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Eintauchen ins Mozarteum

Musik weht herbei von allen Seiten. Hier die schwingenden Klänge einer Harfe, dort das sanfte Dröhnen eines Blechbläsers und obendrauf noch die zarte und leicht wehmütige Stimme einer Geige. In dem Gebäude, das ich so eben besuche, ist die Musik zuhaus: Das Salzburger Mozarteum.

Weltberühmte Attraktion

Als wahre Weltberühmtheit ist die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Salzburg nicht nur eine Anlaufstelle für ihre Studentenschaft. Vorm Hauptgebäude am Mirabellplatz sammelt sich oftmals eine Traube Touristen und Besucher. Modern und sehr kantig blickt es drein, das Haus aus grauem Stein und viel Glas, doch schon der Vorplatz lädt offen und freundlich zum Hereinspazieren ein. Wer sich durch die breite Tür schließlich ins Innere begibt, spürt einen besonderen Flair. Musiker aus aller Herren Länder und Kulturen laufen mit ihrem Instrument im Schlepptau durch die Gänge. Durch die transparenten weil gläsernen Wände sieht man eifrige Studenten hingebungsvoll und versunken an Klavier und Geige üben. Hier kann man ihnen beim Alltagstreiben zuschauen, den großen Musiker von morgen in ihrer natürlichen Umgebung.

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DER Insidertipp!

Bianca Schuller hat am Mozarteum Klavier studiert und ist nun als Mitarbeiterin am Mozarteum tätig. In den Gemäuern der musischen Hochschule kennt sie sich aus wie in ihrer Westentasche und hält somit einiges an Insiderwissen parat. Einen tollen „Geheimtipp“ gibt sie uns gleich: Wer die Schule der Musik nicht nur mit den Augen sondern auch mit den Ohren erleben will, versucht sein Glück vorzugsweise ab 16 Uhr. „Fast jeden Tag gibt es in einem unserer Probesäle ein Übungskonzert.“ Heißt: Kein Eintritt, Gäste gerne willkommen. „Der musikalische Genuss ist genauso wie bei einem offiziellen und mit Eintrittskosten verbunden Auftritt. Sind ja schließlich auch hier wahre Profis am Werk.“ Profi: Das heißt für Instrumentalisten mindestens sieben Stunden am Proben, bis zur Schmerzgrenze. Ob solche Vorgaben wirklich ernst genommen werden, will ich wissen. „Ja.“ Kurzes Schweigen. „Das ist schließlich, was sie machen wollen.“

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Spannend, welches Konzert ist heute?

Mit über 1700 Studenten und 500 Dozenten ist am Mozarteum fast jedes erdenkliche Instrument und die verschiedensten Richtungen klassischer Musik anzutreffen. „Mal tritt ein Gitarrensolist auf, dann spielt ein Quartett der Volksmusik auf und am nächsten Tag hat vielleicht sogar ein ganzes Symphonie-Orchester seinen Auftritt“. Reinschauen in die Lounge, nachfragen am Informationsschalter oder einfach mal die Ohren spitzen lohnt sich also. „Die Studenten sind hier auch alle nett, da kann man einfach mal nachfragen, was grad so los ist.“

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Gemeinschaftsgefühl unter Musikern

Die Gesangsstudentin, die sich mir als „Ich bin die Lena“ vorstellt, kann das nur bestätigen. „Meine Stimme, meine Musik, das ist auch mein Allerheiligstes.“ Ganz wichtig für die Studenten sei somit auch der Draht zum Lehrer. Generell spiele Gemeinschaft eine große Rolle an der Hochschule. Schließlich ginge es um mehr, als still und heimlich für sich auf dem Klavier zu klimpern. Workshops, gemeinsame Orchesterfahrten und Partys gehören dazu. „Klar gibt es Rivalitäten und Konkurrenz-Gedanken, aber letztlich sind wir hier schon eine gute Gemeinschaft.“

Viele Nationalitäten und ihre Spezialitäten

Mit über 800 Studenten aus dem Ausland werden am Mozarteum viele Sprachen gesprochen, insbesondere auch asiatische.  „Gerade in Asien ist ein Studium am Mozarteum extrem angesehen. Hier sind teilweise schon die 14-jährigen Hochbegabten, bei denen die Eltern oder zumindest ein Elternteil extra mitgereist sind.“ Doch auch aus ganz Europa, Amerika, Südamerika und von überall nehmen Musikbegeisterte den weiten Weg auf sich, um in Salzburg studieren zu können. Dabei gäbe es durchaus kulturtypische Instrumente. „Asiaten spielen überdurchschnittlich oft Klavier, Südamerikaner die Gitarre… und natürlich Österreicher lauthals ihre Hörner und Posaunen“, sagt Bianca Schuller und lacht.

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Wenn der liebe Hunger kommt

Zuletzt sei noch ein Tipp für diejenigen genannt, die vor oder nach Mozarteums- und Konzertbesuch hungrig werden oder auch nur Lust auf einen Kaffee bekommen sollten: Das Restaurant direkt im Mozarteum nennt sich „Hibiskus“ und bietet mit koreanischer Küche nebst Klavierspielen einen weiteren Ausflug in die asiatische Kultur. Ausdrücklich, versichert mir Bianca Schuller, kein Studentenlokal. Man esse also keinem armen Musiklehrling sein Essen weg und werde auch nicht schief angeglotzt.

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Den Konzerten der Musikgrößen von morgen lauschen, Geschichte schnuppern und internationalen Flair erleben. Eins lässt sich sicher sagen: Ein paar Stunden am Mozarteum sind mehr als nur ein Schulbesuch.

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Bild: Bianca Schuller im zweiten Stock des Mozarteums
 

Adresse:

Mirabellplatz 1
5020 Salzburg
Tel: +43 662 61980

Fotocredits: Universität Mozarteum Salzburg

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