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Hochkönig – Konfessionen eines Genussbikers

Natürlich waren wir skeptisch. E-Bikes? Keiner von uns hatte bis jetzt auf einem Bike mit Elektromotor gesessen, und eine gewisse Abneigung hatte ich im Laufe zahlreicher hitziger Diskussionen durchaus entwickelt. Nun traf es sich aber so, dass die Region Hochkönig nicht umsonst als kleines E-Bike-Mekka gesehen werden kann. Es gibt nicht nur ein riesiges E-Tourenangebot, sondern Hochkönig ist auch die erste Region weltweit, die ein Tankstellennetz für E-Bikes bereithält, das für alle gängigen Systeme kompatibel ist. Der ideale Ort also, um alte Vorurteile auf die Probe zu stellen.

Neulinge auf E-Bikes
Als wir am nächsten Tag auf die Straße treten, empfängt uns der Morgen mit frischer, klarer Landluft. Ich atme tief ein und spüre ein leichtes Kribbeln im Bauch, als wir hinter uns das imposante, gezackte Massiv des Steinernes Meers aufragen sehen: Bergvorfreude! Maria Alm umgarnt uns mit seinen urigen Holzhäusern, mit den verspielten Fassaden voll Schnitzereien und seinen verwinkelten Straßen. Unser Hotel steht dicht an dicht mit einer mittelalterlichen Wallfahrtskirche, im Schatten des spitzen Glockenturmes machen wir uns mit den hoteleigenen E-Bikes vertraut. Erste Eindrücke: schwer, ja. Hardtails – okay, ungewohnt. Fahren sich … wie von selbst! Bei der ersten Runde auf dem Parkplatz erlebe ich den großen Überraschungsmoment, der jeden EBike-Neuling bei den ersten Kurbelumdrehungen überkommt und unweigerlich zum Lachen bringt. Mit Mopedfeeling cruisen wir durch die Dorfgassen, weiter Richtung Landstraße, von der bald die Forststraße zur 1.737 Meter hohen Wastlhöhe abbiegt. Mit ihr beginnt der Anstieg. Und unser Umdenken. Denn der nun folgende Uphill wäre für uns geschwindigkeitsverwöhnte Trailliebhaber vielleicht nicht gerade zu einer Tortur geworden, doch wäre der Preis für eine spätere Abfahrt ziemlich hoch gewesen. Die Sonne brennt immer heißer vom Himmel, Kurve reiht sich an Kurve, und mit normalen Bikes wären uns von dieser Strecke wahrscheinlich vor allem die beachtliche Steigung und zahlreiche Rampen in Erinnerung geblieben – nicht aber das Bilderbuchpanorama, dem wir so immer wieder staunend unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Die letzten Höhenmeter zum Gipfel führen erst über einen Singletrail, dann über eine steile Weide, und wecken doch noch unseren Kampfgeist. Dank Elektroantrieb werden die verblockten Anstiege zur neuen Herausforderung. Wo ohne Unterstützung des Motors der Vortrieb gefehlt hätte, genügt jetzt eine weitere Kurbelumdrehung, um die Kiste am Rollen zu halten. So pedalieren wir um die Wette, begleitet vom leisen Surren unserer Motoren, und manövrieren uns mit viel Gewichtsverlagerungen über die vielen Stufen und Furchen. Akkus aufladen Auf dem Rückweg heißt es: Akkus aufladen, unsere und die der Bikes. Passend zum Tag der neuen Erfahrungen ist auch die Alm eine Besonderheit: Die Zachhofalm oberhalb Dientens bietet  verschiedene vegane und vegetarische Gerichte, eine kleine Sensation! Alles ist bio, vieles kommt aus dem eigenen Kräutergarten der in „Traditioneller Europäischer Heilkunde’“ ausgebildeten Almwirtin. Neeltje, die bildschöne holländische Bedienung, serviert uns veganen Gulasch, dazu Heulimonade und frische Joghurt-Minz-Smoothies. Es schmeckt umwerfend gut, die neuen Geschmäcker fordern die Sinne und machen richtig glücklich – das Füßeabkühlen im eiskalten Teich mit anschließendem Sonnenbad im liebevoll gestalteten Garten tun ihr Übriges.

Lieblingstrails rund um Maria Alm
Schließlich müssen wir uns beeilen, rechtzeitig zu unserer Verabredung zu kommen. Max hat sich den Nachmittag freigenommen, um uns seine Lieblingstrails rund um den Hochkönig zu zeigen. Neben ausgedehnten E-Bike-Touren hat die Region auch kilometerlange Singletrails zu bieten, so sein Versprechen. Max ist das Paradebeispiel für einen erfolgreichen Jungunternehmer: Gerade 23 Jahre alt, hat er die Bikeschule vor einem Jahr gegründet, „zunächst für drei Jahre, wenn es bis dahin nicht läuft, war klar, ich mache etwas anderes“ – aber es läuft, und zwar ziemlich gut. Max konnte in der kurzen Zeit viel erreichen, so etwa die Zusammenarbeit mit dem Hotel Eder, eine Kooperation mit dem Bikepark Leogang oder die Grundsteinlegung für legale Flowtrails am Natrun. Er ist mit allen beteiligten hier im Gespräch, um die Interessen der Biker weiter voranzubringen. Und das, obwohl er selbst gar nicht von hier kommt: Die Hochkönigregion ist für den zugezogenen Bayern Wahlheimat. Das tut seinen Ortskenntnissen aber definitiv keinen Abbruch, denn wie von einem Alt-Eingesessenem werden wir über versteckte Trailperlen geführt, die wir mit Vollgas genießen.

Raum für neue Sichtweisen
Als wir am Abend die Bikes abspritzen und ich auf den Tag zurückblicke, kommt es mir eher vor, als wäre ich in einer Großstadt gewesen anstatt in einer abgelegenen Bergregion, angesichts der Horizonterweiterung, die uns heute geboten wurde. Das E-Biken endlich selbst erfahren und schätzen gelernt, eine fast vegane Brettljause verzehrt – alles ganz schön hip für österreichische Bergregionen. Ob es an den zugezogenen Menschen wie Max oder Neeltje liegt, die mit ihrer Leidenschaft für die Hochkönigregion anstecken und dabei frischen Wind in die Gegend bringen? Oder an den weitläufi -gen Grasbergen, die sich vor dem Massiv des Steinernen Meers und des Hochkönigs erstrecken, ohne jemals durch tiefe Talkessel eingeengt zu werden? Irgendetwas hat die Gegend, das bei ihren Besuchern Raum für neue Sichtweisen zu schaffen scheint. Und sei es nur die kostenlose E-Bike Schnuppertour, die einmal wöchentlich von den beiden Bikeschule angeboten wird. 

Die Region Hochkönig liegt im Herzen von Österreich, inmitten des Salzburger Landes, und ist eine von fünf Regionen in Ski amadé. Sie besteht aus den drei Orten Maria Alm, Dienten und Mühlbach und ist durch seine zentrale Lage bequem per Auto, Zug und Flugzeug erreichbar. Wandern und Biken von Alm zu Alm, entlang des majestätischen und sagenumwobenen Hochkönig-Massivs mit seinen 2.941 Metern, das zeichnet die Region Hochkönig mit seiner ursprünglichen Natur, den schroffen Felsen, sanften Wiesen, weiten Almen und zauberhaften Wäldern auch im Sommer aus!

Nachfragen
Hochkönig Tourismus GmbH
Am Gemeindeplatz 7
A-5761 Maria Alm
T: +43 6584 20388
region@hochkoenig.at
www.hochkoenig.at

Infos zu den Bike und E-Bike Angeboten:
www.hochkoenig.at

Meereshöhe
802 bis 2.941 Meter (Hochkönig) 

Unterkommen
Bei der Unterkunft können Gäste aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten wählen. Ob kuschelige Almhütte, komfortables Hotelzimmer, moderne Ferienwohnung oder günstiges Privatzimmer. Die Region Hochkönig hat für jeden Geschmack und in jeder Preiskategorie etwas zu bieten. Gesamtes Unterkunftsverzeichnis gibt es auf: www.hochkoenig.at

In der Region gibt es gleich vier spezialisierte Bikeunterkünfte: www.hochkoenig.at

Verleih/Service
Online auf: www.hochkoenig.at

Guiding
BikeMax
www.bike-max.at

Porti Sport
www.porti-sport.com

Bike Transport
Dorfj@t Natrun, Maria Alm

Sechser Sesselbahn Schwarzeckalm, Maria Alm

Kabinenbahn Karbachalm, Mühlbach E-Bike-Tankstelle auf der Karbachalm

II-Tour
Die ii Tour ist eine zusammenhängende E-Bike Erlebnisrunde in Hochlönig mit insgesamt ca. 140 km und 6.500 Höhenmetern, vorbei an den schönsten Erlebnispunkten der Region.

alpregio.outdooractive.com

Family Trail
Toni’s Family Bike Trail führt von der Bergstation der Kabinenbahn Karbachlalm an Forststraßen und Skipisten entlang bis zur Talstation der Kabinenbahn Karbachalm. Wie praktisch! Die Bikewaschanlage befi ndet sich direkt bei der Talstation. Neben einer Länge von 6,5 Kilometern und einer Höhendifferenz von knapp 700 Metern bietet der Hochkönig eine traumhafte Kulisse für die ersten Versuche im Freeriden.

 

 

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