Sie befinden sich hier » SalzburgerLand Magazin » Gesundheit » Klettergärten in Salzburg

Klettergärten in Salzburg

Der Körper ist gespannt, die Finger der linken Hand umklammern den grauen Fels in Kopfhöhe, die rechte Hand sucht Halt auf einem kleinen Vorsprung. Dann verlagere ich das Körpergewicht und ziehe mich höher: Wir sind in einem der größten Klettergärten im SalzburgerLand, in Filzmoos. Das weite Panorama des beeindruckenden Dachsteingebirges und der markanten Bischofsmütze im Gosaukamm ist überwältigend. Die Gegend hier ist ein beliebtes Ziel von Wanderern und ein wichtiger Stützpunkt für Bergsteiger, die von hier aus unzählige Touren unternehmen können. Der attraktive Klettergarten unweit der Hofpürgelhütte bietet etwa 300 verschiedene Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden mit unterschiedlichster Länge und Exposition.

Klettern bringt nicht nur jede Menge Spaß – es ist auch gut für unsere Gesundheit. Es ist ein Sport, der sich wachsender Beliebtheit erfreut und viel an Entfaltungsmöglichkeiten für Jung und Alt und für alle Leistungsniveaus bietet. Und wie kaum eine andere Bewegungsform fördert Klettern den Körper: „Fast die gesamte Muskulatur wird beansprucht. Kraft und Ausdauer in Verbindung mit Gleichgewichtsgefühl und Koordination werden beim Klettern trainiert. Dazu kommen mentale Fähigkeiten wie Konzentration und Selbstvertrauen, die beim Klettern gestärkt werden“, weiß unser Bergführer wieder mal. Gesichert mit Gurt und Seil geht es aus eigener Kraft hinauf. Je nach Schwierigkeitsgrad fördert diese natürliche Art der Bewegung – das Kraxeln – motorische Fähigkeiten wie Gleichgewichtssinn, Kraft, Schnelligkeit, Reaktions- oder Konzentrationsfähigkeit.

Filzmoos_-®JNottebrock_und_CSattler_20

Klettern für den Rücken

Nicht umsonst schicken seit einigen Jahren immer mehr Physiotherapeuten ihre von Rückenschmerzen geplagten Patienten Kletterwände hoch. Physikalische Mediziner wie der Salzburger Universitätsprofessor Anton Wicker betonen auch die Bedeutung dieser Sportart für unsere Rückenmuskulatur: „Unsere Bandscheiben leiden unter den sitzenden Tätigkeiten. Klettern trägt zur Ganzkörperstabilisierung bei. Dieser Sport ist sehr dynamisch, verursacht jedoch keine starke Druckbelastung der Wirbelsäule. Beim Klettern trainiert man die Rückenmuskulatur und steigert insgesamt die Muskelkraft. Auch die Körperwahrnehmung wird geschult, denn Kletterer müssen das Gleichgewicht halten können und fähig sein, es zu verlagern und zu stabilisieren. Die Greif- und Steigbewegungen fördern die sensorischen und motorischen Fähigkeiten“.

Das Schöne am Klettern: Diese Sportart kennt keine Altersbegrenzung. In der richtigen Dosierung können sowohl Kinder als auch ältere Menschen vom Klettern profitieren.

Klettern als Therapie

Es gibt mittlerweile sogar das so genannte „therapeutische Klettern“. Denn Klettern fördert gesellschaftlich relevante Schlüsselfunktionen wie Anstrengungsbereitschaft, Beharrlichkeit, Teamfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und soziale Kompetenz. Beim therapeutischen Klettern wird – häufig in Kletterhallen – etwa mit Menschen mit Wirbelsäulenproblemen oder rheumatischen Beschwerden gearbeitet. Die Patienten befinden sich nur 40 Zentimeter über dem Boden und können im Zweifelsfall vom Therapeuten aufgefangen werden. Sehr häufig setzt man Klettern auch als Therapie nach Unfällen oder bei Schlaganfallpatienten ein.

-®CoenWeesjes-20070524-Besonders viel bringt das Training Kindern und Jugendlichen mit Konzentrationsschwächen und daraus resultierenden Lernschwächen oder Sprachstörungen: Sie lernen beim Klettern, sich zu konzentrieren. Weil das Klettern über die Erfolgserlebnisse Spaß macht sowie Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen stärkt, setzen es viele Therapeuten auch als Begleittherapie bei psychosomatischen Erkrankungen ein. Denn Klettern erfordert die Auseinandersetzung mit den eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Dadurch steigert der Sport die realistische Selbsteinschätzung und verbessert die Selbstsicherheit und das Selbstwertgefühl.

Klettern als Erlebnis

Klettern trainiert also den ganzen Körper, sorgt für eine gute Körperhaltung und fördert unseren Gleichgewichtssinn. Langjährige Kletterer schätzen aber natürlich neben der sportlichen Herausforderung auch die Erlebnisse in unvergleichbarer Umgebung. Klettern heißt Natur erleben, Felsen in den Händen halten, den ganzen Körper spüren. Klettern ist Sport und Faszination gleichzeitig. Im SalzburgerLand warten auf Anfänger als auch auf Fortgeschrittene unzählige Möglichkeiten – ob Kurse zum Schnuppern oder für Fortgeschrittene, unter fachlicher Anleitung!

Fotocredit: TVB Filzmoos, J. Notebrock, C. Sattler und C. Weesjes

 

 

Voriger Beitrag

Jongleur der eigenen Emotionen … »

Nächster Beitrag

Goldegger Dialoge 2013 … »

Ihre Meinung ist gefragt

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mit Facebook kommentieren

Kommentare

Kommentare

Bisher noch keine Kommentare

Blogheim.at Logo

Durch das Fortsetzen der Benutzung dieser Seite, stimmen Sie der Benutzung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen", um Ihnen das beste Surferlebnis möglich zu geben. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen zu verwenden fortzufahren, oder klicken Sie auf "Akzeptieren" unten, dann erklären Sie sich mit diesen.

Schließen