Der Oberpinzgauer Ort Uttendorf zählt flächenmäßig zu den größten Gemeinden des SalzburgerLandes. Einen wesentlichen Anteil daran hat das Stubachtal, das sich von der Salzach rund 20 Kilometer südlich bis tief in die hochalpine Bergwelt der Hohen Tauern erstreckt. Zeit also, dieses eindrucksvolle Tal näher zu erkunden – auf einer Wanderung zum Grünsee und durch den sagenumwobenen Wiegenwald.
Es ist Sonntag, das Wetter ist schön und die Temperaturen sind angenehm. Die ganze Familie ist versammelt. Zuhausebleiben ist keine Option. Als Uttendorfer entschließen wir uns, heute wieder einmal unser Stubachtal zu entdecken. Obwohl wir im gleichen Ort wohnen, dauert die Fahrt bis zum Enzingerboden – dem Ausgangspunkt unserer Wanderung – etwas mehr als 20 Minuten. So lang ist das Tal. Direkt nach dem Stausee am Enzingerboden und der Talstation der Weißseebahnen starten wir unsere Wanderung.
Funkelnder See und Bergkulisse
Die ersten Minuten sind gleich die steilsten und anspruchsvollsten. Sie führen ziemlich gerade hinauf über einen steilen Güterweg und einige kleine Abkürzungen bis wir das Plateau des Grünsees auf rund 1.700 Metern erreichen. Eindrucksvoll zeigt sich der Stausee inmitten der schroffen Bergkulisse. Jetzt erinnern wir uns auch wieder, warum er diesen Namen trägt: Wir bewundern den See, der fast wie ein natürlicher Bergsee wirkt und in grün-blauen Farben funkelt.
Um den See hautnah zu erleben, wandern wir ein paar Minuten direkt am Ufer entlang bis zur Mittelstation der Bergbahnen weiter. Von dort reicht der Blick über den gesamten Grünsee, hinauf in Richtung Weißsee, auf die steinige Landschaft mit den darüber aufragenden Gipfeln sowie talauswärts über die mit Latschen bewachsenen Anhöhen.
Wir könnten auch weiter hinauf in Richtung Weißsee und zur Rudolfshütte wandern, aber es zieht uns zurück in den Wald. Und so stehen wir wenige Minuten später in einer weitläufigen Landschaft aus Latschen und kommen vorbei an einer kleinen Jagdhütte. Da wir Lust auf eine Pause direkt beim Wasser haben, begeben wir uns nochmals hinunter zum Grünsee, um dort ausgiebig zu jausnen. Und selbst ein kurzes Bad im Wasser darf nicht fehlen – aber nur für wenige Sekunden, denn das Wasser ist kalt.
Magische Stimmung im Wiegenwald
Frisch gestärkt gehen wir weiter und erreichen bald einen absoluten Höhepunkt unserer Wanderung: den Wiegenwald. Der Hochgebirgswald bringt immer wieder Überraschungen. Jahrhundertalte Zirben und Lärchen, sattgrüne Moore, zahlreiche kleine Tümpel und eine tiefe Stille verleihen ihm eine fast mythische Atmosphäre.

Auch wir selbst sind ganz still, um die Ruhe dieses Wiegenwaldes so richtig einatmen zu können. Immer wieder bleiben wir stehen und staunen über die Wunder der Natur, die der Wald zu bieten hat. Wir haben das Gefühl, uns in einem Zauberwald zu befinden, in dem jede Sekunde ein kleiner Waldtroll auftauchen könnte.
Der Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt am Enzingerboden durch diesen „Zauberwald“ ist um einiges länger als der direkte Aufstieg. Die Eindrücke lohnen sich aber auf alle Fälle. Die mystische Stimmung dieser Wanderung wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wie nah so schöne Naturerlebnisse im SalzburgerLand oft liegen…
Für die gesamte Wanderung zum Grünsee und in den Wiegenwald sollte man rund vier bis fünf Stunden einplanen.
