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Büttenpapier – hergestellt nach uralter Tradition

Baumwollhadern, Mohnblumen, Karotten und Rüben sind die Zutaten für Sepp Kornprobsts Papier. Wenn der 72-jährige Gollinger zu erzählen beginnt, strahlen seine Augen. „Meine Papierrezepturen stammen allesamt aus dem 17. Jahrhundert. Da gab es noch keine Chemie und keine Säuren“, erzählt er. Der Tennengauer stellt in seiner Werkstätte in Golling, das Papier wie vor rund 500 Jahren her. Lumpensammlerinnen und -sammler gingen damals von Haus zu Haus und holten alte Kleidungs- und Wäschestücke. Diese brachten sie für ein wenig Lohn dem Papiermüller.

Heute noch verwendet Kornprobst alte Kleidung und Wäsche aus Baumwolle oder Leinen für seine feinen Büttenpapiere. Er recycelt sozusagen. Der Salzburger gibt die „Lumpen“ ein bis zwei Wochen lang in den so genannten Faulkeller. Dann zerreißt er die Stoffe in zwei mal drei Zentimeter große Stücke. „Es braucht zerrissene Fasern“, sagt Kornprobst. Die kleinen Fetzerl gibt der Papiermüller in einen Bottich und bedeckt sie mit Wasser. Dann stampft er die Brühe mit einem Stampfgeschirr. Faserbrei entsteht. Dieser Brei landet wieder im Bottich. „Bis 1670 stampften die Papiermacher händisch, dann erfanden Holländer die Mahlmaschine“, erzählt Kornprobst.

Mit einem Schöpfsieb holt er den Papierbrei schließlich vorsichtig aus dem Bottich. Danach kommt das abgetropfte Blatt in die Presse. Nach dem Trocknen glättet Kornprobst das Papier händisch mit einem Achat (Halbedelstein). Seine Frau Eva macht die Endkontrolle.

„Papier kann man aus allem machen“, sagt Kornprobst. Er verwendet auch Weinlaub, Mohnblumen und gelben Hahnenfuß. Zuweilen landen ganze Blumensträuße in Kornprobsts Papiermühle. Zur Färbung der feinen, tintenfesten Büttenpapiere verwendet Kornprobst nur Pflanzenauszüge, die er in der eigenen Werkstätte herstellt.

Wer diese alte Kunst selber ausprobieren möchte, kann dies bei Kornporbst lernen. Einfach anrufen. Tel: 06244 7110. Oder schreiben: seko@sbg.at. Zudem zeigt Kornprobst die Kunst des Papierschöpfens auf dem Kunsthandwerksmarkt in Seeham, am 13. und 14. September. Weitere Informationen gibt es auf  www.seko.at.

Michael Schade in Werfenweng

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