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Kinoerlebnis mit Retro-Charme

Dass das Kino in Zell am See mit seinen über 80 Jahren nicht mehr zu den Jüngsten zählt, tut seinem Charme keinen Abbruch. Im Gegenteil – mit dem Filmfest von 13. bis 14. Oktober 2017 steht das legendäre Schauspielhaus wieder im Rampenlicht.

Das waren noch Zeiten in den 30er Jahren, wo nicht im jedem Haushalt in Fernsehgerät stand! Ein Besuch im Kino zählte da schon zu etwas Besonderem. Man nahm in den plüschig gepolsterten, weichen Kinosesseln Platz und wartete gespannt darauf, dass sich der Vorhang hob und der Film gestartet wurde. Ja tatsächlich, auch wenn die Räumlichkeiten nach einem Umbau in der Nachkriegszeit statt im Charme der 30er Jahre nunmehr im Charme der 50er Jahre erstrahlen, gibt es im Kino Zell am See nach wie vor einen Vorhang, wie man ihn aus dem Theater kennt. Und das kommt nicht von ungefähr, wurde doch das ehemalige Theater zum Kino umfunktioniert.

Dass sich auch heute hier noch der Vorhang hebt, gehört zu den Einzigartigkeiten des Zeller Kinos. Und noch etwas oder besser gesagt noch jemand ist untrennbar mit den Lichtspielen verbunden – Anny Mayer-Schönberger. In der Region bzw. in der Szene besser bekannt als „Madame Kino“, seit über 70 Jahren Inhaberin und Betreiberin der Lichtspiele Zell am See. Und es vergeht auch heute noch kein Tag, an dem sich die alte Dame nicht an die Kinokasse setzt, um Karten zu verkaufen.

Legendäre Filmpremieren

Viel hat sie erlebt und vieles hat sich verändert, seit sie in jungen Jahren, nach dem frühen Tod des Vaters, 1952 das Kino übernommen hat. Ende der 50er Jahre war das Kino Zell am See immerhin das größte Kino in ganz Salzburg. Pro Jahr kamen damals an die 300.000 Besucher hierher, um für kurze Zeit den Alltag gegen die Welt auf der Leinwand einzutauschen.
Legendär waren die zahlreichen Uraufführungen, wie etwa „Rosen in Tirol“ aus dem Jahr 1952 mit Hans Moser, Hans Holt und Johannes Heesters in den Hauptrollen. Am 27.1.1955 folgte die Welturaufführung von „Das Lied von Kaprun“, ein Film über die Entstehungsgeschichte der Tauernkraftwerke, mit bekannten Namen wie Waltraud Haas oder Ida Krottendorfer. Nur ein Jahr später war die Region Zell am See Schauplatz und Filmkulisse für „Liebe, Schnee und Sonnenschein“, die erste Ausstrahlung fand selbstverständlich ebenfalls im Reich von Anny Mayer-Schönberger statt. Und auch Jahre später, als das Fernsehen dem Kino schon längst den Rang abgelaufen hatte, schaffte  sie es immer wieder, österreichische Filme bzw. Filmpremieren in ihr Kino zu bringen. 1994 etwa „Tafelspitz“ mit Christiane Hörbiger und Otto Schenk, 1995 Wolfram Paulus „Du bringst mich noch um“ oder 2010 Reinhold Bilgeris „Atem des Himmels“.
Auch für den laufenden Kinobetrieb sucht die Grand Dame des Kinos immer noch unermüdlich, nach Gefühl und bestem Wissen und Gewissen, die neuesten Filme aus, die die Besucher des Kinos Zell zu sehen bekommen.

Filmfest Zell am See

Die Einrichtung mag in die Jahre gekommen sein, nicht aber die Technik. Die wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Mit 24 Lautsprechern, 2 Projektoren und einer 18 x 8 m großen Leinwand können die Lichtspiele Zell am See auf jeden Fall mithalten. Und das kommt  nicht nur den regelmäßigen Kinobesuchern zu Gute, sondern auch dem 2017 neu ins Leben gerufene Filmfest Zell.
Die Idee dahinter? Kino soll wieder zu etwas Besonderem werden. Mit der Mischung aus spannenden Spielfilmen und außergewöhnlichen Dokus wird man diesem Ansinnen auch gerecht. Während sich die Abendprogramme hochwertigen Filmen für Erwachsene widmen, stehen die Nachmittage im Zeichen bester Familienunterhaltung.
Und noch ein Geheimtipp: Während des Filmfestivals wird auch das legendäre Kinocafé, eingerichtet im original 50er Jahre Stil, kulinarisch bespielt.
Da kann man wohl nur raten: Hingehen und sich ganz dem cineatischen Vergnügen mit Retrocharme hingeben.

Lichtspiele Kino Zell am See
Franz Josef-Straße 7
5700 Zell am See
www.kinozell.at
www.filmfestzell.at

Fotos © Johannes Schwaninger

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