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Das Salz in Salzburg

Salz – das „Weiße Gold“. Es war die wichtigste Einnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe und brachte über Jahrhunderte Wohlstand. Zwei wichtige Faktoren, die dazu nötig waren: der Dürrnberg als Salzberg und die Salzach als Transportweg. Eine kleine Geschichte vom Salz in Salzburg. 

„Salz ist unter allen Edelsteinen, die uns die Erde schenkt, der kostbarste“, sagte schon der deutsche Chemiker Justus Freiherr von Liebig im 19. Jahrhundert. Auf Stadt und Land Salzburg trifft das ganz besonders zu. Das „Weiße Gold“ war ein Grund für die frühe Besiedlung des Gebiets und brachte schon den Kelten im 6. Jahrhundert vor Christus einen gewissen Wohlstand. Sie begannen, das Steinsalz am Dürrnberg bergmännisch abzubauen. Steinsalz kommt in unterirdischen Lagerstätten vor. Es entstand ursprünglich durch ausgetrocknete Meeresarme oder Salzseen, die mit der Zeit durch andere Gesteinsschichten überlagert und in die Tiefe gedrückt wurden. Die Kelten waren die ersten, die Handel mit dem wertvollen Stoff trieben. Das keltische Fürstentum Noricum entstand, das sich aus Teilen der heutigen Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Kärnten und Tirol zusammensetzte.

Mit den Römern kam eine Zäsur in der Salzproduktion

Mit den Jahren, die vergingen, kamen neue Eroberer ins Land. So lösten die Römer, die um 14 vor Christus über die Alpen kamen, die Herrschaft der Kelten ab und gründeten Iuvavum – einen römischen Verwaltungssitz, der sich dort erstreckte, wo sich heute die Stadt Salzburg befindet. Dass sie mit den Salzvorkommen einen echten Schatz vor Ort hatte, wussten auch die Römer. So bauten sie die Handelswege sowohl zu Wasser als auch zu Land aus und nutzten damit die verkehrsgünstige Lage von Iuvavum. Jedoch kam mit den Römern auch eine Zäsur in der Salzproduktion am Dürrnberg. Die Gründe dafür sind bis heute nicht endgültig geklärt. Einige Quellen gehen aber davon aus, dass die Römer sich stärker auf die Herstellung und den Handel von Meersalz verstanden, dass sie höchstwahrscheinlich billiger herstellen konnten als das Steinsalz vom Dürrnberg. 488 ziehen die Römer ab, der Salzhandel erlebt erst viel später wieder einen Aufschwung.

Das Mittelalter bringt einen neuen Aufschwung

Und zwar im Mittelalter. Mit Erzbischof Adalbert III. von Böhmen erblühten die Salzlager am Dürrnberg ab 1190 zu neuer Größe. Der Salzhandel bescherte den Salzburger Erzbischöfen Reichtum und Einfluss, im Mittelalter war er sogar ihre wichtigste Einnahmequelle. Der bedeutsamste Transportweg für das Salz war der Fluss – die Salzach.  Das Salz wurde dazu in kegelförmige Holzbehälter gepresst und auf Schiffe verladen, die die kostbare Fracht vom Dürrnberg bei Hallein über die Salzach hinunter zur berühmten Salzachschleife in die Schifferstädte Oberndorf bei Salzburg und Laufen in Oberbayern, weiter bis zum Inn und dann über die Donau bis ins Schwarze Meer brachten. Mit dem Salz gewann auch der Salinenort am Fuße des Dürrnbergs an Bedeutung: Hallein, das „kleine Hall“, wobei Hall für Salz steht. Der deutsche Name „Salzpurc“ für die Mozartstadt ist übrigens erstmals um 755 belegt.

Von Salzkriegen und Nachbarschaftsstreitigkeiten

Das Salzbergwerk am Dürrnberg konkurrierte in der Geschichte immer wieder mit der Saline Reichenhall, die sich auf bayerischem Gebiet befand. Und auch mit ihren Nachbarn gerieten die Erzbischöfe immer wieder in Streit um die Vorherrschaft in der Salzgewinnung. Es gab ab 1284 mehrere Salzkriege, der erste zwischen den erzbischöflichen Salinen von Hallein und den unter habsburgischer Herrschaft befindlichen Salinen in Hallstatt und Aussee. Der Salzkrieg von 1611 – eine Auseinandersetzung mit dem Herzogtum Bayern unter Maximilian I. – kostete sogar Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau seine Freiheit.

Ende der Salzproduktion am Dürrnberg und die Faszination Salz heute 

1816 wurde Salzburg Teil von Österreich – und der Salzhandel ging langsam seinem Ende zu. Das hatte unter anderem damit zu tun, dass die damals regierenden Habsburger nicht das Halleiner Salzbergwerk förderten, sondern die Salzbergwerke im Salzkammergut in Hallstatt und Bad Ischl – diese befanden sich in ihrem Privatbesitz. Die jahrtausendealte Salzgewinnung am Dürrnberg endete schließlich 1989, als die Halleiner Saline geschlossen wurde. Aber bis heute kann man die Faszination Salz hautnah erleben, und zwar in den Salzwelten. Die Salzwelten schließen drei Salzbergwerke ein: das Salzbergwerk Hallein, das Salzbergwerk Hallstatt und das Salzbergwerk Altaussee. Und auch in der Stadt Salzburg ist das Salz immer noch präsent. Eines der neuesten Beispiele dafür ist der Salzshop „Salzburg Salz“ in der Wiener Philharmoniker Gasse 3, den wir besucht haben. Eine große Auswahl an heimischen aber auch internationalen Speisesalzen zeigt die beeindruckende Vielfalt des Weißen Goldes, abgerundet durch eine wunderschöne Salzwand im hinteren Bereich des Geschäftes. Und wenn man mit offenen Augen durch die Stadt Salzburg flaniert, wird man noch an vielen anderen Orten alte oder neue Zeugnisse des Salzes sehen. 
Das Salz und Salzburg, eine (Liebes-) Geschichte für die Ewigkeit. 

 

Fotocredits: © christina-schreibt.at

 

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