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Büttenpapier nach alter Tradition handgeschöpft

Briefpapier verziert mit roten Rosen, zarte Papiervorhänge und Lampenschirme aus hauchdünnem Papier: Michaela Rabler und Harald Metzler stellen in ihrer Manufaktur Papier-ART art-PAPIER im Salzburger Seenland handgeschöpfte Kunstwerke her. Gelernt hat Michaela Rabler die uralte Kunst der Papiererzeugung von Sepp Kornpropst aus Golling.

Baumwollhadern, Mohnblumen, Karotten und Rüben sind die Zutaten für Sepp Kornprobsts Papier. Wenn der über 70-jährige Gollinger zu erzählen beginnt, strahlen seine Augen. „Meine Papierrezepturen stammen allesamt aus dem 17. Jahrhundert. Da gab es noch keine Chemie und keine Säuren“, erzählt er. Der Tennengauer stellt in seiner Werkstätte in Golling, das Papier wie vor rund 500 Jahren her. Lumpensammlerinnen und -sammler gingen damals von Haus zu Haus und holten alte Kleidungs- und Wäschestücke. Diese brachten sie für wenig Lohn dem Papiermüller.

Papier aus zerrissenem Stoff
Heute noch verwendet Kornprobst alte Kleidung und Wäsche aus Baumwolle oder Leinen für seine feinen Büttenpapiere. Er recycelt sozusagen. Der Salzburger gibt die „Lumpen“ ein bis zwei Wochen lang in den Faulkeller. Dann zerreißt er die Stoffe in zwei mal drei Zentimeter große Stücke. „Es braucht zerrissene Fasern“, sagt Kornprobst. Die kleinen Fetzerl gibt der Papiermüller in einen Bottich und bedeckt diese mit Wasser. Dann stampft er die Brühe mit einem Stampfgeschirr. Faserbrei entsteht. Dieser Brei landet wieder im Bottich.
Mit einem Schöpfsieb holt er den Papierbrei schließlich vorsichtig aus dem Bottich. Danach kommt das abgetropfte Blatt in die Presse. Nach dem Trocknen glättet Kornprobst das Papier händisch mit einem Achat (Halbedelstein).

Blumensträuße, Trebern und Hopfen werden zu Papier
„Papier kann man aus allem machen“, sagt Kornprobst. Er verwendet auch Weinlaub, Mohnblumen und zuweilen landen ganze Blumensträuße in der Papiermühle. Zur Färbung der feinen, tintenfesten Büttenpapiere verwendet Kornprobst nur Pflanzenauszüge, die er in der eigenen Werkstätte herstellt.

Papier aus Obst- und Gemüse-Raritäten
Michala Rabler hat die Kunst der Büttenpapier-Herstellung bei Sepp Konpropst gelernt. „Ich habe mich immer für Lyrik interessiert und habe selbst geschrieben. Meine Texte wollte ich auf ein besonders Papier schreiben und entschloss mich zu einem Kurs bei Sepp. Nach diesem Kurs hat mich die Leidenschafft gepackt“, erzählt sie lachend. Während Kornprobst der Spezialist für weiße Papiere und Spezialpapiere ist, fertigt Rabler ihr Büttenpapier aus Blüten, Blättern, Obst- und Gemüseraritäten an. Anders als bei Kornprobst verwandelt Rabler Zellstofffasern unter anderem aus Fichte, Kiefer, Brennnessel, Obst- und Gemüseraritäten sowie Gräser zu Papier.

„Ich verwende alles was in meinem Garten wächst“, sagt sie. Insgesamt bieten Rabler und Metzler in ihrer Papiermanufaktur in Mattsee über 200 verschiedene Papiersorten an. Zudem fertigt der Papierkünstler Metzler, seines Zeichens Tischlermeister und Einrichtungsberater, aus diesem Papier Bilder, Lampen, Vorhänge und Windlichter an. In ihrem liebevoll eingerichteten Geschäft in Mattsee verkauft das Paar ihre Kunstwerke.

 

Kurse zum Selbermachen
Wer diese alte Kunst selber ausprobieren möchte, macht am besten einen Kurs bei Kornprobst oder in der Papier-Art Werkstätte.

Fotocredit: Michaela Rabler, Christine Fröschl

 

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