet
+43 6245 80625
marmormuseum.adnet.at

Fotocredit © Ingrid Mazuelos

Die Golden Gate Brücke der Alpen im Morgenlicht.

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